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10.12.2018
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Die Welt zu Gast im Priorat Sankt Benedikt in Damme. Links Prior Pater Udo Küpper, rechts Erzabt Jeremias Schröder. Zwischen ihnen Missionsbenediktiner von verschiedenen Kontinenten, die sich in der vergangenen Woche auf das diesjährige Generalkapitel eingestimmt haben.

Die Welt zu Gast im Priorat Sankt Benedikt in Damme. Links Prior Pater Udo Küpper, rechts Erzabt Jeremias Schröder. Zwischen ihnen Missionsbenediktiner von verschiedenen Kontinenten, die sich in der vergangenen Woche auf das diesjährige Generalkapitel eingestimmt haben.

Priorat Sankt Benedikt in Damme

In Damme auf historische Entscheidung eingestimmt

Damme. Welches neue Kloster wird selbstständig? Wer soll künftig in unserer Kongregation Verantwortung tragen? In Damme hat sich das Generalkapitel der Missionsbenediktiner jetzt auf seine Sitzung eingestimmt – und auf eine Premiere: die Wahl eines Abtpräses.

Experten aus der weiten Welt. Am Donnerstag sprach ein Trappist aus Australien über das Leben als Mönch, am Donnerstag eine Ordensfrau aus Amerika über Mission heute. Und am Samstag ein Spitzen-Manager der Sportartikelfirma Puma über Reformen und Erneuern.

Und auch die Zuhörer in der vergangenen Woche im Dammer Priorat Sankt Benedikt waren von weit her in das Haus am Hang der Dammer Berge gekommen. Südkorea, Schweiz, Tansania, Südafrika, Togo, Venezuela, Indien, Kolumbien, Kenia, China oder Kuba liest man als Ursprungsorte auf der Teilnehmerliste.

Alles hohe Ordensprominenz: neben Erzabt Jeremias Schröder als Leiter der Kongregation der Missionsbenediktiner zwölf Äbte und neun Prioren, dazu Sekretäre, Übersetzer, weitere Delegierte. Insgesamt mehr als fünfzig.

Äbte aus aller Welt

Kein Wunder: Es ging in Damme in der vorvergangenen Woche nicht nur um eine der üblichen  Bildungsveranstaltung. Sondern um die geistliche Vorbereitung des 20. Generalkapitels der Kongregation der Missionsbenediktiner von Sankt Ottilien. Auch das Priorat Sankt Benedikt in Damme gehört dazu.

Das Generalkapitel als allerhöchste Ordensgremium tagt alle vier Jahre in Sankt Ottilien, dem Ursprungsort der Kongregation. "Dort wird auch die eigentliche Arbeit geleistet werden", erklärt Pater Udo Küpper, seit 2004 Prior in Damme.

Vor dem Beginn treffen sich die Kapitelsmitglieder jedoch immer zu einer geistlichen Einstimmung, jeweils in einer anderen Niederlassung des Ordens. Die Entscheidung für Damme war nach einer Visitation von Erzabt Pater Jeremias Schröder in Damme vor zwei Jahren gefallen.

Damit ist das Priorat Sankt Benedikt Ort für den Vorabend einer historischen Entscheidung des Ordens. Denn: Beim Generalkapitel soll erstmals ein eigener "Abtpräses" an die Spitze gewählt werden. Dieses Amt war bislang an das des Erzabtes von Sankt Ottilien gebunden. Beim letzten Generalkapitel hatten die Vertreter der Kongregation beschlossen, dies zu ändern und die Ämter voneinander zu trennen.

Fragen an den Erzabt

Unter anderem, um die Arbeitsbelastung zu mindern, die mit der "Doppelaufgabe" verbunden sei, so Jeremias Schröder gegenüber Kirche+Leben.  "Unsere Klöster in Europa brauchen mehr Aufmerksamkeit. Gleichzeitig erfordern die weltweiten Aufgaben mehr Aufmerksamkeit und Zeit. Das kann ein Mann alleine nicht leisten."

Er selbst habe die Veränderung der Ordenssatzung, die der Vatikan im vergangenen Jahr genehmigt hat, stets vorangetrieben.

Der 47-Jährige steht seit zwölf Jahren als Erzabt und Abtpräses an der Spitze der Kongregation. Und er lässt im Gespräch mit Kirche+Leben keinen Zweifel daran, dass neben der klassischen Missionsarbeit in der weiten Welt auch Häuser wie das in Damme für den Orden wichtig bleiben. "Wenn wir mit Weihbischof Timmerevers sprechen, dann wird immer sehr deutlich, wie froh er ist, dass das Kloster hier ist. Als ein Kraftort im Offizialatsbezirk. Und es kommen ja auch viele Menschen über die Grenzen der Bistümer hinaus hierher."

Der Orden habe sich der Situation gestellt, dass auch Deutschland Missionsland sei. "Und wenn wir als Benediktiner einen missionarischen Auftrag haben, dann auch hier in unserer alten Heimat. Wir versuchen, bewusst damit umzugehen, indem wir uns fragen: Wonach hungern die Menschen geistlich in unserer Zeit und was können wir ihnen anbieten?"

Als große Herausforderung der kommenden Jahre nennt Erzabt Jeremias zum Beispiel Umstellungsprozesse einiger Klöster. "Manche müssen sich auf die Lebensgewohnheiten älter werdender Konvente einstellen." Diesen Prozess könne die Kongregation durch ihren Rat unterstützen.

Manchmal reiche das aber eben nicht aus. "Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen: Was passiert mit Gemeinschaften, die so alt werden, dass sie nicht mehr existieren können?" Auch da sei Hilfe von außen wichtig. "Indem wir einem Kloster helfen, gut aufzuhören. Denn gerade ein Kloster, das nicht mehr viel Kraft hat, hat es schwer, diesen Abschied gut zu gestalten."

Genug Nachwuchs

Oder es gelingt mit Hilfe aus dem Ausland, ein Kloster doch zu erhalten. Erzabt Jeremias:  "Wir hatten einen Fall in Amerika, in der Nähe von New York, wo ein Haus gesagt hat: Wir können nicht mehr. Da hatten wir das Glück, dass unsere koreanischen Mitbrüder es übernommen haben. Dort leben auch jetzt noch einige amerikanische Benediktiner. Aber es ist ein koreanisches Kloster in Amerika."

Als Vorbild für Deutschland sieht der Erzabt diese Entwicklung aber nicht. "Wir haben ja hier bei uns viel größere Abteien. Es besteht momentan auch kein Bedarf. Unsere Klöster haben praktisch alle Nachwuchs, mit dem sie wichtige Aufgaben weiterführen können."

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  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.benediktiner-damme.de

Text: Michael Rottmann | Foto: Michael Rottmann in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
15.10.2012

    1. Übersicht: Orden

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