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27.09.2016
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Babywatching in Ibbenbüren.

In der Familienbildungsstätte Ibbenbüren fand eine Fortbildung zum Babywatching statt.

Fortbildung für Lehrer in Ibbenbüren

"Babywatching" lehrt Gefühle

Ibbenbüren. Justus ist gerade erst zehn Wochen alt. Der Säugling kuschelt sich in die Arme seiner Mutter und hat nur Blicke für sie. Diese Situation hat nichts Ungewöhnliches, wenn nicht so viele Menschen dabei zuschauen würden: Zwanzig pädagogische Fachkräfte sitzen im Stuhlkreis in der Familienbildungsstätte in Ibbenbüren und beobachteten das kleine Kind bei dem intensiven Spiel mit seiner Mutter auf der Schmusedecke in der Mitte.

Durch Säuglinge Empathie lernen

In der Praxis sieht das dann so aus: "Eine Mutter kommt mit einem wenige Wochen alten Baby für die Dauer von einem Jahr einmal in der Woche in eine Schulklasse", beschreibt Moormann das Prozedere. Die Schüler beobachten etwa 20 Minuten, wie das Baby von Woche zu Woche wächst, bis es frei laufen kann. "Das hört sich erst einmal nach wenig an, macht aber ganz viel mit den Schülern", sagt Christoph Moormann, der selbst zweifacher Vater ist. Die Schüler lernen das Verhalten zu beschreiben und zu analysieren. Der jeweilige B.A.S.E.-Gruppenleiter unterstütze dann durch eine bestimmte Fragetechnik die Schüler dabei, sich in die Emotionen und die Motivationen von Mutter und Kind immer besser einzufühlen: "Für viele Einzelkinder ist dies die erste und oft einzige Möglichkeit, bei der Entwicklung eines Babys dabeizusein", so Moormann. In der Lebenswirklichkeit heute bleibe soziales Lernen oft auf der Strecke: "Auch in normalen Familien, wo die Eltern getrennt leben, haben Kinder einfach andere emotionale Baustellen. Es ist nicht einfach für sie Empathie zu lernen", fasst der 42-Jährige Pastoralreferent im Gespräch mit kirchensite.de zusammen.

Mütter machen gerne mit

Unter den Beobachtern herrscht derweil eine konzentrierte Atmosphäre. Fast schon flüsternd kommen Äußerungen wie "Justus fühlt sich sehr wohl bei seiner Mutter", "wenn ich Justus wäre würde ich mich rund um geborgen fühlen"; "Justus Mama spürt sehr gut was Justus braucht". Mutter und Kind scheinen so, als ob sie die zwanzig Pädagogen aus dem Kreis Steinfurt ganz ausgeblendet haben. Erinnert die Situation nicht ein bisschen an einen Zoo? Er habe noch nie erlebt, dass eine Mutter das Babywatching abgesagt habe, so Moormann, der seit drei Jahren Mentor bei diesem Projekt ist: "Die Mütter genießen die 20 Minuten Zeit mit ihrem Kind, wo mal nicht das Telefon klingelt oder der Haushalt wartet. Sie freuen sich auch, ihre Freude über das Kind mit anderen zu teilen", so Moormanns Erfahrungen. Durch die vielen Rückmeldungen der Beobachter gehe die Mutter selber wieder gestärkt aus der Situation heraus.

Bindung wird gestärkt

Der Theologe ist von der Qualität und Nachhaltigkeit der Methode überzeugt: "Klar gibt es viele die sagen, das ist doch Quatsch, einfach ein Baby angucken. Aber Studien haben gezeigt: Das Bindungsverhalten zwischen den Schülern verändert sich, der Umgang zwischen Schüler und Lehrer verändert sich, man kann sagen Babywatching wirkt auf alle Beteiligten wie eine Schule der Empathie."  Als Schulseelsorger wird er oft mit dem Thema "Mobbing" konfrontiert. "Die Kinder, die andere mobben, können nicht nachfühlen, wie es ihrem Opfer geht. Da ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, deswegen setzten wir mit Babywatching früher an". Die nächste Fortbildung in der Familienbildungsstätte Ibbenbüren ist schon in Planung und anderswo ist man sogar noch weiter: In Bremen beispielsweise soll Babywatching als eigenes Schulfach etabliert werden.

Kontakt

Schulseelsorger Christoph Moormann
An der Michaelkirche 8
49477 Ibbenbüren
Tel.: 05451 / 938 89 75 00

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Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem FensterInformationen über das Base-Babywatching

Text: Marie-Theres Himstedt, pd | Foto: pd
11.12.2013

    1. Dossier: Familie und Familienpolitik

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