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17.12.2018
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Bruder Gereon Henkhues.

Bruder Gereon Henkhues am Eingang zur Krypta der Weseler Engelkirche.

Von Jesus geführt

Gereon Henkhues wirkte 15 Jahre in Wesel als Seelsorger

Wesel. "Freunde sucht man sich aus, Brüder hat man." Dem geflügelten Wort des französischen Philosophen Ralf Follerau folgte Bruder Gereon Henkhues zuletzt in seiner Verabschiedungsrede in der Kirche Zu den Hl. Engeln im Weseler Ortsteil Fusternberg. Mehr als 15 Jahre war er das Gesicht der Gemeinde, wirkte als Gemeindereferent und Diakon, unterstützte Ferienfreizeiten, betreute Schulgottesdienste, begleitete Exerzitien und Einkehrtage, arbeitete mit KAB und KFD zusammen. Er gründete und leitete den Chor "Tau".

Die Brudergemeinschaft der Canisianer ist seit 50 Jahren zu seiner Familie geworden. Insgesamt besteht die Gemeinschaft nur aus 33 Brüdern. Mit Ausnahme von zwei Brüdern, die in Mexiko tätig sind, ist die Brüdergemeinschaft der Canisianer sonst nur in Deutschland vertreten. Es gibt sogar – sehr zur Freude von Bruder Gereon – vier junge Novizen.

In Wesel lebte Gereon in einem kleinen Appartement. Hier empfing er Bittsteller, Zweifelnde und Suchende zu langen Gesprächen. Die Wohnung stellte gewissermaßen eine Außenstelle des Canisianer-Konvents in Kevelaer dar, zu dem er sich jeden Mittwoch auf den Weg machte, um mit seinen Brüdern den Gedankenaustausch zu pflegen und einen gemütlichen "Familienabend" zu verleben. Hier holte er sich die Kraft, die er für seine Aufgaben, die sowohl die Seelsorge als auch die Sozialarbeit umfassten, brauchte.

Nun wird er im Alter von 69 Jahren die Rheinstadt verlassen und nach Vreden ziehen, um ganz in einem Konvent, dem dortigen Herz-Jesu-Kloster, zu leben – so wie er sich das immer gewünscht hat. Aber er tritt damit keineswegs in den Ruhestand ein. In Vreden  wurde dringend ein Diakon und Seelsorgehelfer gesucht, und Gereon sagte spontan zu.

Ihn locken neue Aufgaben bei der Caritas und der Kirchengemeinde St. Georg, Vreden. Wie bisher im Zeugnis lebendigen Glaubens, im brüderlichen Dienst, in der Sorge für die Bedürftigen, so wie es die Ordensregel verlangt. "Aufbruch gehört zur Spontaneität, die von Ordensleuten seit jeher gefordert ist", sagt Bruder Gereon. Immer wieder dorthin zu gehen, wo man gebraucht wird.

So wie damals, als er von Leinefelde in Thüringen, wo er drei Jahre lang am Gemeindeaufbau Ost beteiligt gewesen war, zur Engelkirche kam, um Pfarrer Köster zu unterstützen. Dennoch: "Loslassen tut weh!" Es mischt sich Bedauern in seine Freude auf die Zukunft. Der Ort Engelkirche habe ihn von Anfang an tief berührt, und es falle ihm nicht leicht, den Fusternberg zu verlassen.

Jahrelang hatte er sich der geschichtlichen Aufarbeitung der Engelkirche gewidmet, die im Krieg zur Zuflucht für 150 Menschen wurde, auf der Suche nach Schutz vor dem Bombenhagel im ehemaligen preußischen Fort. Sie waren verschont geblieben, weil eine Zehn-Zentner Bombe nicht explodierte.

Mehr als 6.000 Leute folgten Bruder Gereon bei seinen Kirchenführungen. Zudem leitete er die Redaktion eines Buches, das zum 50. Weihetag der Kirche im Februar 2008 herauskam: "Friedenskirche zu den Heiligen Engeln – Vom Kriegsbollwerk zum Friedenshaus".

"Ich fühle mich von Jesus geführt!" Bei Bruder Gereon sind es keine leeren Worte. Sein Lebensweg war nicht einfach. Als Waise kam er ins Kinderheim und wuchs später bei einer Pflegefamilie auf, denn die Mutter war bei der Geburt gestorben, der Vater im Zweiten Weltkrieg gefallen. Schon früh entschloss er sich, bei den Canisianern zu leben und fortan den Gelübden der Armut und Ehelosigkeit zu folgen.

Im Alter von 19 Jahren nahm ihn die Gemeinschaft auf. Dort erhielt er eine umfassende Bildung, 1966 erwarb er die Bildungsreife für die Höhere Fachschule und machte anschließend die Ausbildung zum Sozialarbeiter. 1971 erwarb er das Diplom.

Viele Stationen prägten seinen Lebensweg. Zunächst als Sozialarbeiter in Neuss und Münster, dann am "Gasthaus" des Geistlichen Zentrums Recklinghausen für Arme und nicht Sesshafte. Stets hat sich Bruder Gereon dem Leiden der Menschen gestellt. Er kam zur Überzeugung: "Wo die Not groß ist, ist das Rettende nah!" (Martin Buber).

Mit fast 60 Jahren überstand er eine zunächst als aussichtslos eingestufte Krebs-Erkrankung. Damals entschloss er sich, Diakon zu werden. "Mein Leben war eine einzige Errettung", versichert er. Die Gemeinde hat zum Abschied ein Fazit gezogen: "Gereon, du hast den Menschen Gott näher gebracht." Über dieses Lob hat sich Bruder Gereon sehr gefreut.

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  1. undefinedPersonalie: Bruder Gereon Henkhues wechselt nach Vreden (01.07.2012)

Text: Martha Agethen | Foto: Martha Agethen in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
06.08.2012

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