
Katholische Haupt- und Realschulen in Niedersachsen können sich zu Oberschulen wandeln.
Prälat Bernard: Angemessene Weiterentwicklung
Niedersachsen: Landtag ermöglicht katholische Oberschulen
Hannover / Oldenburger Land. Der Niedersächsische Landtag hat die Umwandlung katholischer Konkordatsschulen in Oberschulen ermöglicht. Am Dienstagabend (17.07.2012) stimmten 81 Abgeordnete mit Ja, 70 lehnten die Änderung des Konkordats zwischen dem Land Niedersachsen und dem Heiligen Stuhl ab. Abgeordnete der schwarz-gelben Koalition plädierten für die Änderung, SPD, Grüne und Linke dagegen.
Der Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, Prälat Felix Bernard, sagte, die Gesetzesänderung ermögliche eine angemessene Weiterentwicklung der Konkordatsschulen. Zugleich bedauerte er, dass die Änderung keine breitere Zustimmung im Parlament gefunden habe.
Damit kann jetzt an den 15 Konkordatsschulen in Niedersachsen nach dem Beispiel der öffentlichen Schulen ein Gymnasialzweig geführt werden. Die Umwandlung der bisherigen Haupt- und Realschulen beginnt mit den Jahrgängen 5 und 6. Die Verträge hatte das Landeskabinett am 20.03.2012 beschlossen. Am 08.05.2012 hatten der Apostolische Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Périsset, und Ministerpräsident David McAllister (CDU) eine Vertragsänderung zum Niedersachsenkonkordat von 1965 unterschrieben.
Kritik der Opposition
Die seit 1974 entstandenen Konkordatsschulen dürfen bis zu 30 Prozent nicht-katholische Schüler aufnehmen. Die Opposition kritisierte bei der Debatte, dass durch die Gesetzesänderung die Quote auf 50 Prozent erhöht werden darf, wenn es sich um Kinder mit Migrationshintergrund oder sonderpädagogischem Förderbedarf handle. Dies gehe am Auftrag der katholischen Ersatzschulen vorbei, argumentierte die Opposition. Die Schulen sollten deswegen nicht mehr zu 100 Prozent staatlich refinanziert werden. SPD und Grüne stehen der Oberschule kritisch gegenüber; es handle sich um eine halbherzige Konkurrenz zur Integrierten Gesamtschule.
Die Gesetzesänderung tritt zum 01.08.2012 in Kraft. Die Umwandlung ist für Schulträger nicht verpflichtend. Im Oldenburger Land sollen aber alle vier katholischen Haupt- und Realschulen zu Oberschulen werden, sagte Schulrat Heinrich Blömer im März gegenüber der Bistumszeitung "Kirche+Leben".
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Vertragsänderung zum Niedersachsenkonkordat unterzeichnet (08.05.2012)
Im Oldenburger Land künftig vier Oberschulen (06.03.2012)
Bistumshandbuch: Katholische Schulen
Dossier: Jugend
Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Norbert Ortmanns
18.07.2012
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