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02.09.2014
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Pflege.

Auf menschliche und auf professionelle Pflege (hier unser Archivbild) konnten und können sich Menschen verlassen, wenn es um die Krankenhäuser Vechta, Emstek, Cloppenburg und Löningen ging.

Kliniken im Oldenburger Land vor der Insolvenz

Offizialat: Können Krankenhaus-Defizite nicht ausgleichen

Oldenburger Land. Weihbischof Timmerevers hat sich mit offenen Worten an die Mitarbeiter von vier katholischen Krankenhäusern in der Region gewandt. Die 2.300 Mitarbeiter der Krankenhäuser in Vechta, Cloppenburg, Emstek und Löningen seien "ohne Zweifel die ersten Leidtragenden", sagte Timmerevers bei einer Pressekonferenz in Vechta. Denn sie sind von einer schweren Krise des KKOM-Verbundes betroffen, in dem sich die Krankenhäuser zusammengeschlossen haben.

Die Kliniken stehen vor einem Berg von Schulden; im Oktober hatten die Banken sie zum "Sanierungsfall" erklärt, ein Zusammenbruch zum Jahresende konnte nur durch eine kurzfristige Zwischenfinanzierung verhindert werden. Nun suchen alle nach einer Lösung.

Diese Lösung müsse das Wohl der Mitarbeiter im Auge behalten, sagte der Weihbischof weiter. Denn sie hätten sich über Jahre den immer schwierigeren Herausforderungen im Alltag der Krankenhäuser gestellt und dabei "enorm viel geleistet".

Verständnis für Zorn

Er wisse aus den Gesprächen mit Vertretern der Mitarbeiterschaft sehr genau, wie belastend diese Krise für die Betroffenen sei. Deshalb könne er den Zorn und die Enttäuschung verstehen, auch dann, wenn sich beides nicht nur gegen die Klinikleitung richte, sondern jetzt auch die Kirche und schließlich er selbst zur Zielscheibe würden. "Das hat etwas Bedrängendes für mich persönlich, aber ich muss es ertragen."

Der Verbund "Katholische Kliniken Oldenburger Münsterland" hat dieses Jahr eine Haushaltslücke von 10 Millionen Euro zu verzeichnen. Daneben hat er Schulden angehäuft, zurzeit 24 Millionen Euro.

Der Verbund untersteht der Stiftungsaufsicht im Bischöflichen Offizialat. Andreas Windhaus, dort für die Aufsicht zuständig, wies den Vorwurf zurück, das Offizialat sei bei dieser Aufsicht nachlässig gewesen. Die Behörde behalte sich nur die Genehmigung von Krediten und Grundstücksgeschäften vor. Das Tagesgeschäft liege immer bei der jeweiligen Stiftung, dem Verbund und dessen Aufsichtsrat.

Vorschläge, die Kirche solle eigene Mittel zur Verfügung stellen, wies August Dasenbrock, Finanzdirektor im Offizialat, zurück. Die Kirche könne bei einem Jahreshaushalt von 72 Millionen Euro nicht bei Defiziten ihrer elf Krankenhäuser und zwanzig Altenheime eingreifen. Vielmehr sei immer der Staat für die Gesundheitsvorsorge der Bürger verantwortlich, sagte Dasenbrock. Die Kirche könne zum Beispiel auf ein entscheidendes Problem kaum Einfluss nehmen: In den vergangenen sieben Jahren seien die Lohnkosten in Krankenhäusern um 15 Prozent gestiegen, die Fallpauschalen, nach denen Krankenkassen Leistungen vergüten, aber nur um 7,6 Prozent. Diese Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben seien Teil des Problems.

Ergebnis erschreckend

Im vergangenen April sei das Offizialat alarmiert worden, sagte Dasenbrock weiter. Damals habe der KKOM-Verbund "erstmals erschreckende Zahlen" vorgelegt mit wahrscheinlichen Millionenverlusten. Das Offizialat habe eine auf Krankenhaus-Finanzen spezialisierte Beratungsfirma eingeschaltet, "um den Hintergrund auszuleuchten". Der war wohl erschreckend genug, dass er zu dem vorliegenden harten Sanierungsplan führte. Die Geschäftsführung der KKOM schlägt nämlich vor, die Krankenhäuser in Emstek und Löningen zu schließen, für 150 der 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehe eine betriebsbedingte Kündigung an. "Darum werden wir bei der Sanierung nicht herumkommen", sagte der Geschäftsführer des KKOM, Michael gr. Hackmann, jetzt in Cloppenburg.

Nach seinen Worten haben die Fachleute der Beratungsfirma deutliche Kritik an Fehlern im Management der KKOM geübt; dort habe man zum Beispiel eine Reihe neuer Chefärzte eingestellt und viel Geld in Neubauten investiert – beides, ohne die möglichen wirtschaftlichen Folgen realistisch einzuschätzen.

Fusion lohnte sich nicht

Zudem: Der Vorteil, den Krankenhäuser aus einem Zusammenschluss ziehen können – der wurde wohl nicht restlos genutzt. Das gelte vor allem für das Krankenhaus in Löningen, sagen die Fachleute. Es habe für sich die Fusion noch am wenigsten umgesetzt und stehe eher wirtschaftlich allein.

Ein eigenes Problem betrifft Cloppenburg: Das Krankenhaus dort erreiche wegen "Rückständigkeit im Bau" nicht einmal niedrigen Hotelstandard, sagte gr. Hackmann. Den Sanierungsbedarf beziffert er für die kommenden Jahre auf 22 Millionen Euro.

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Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Michael Bönte in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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