Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Aktuelles  >  Aus den Regionen
25.06.2018
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Auf kostbarer Seide wird Helena, die Mutter Konstantins des Großen, in kunstvoller Stickerei dargestellt.

Auf kostbarer Seide wird Helena, die Mutter Konstantins des Großen, in kunstvoller Stickerei dargestellt.

Entdecker-Tour: Im Zeichen des Kreuzes

Die Helena-Darstellung im St.-Viktor-Dom Xanten

Xanten. Die Frau strahlt königliche Würde aus. Sie steht auf einem goldenen Wiesengrund mit vielen Blütenpflanzen, darunter Veilchen, Kornblume, Tränende Herzen, Nelke, Mohn. In ihrer Rechten hält sie ein aufgeschlagenes Buch, und in ihrem linken Arm lehnt ein Kreuz, das sie mit ihrem Daumen und Zeigefinger nur leicht berührt. Denn es ist das Kreuz, an dem Jesus Christus gestorben ist und das sie der Legende nach gefunden hat. Die prächtige Form der Darstellung entspricht ihrem Namen: Es ist die heilige Helena, die Mutter von Kaiser Konstantin, der mit dem Toleranzedikt von Mailand (313) die Ausbreitung des Christentums maßgeblich gefördert hatte. Helena bedeutet im Griechischen "die Leuchtende".

Aus niedrigen Verhältnissen stammend, wurde Helena 275 die Frau von Constantius Chlorus, dem späteren Mitkaiser von Diokletian. Ende des dritten Jahrhunderts ist das Leben für Christen gefährlich. Im Jahr 303 leitete Diokletian die letzte und sehr brutale Welle der römischen Christenverfolgung ein. Die Christenverfolgung war wohl vor allem der politischen Theologie der kaiserlichen Herrschaft geschuldet, die einen Glauben wie das Christentum, das ja einen Ausschließlichkeitsanspruch vertrat, nicht akzeptieren konnte. Für die traditionelle römische Auffassung waren Staat und Religion nicht zu trennen. Diese Verfolgung dauerte bis 311.

Constantius verstieß Helena, als er Mitkaiser Diokletians werden sollte, um eine standesgemäße Prinzessin heiraten zu können. Als ihr Sohn Konstantin 324 Alleinherrscher wurde, ernannte er sie zur "diva Augusta", wodurch sie eine ehrenvolle und einflussreiche Stellung an seinem Hof in Trier erhielt. Dieser Titel gab ihr nicht nur das Vorrecht, mit einem Diadem abgebildet und auf Goldmünzen geprägt zu werden. Sie nutzte ihre Vorrechte vielmehr, um unermüdlich das Christentum zu unterstützen.

Im hohen Alter von 76/77 Jahren unternahm Helena eine Reise ins Heilige Land und ließ dort auf dem Ölberg oberhalb von Getsemane eine Kirche erbauen. Der Legende nach hat sie in Jerusalem das Heilige Kreuz Christi gefunden. Die Berichte von der Auffindung veranlassten Konstantin, die Grabes- und andere Kirchen in Jerusalem sowie die Kirche Santa Croce in Gerusalemme in Rom bauen zu lassen; dort werden bis heute für echt gehaltene Gegenstände verehrt: drei Bruchstücke des Kreuzes Christi, zwei Dornen der Dornenkrone, ein Kreuznagel, ein Stück der Inschrift INRI und der Finger des Apostels Thomas, den dieser nach der Auferstehung Christi in dessen Wunde legte. Auch die Geburtskirche in Betlehem und die später zerstörte Helena-Basilika auf dem Ölberg gehen auf Helena zurück. Zudem ist sie Stifterin vieler anderer Kirchenbauten in und um Jerusalem sowie an anderen Orten.

Der Legende nach war Helena auch an der Überführung des Heiligen Rocks Jesu und der Gebeine des Apostels Matthias nach Trier beteiligt. Die Kirche St. Gereon in Köln hat Helena der Überlieferung nach über den Gräbern von Gereon und den Märtyrern, die mit der Thebäischen Legion des Mauritius den Rhein entlang gezogen waren, errichten lassen.

Die Thebäische Legion bildet auch die Brücke zu Xanten. Viktor, Märtyer und Patron der Xantener Kirche, ist der Legende nach ebenfalls Mitglied dieser Legion gewesen. Die Gründerväter dieser Kirche ließen es sich nicht nehmen, eine so prominente Heilige für sich zu gewinnen, obwohl schon rein zeitlich sicher keine Verbindung zu dem Bau des Doms und der Mutter des Konstantin zu ziehen ist.

Doch die Stiftsherren wollten sich der Fürsprachen einer Heiligen versichern, die sich bereits in den Anfängen des Christentums für den christlichen Glauben eingesetzt hatte. So ist Helena mit Viktor "Konpatronin" des Domes. Sie ist darüber hinaus in zahlreichen Skulpturen und Gemälden sowie mit einem eigenen Altar vertreten.

Das kostbare Antependium (Stoffband vor einem Altar) macht ihre Stellung noch einmal deutlich. Auf kostbarer Seide, dargestellt in kunstvoller Stickerei, ist die heilige Helena porträtiert. Das Tuch hat den Zweck, den steinernen Sockel des Hauptaltars im Hochchor des Viktor-Doms zu verzieren. Diese Form entspricht der östlichen und westlichen Darstellung, wonach die Heilige hauptsächlich im Zusammenhang der Legende um das wahre Kreuz erscheint.

Öffnungzeiten

Das Stiftsmuseum Xanten ist dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Weitere Informationen unter der Telefonnummer 02801 / 987780 sowie im Internet: www.stiftsmuseum-xanten.de.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedSpannende Reise durch die Geschichte (01.11.2011)
  2. undefinedBischof Genn eröffnet neues Stiftsmuseum in Xanten (13.05.2010)
  3. undefinedFotostrecke: Stiftsmuseum in Xanten eröffnet (13.05.2010)
  4. undefinedEinladung zu einer faszinierenden Reise (12.05.2010)
  5. undefinedHeiligenkalender: Heilige Helena (18. August)

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.stiftsmuseum-xanten.de

Text: Jürgen Kappel | Foto: Stiftsmuseum in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
28.05.2012

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Anzeigen-Sonderthema


Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand