Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Aus den Regionen
09.12.2018
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Schwester Ethel Maria Kollenberg.

Schwester Ethel Maria Kollenberg freut sich, dass sie nach ihren Ewigen Gelübden voll und ganz zu den Schwestern Unserer Leben Frau gehört.

Aus Freude am Leben

Schwester Ethel Maria feierte Ewige Profess in Vechta

Vechta. "Du ins Kloster?" Schwester Ethel Maria erinnert sich noch gut an die erste Reaktion einer Freundin. "Aber dazu hast Du doch viel zu viel Lebensfreude?", hatte sie ihr damals vorgehalten. "Ich habe geantwortet: 'Aber wenn ich nicht wegen der Freude am Leben gehe, dann brauche ich doch gar nicht zu gehen.'"

Gut neun Jahre ist das jetzt her. Die Freude hat sich gehalten. Sodass Schwester Ethel Maria jetzt auch den letzten Schritt gegangen ist. Und sich mit den Ewigen Gelübden auf Lebenszeit an die Schwestern Unserer Lieben Frau gebunden hat. Die erste Ewige Profess in Vechta seit neun Jahren.

Erste seit neun Jahren

Schwester Ethel Maria lächelt. Ab und zu hört sie ältere Schwestern von ihrer "Eintrittsgruppe" erzählen. Aber so etwas ist lange her: dass hier mehrere Schwestern gleichzeitig ihre ewigen Gelübde abgelegt haben. Belastet Sie das? Die 40-Jährige denkt kurz nach. "Manchmal stellt sich natürlich die Frage: Warum ruft Gott die wenigen Frauen, die sich für das Ordensleben entscheiden, nicht alle in eine einzige große Gemeinschaft? Aber er scheint es wohl anders zu wollen."

In Korea ist es anders

Das hat sie gelernt in den Jahren der Vorbereitung: auf Gottes Führung zu vertrauen. Auch wenn die Lage nach menschlichem Ermessen schwierig scheint.

Aber da sind auch Hoffnungszeichen.  Stichwort: "Internationalität". Zu wissen: Auf anderen Kontinenten gibt es durchaus Nachwuchs. Gerade erst war eine Gruppe junger Schwestern aus Korea zu Besuch. "Das hilft: Dass ich gelernt habe, nicht nur auf Deutschland zu gucken."

Oder die jungen Leuten im Religionsunterricht, den Schwester Ethel Maria an den berufsbildenden Schulen des Ordens erteilt. "Wenn ich ihre Sinnsuche spüre. Wenn es ganz still wird und in den Köpfen existenziellen Fragen zu arbeiten anfangen."

Schwester Ethel Maria schüttelt den Kopf. Nein! Es stimme nicht, was so gesagt werde über die Jugend von heute: dass sie oberflächlich sei. Im Gegenteil! Deren Ernsthaftigkeit versetzte  sie manchmal regelrecht ins Staunen.

Solche Erfahrungen machen ihr Hoffnung auf Zukunft. Vielleicht sogar irgendwann auf neuen Ordens-Nachwuchs aus Deutschland. "Die bleibt!", sagt sie mit fester Stimme. "Wenn ich die aufgegeben hätte, dann wäre ich nicht geblieben."

Gewinn für ihr Leben

Sie selbst spürte jedenfalls ziemlich schnell, dass die Schwestern Unserer Lieben Frau zu ihr und ihrer Lebens-Sehnsucht passten. Als ein Gewinn für ihr eigenes Leben. Natürlich gerate man in einer Gemeinschaft mit mehr als dreißig Schwestern auch mal aneinander. "Aber auf der anderen Seite bekommt man unheimlich viel zurück. Und wenn man nicht das Gefühl hat, dass man mehr bekommt als man aufgibt, dann sollte man nicht bleiben."

Vor sieben Jahren legte sie ihre zeitlichen Gelübde ab, am vergangenen Wochenende die endgültigen. Ein neuer Abschnitt beginnt.

"Damit hört die Frage auf: Welcher Weg ist der richtige für mich? Das ist jetzt geklärt. Jetzt kommen andere Fragen an die Reihe: Wie will ich diesen Weg gehen? Wie will ich ihn gestalten? Wie kann ich Gemeinschaft mitgestalten?" Künftig noch mehr als bisher. Das zählt zu den Veränderungen, die mit der Ewigen Profess verbunden sind. "Zum Beispiel war ich bisher bei Kapiteln noch nicht wählbar. Und am Generalkapitel konnte ich auch noch nicht teilnehmen."

Viele Ausrufezeichen

Äußerlich ändere sich mit der Profess allerdings nicht so viel. Und was sich ändert, das kann man nicht so ohne weiteres sehen: die Gravur an der Innenseite ihres Ringes. In Französisch, der Muttersprache der Gründerin Julie Billiart, steht dort jetzt eingeritzt: "Alles für Christus durch Maria". Ihre Tracht bleibt gleich.

Ewige Gelübde – daran wird  sie wohl noch nicht gedacht haben in jener Nacht nach ihrem ersten Besuch in Vechta. "Die Schwestern hatten mir die Biografie der Julie Billiart mitgegeben. Ich habe sie in einer Nacht durchgelesen und ganz oft Ausrufezeichen an den Rand gemacht. Weil es mich so faszinierte."

Weltweit etwa 2.000 Schwestern

Schwester Ethel Maria Kollenberg (40) stammt gebürtig aus Schapen im Emsland. Vor neun Jahren trat sie in Orden Schwestern Unserer Lieben Frau ein. Die Lehrerin für Mathematik und Religion ist die zurzeit jüngste Ordensfrau der Deutschen Ordensprovinz, die 2008 aus dem Zusammenschluss der Provinzen Coesfeld, Vechta und Mülhausen gebildet wurde. Weltweit zählen die Schwestern Unserer Lieben Frau mit Niederlassungen auf allen Kontinenten der Erde etwa 2.000 Schwestern mit endgültigen Gelübden. Rund 200 Novizinnen und Juniorinnen bereiten sich derzeit auf die Gelübde vor.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Orden

Text: Michael Rottmann | Foto: Michael Rottmann in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
27.08.2012

    1. Übersicht: Orden

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Anzeigen-Sonderthema


Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand