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11.12.2018
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Monika und Bernd Schmitz.

Monika und Bernd Schmitz haben sich vor Ort über die Projekte der "Helpers of Mary" informiert.

Hilfe für Indien

Die Zeit des Verschickens ist vorbei

Dülmen. Vier Jahre ist es her, dass sich Monika und Bernd Schmitz von Dülmen aus nach Andheri, einem Vorort der indischen 19-Millionen-Stadt Mumbai, auf den Weg gemacht haben. "Ich kannte Gerlinde und Ewald Amshoff, die sich seit der Gründung der Andheri-Hilfe Dülmen 1974 für die Menschen in Indien engagieren. Ich habe sie gefragt, ob wir einmal mit nach Indien fahren könnten, um zu schauen, wo die Spenden bleiben", berichtet Bernd Schmitz. Er hatte dem Ehepaar angeboten, aussortierte Nähmaschinen aus seinem Geschäft für Indien zur Verfügung zu stellen. "Doch die Zeit des Verschickens ist vorbei", hat er bei der Gelegenheit erfahren.

Zwei Monate nach seiner Anfrage ging es bereits los. In die Koffer wurde nur das Nötigste gepackt, um Platz zu haben für Hilfsgüter, die beispielsweise im Krankenhaus dringend benötigt wurden. "Als sahen, wie die Menschen in Andheri leben und was die Ordensfrauen leisten, konnte man nicht anders, als sich für sie zu engagieren", erklärt Bernd Schmitz. Seine Ehefrau Monika fügt hinzu: "Die Schwestern des Ordens 'Helpers of Mary', der 1942 unter anderem von der Dülmener Schwester Priscilla Lehmkuhl gegründet wurde, handeln nach dem Motto 'Live for love', also 'Leben für die Liebe'. Die Schwestern begeistern. Unter ihnen gibt es viele neue Heilige." Zwölf Tage war das Ehepaar in den Projekten der Ordensfrauen unterwegs: im Heim für Aids-Kinder, in Heimen für Leprakranke, in Krankenstationen und Schulen.

Seit März steht Bernd Schmitz nun als Erster Vorsitzender dem Verein "Andheri – Kinder- und Leprahilfe" vor. Er folgt Ewald Amshoff, der sich im Alter von 79 Jahren ein bisschen zurückgezogen hat. "Bis Ende 2011 konnten wir die Schwestern mit inzwischen insgesamt 4,3 Millionen Euro unterstützen", nennt er eine beeindruckende Zahl. Von den Spenden erreichen 98,5 Prozent das Projekt in Andheri, denn alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich. "Der größte Posten bei den 1,5 Prozent Verwaltungskosten sind die Kosten für das DZI-Spendensiegel", berichtet der 61-Jährige. Doch das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) sei ein wichtiges Instrument. "Es hilft uns, denn es gibt Außenstehenden Vertrauen in unsere Arbeit", betont Schmitz.
 
Allerdings werde es aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation immer schwieriger, Spenden zu erhalten. "Zudem gibt es viele Organisationen, die ebenfalls auf finanzielle Hilfen angewiesen sind. Und jeder kann sein Geld nur einmal ausgeben", sagt Schmitz, der mehrere Stunden täglich für die Andheri-Hilfe aktiv ist. Seine Motivation: "Ich erkenne die Notwendigkeit. Wenn ich sehe, wie gut es uns geht und dann erlebt habe, wie die Menschen in Indien verrecken – ich muss einfach helfen."

Für die Ordensfrauen ist das Leben in Indien nicht einfach. "Sie sind auf Spenden angewiesen und leben mit den Ärmsten der Armen in den Slums. Inzwischen gibt es 63 Stationen. Die mehr als 300 Ordensfrauen sind zwar von offiziellen Stellen nicht gern gesehen, doch in der Bevölkerung sehr akzeptiert", berichtet Monika Schmitz. Christen hätten es nicht einfach in Indien, denn sie gehören keiner Kaste an. "Das spielt immer noch eine Rolle, obwohl offiziell das Kastenwesen abgeschafft wurde", informiert Bernd Schmitz.

Bundesweit unterstützen elf Gruppen die Schwestern, die auf Anfrage der afrikanischen Bischöfe inzwischen auch in Äthiopien und Kenia Projekte aufgebaut haben. "Ich kann mich engagieren, weil ich vor drei Jahren mein Zweirad- und Nähmaschinengeschäft verpachtet habe", sagt Bernd Schmitz. Allerdings hat er das Handwerk nicht ganz aufgegeben. Inzwischen hat sich in Dülmen herumgesprochen, dass er im heimischen Keller noch Nähmaschinen repariert – allerdings nur gegen eine Spende für die Schwestern in Andheri. "Dabei überlasse ich es den Kunden, wieviel sie geben wollen. Da ist schon einiges zusammengekommen", freut er sich.

Helpers of Mary

Die indische Schwesterngemeinschaft hat ihre Zentrale in Andheri. Sie wurde 1942 von den Schwestern Anna Huberta Roggendorf aus Mechernich und Schwester Priscilla aus Dülmen gegründet. Inzwischen arbeiten mehr als 300 Schwestern in 60 sozialen Zentren in Indien, Äthiopien und Kenia. Sie stellen ihr Leben in den Dienst der gesellschaftlich Benachteiligten. Sie selbst leben von Spenden. In ihren Sozialstationen leisten die Schwestern Hilfe zur Selbsthilfe unabhängig von Religion oder Kastenzugehörigkeit.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Orden

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.andheri.de/duelmen

Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
03.12.2012

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