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11.12.2018
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Bruder Isaak

Bruder Isaak Grünberger lebt seit dem Herbst im Priorat Sankt Benedikt in Damme. Er wird jetzt zum Priester geweiht, nicht in seiner Heimatabtei, sondern in der Pfarrkirche Sankt Viktor.

Die Berufung kam beim Toilette-Schrubben

Bruder Isaak wird zum Priester geweiht

Damme. Er ist Bäckergeselle. Er hat dann aber auch Sozialpädagogik und Theologie studiert. Seit 29 Jahren ist Bruder Isaak Mönch bei den Benediktinern und lebt jetzt in Damme. Was er noch nicht ist? Priester. An diesem Wochenende wird er aber geweiht. Wie kam es dazu?

Ein Ehepaar aus Florida macht Station in dem kleinen Benediktinerkonvent in Nordspanien, es ist unterwegs auf dem Jakobsweg nach Santiago. Der geplante kurze Aufenthalt bei den vier Mönchen wird länger, weil die Ehefrau erkrankt, Brechdurchfall schwächt die Pilgerin.

Bruder Isaak Grünberger ist in dem kleinen Konvent für das Backen und Kochen zuständig, aber auch für Waschen und Putzen. Jetzt galt es, die Toiletten immer wieder sauber zu bekommen. Bruder Isaak kann sich genau erinnern: "Beim Wischen des Bodens in der Toilette, beim Schrubben, da habe ich so etwas wie einen Gnadenmoment gespürt: Wenn das hier auch ein priesterlicher Dienst ist, die Toilette putzen für andere, dann kann ich ja sagen zu dieser Berufung."

Erst der Mönch

Diese Berufung – gemeint ist die Berufung zum Priester. Die lag bei Bruder Isaak zunächst nicht so nahe. Denn er lebte 29 Jahre als Brudermönch bei den Benediktinern von Münsterschwarzach, ohne Diakon oder Priester geworden zu sein.

Dann ermunterte ihn sein Abt, über den Weg ins Priesteramt nachzudenken – weil er die Begabung habe. "Die Frage hat er mir im richtigen Alter gestellt", sagt Bruder Isaak, "da war ich schon 42. Mit 26 oder 27 Jahren hätte ich nie Priester werden können, weil ich mir das nicht zugetraut hätte. Aber jetzt war ich reifer, konnte darüber nachdenken."

Gewehrt habe er sich innerlich schon, "denn ich brauchte es eigentlich nicht zu meinem Leben. Meine Mönchsprofess ist mir wichtig, weil da Entscheidendes passiert ist." Mit dem Abt und den älteren Brüdern in der Abtei gab es lange Gespräche und viele Fragen. "Die waren mir auch wichtig, die waren sehr brüderlich und ernst gemeint." Dann stimmte der Konvent zu; Bruder Isaak spricht von einer "Gnadenstunde".

Anschließend durfte sich der angehende Priester eine Auszeit nehmen von seinen Aufgaben, die er für seine Orden übernommen hatte, zum Beispiel die Leitung eines Gästehauses in Würzburg. So kam er für mehrere Wochen zu Mitbrüdern nach Korea –und für vier Monate in den Konvent am Jakobsweg in Spanien.

Die tiefe Erfahrung beim Schrubben der Toilette habe ihn an seine Wurzeln als Benediktiner gebracht: "Indem ich diene, kann ich Priester sein." Dienen, für den Konvent arbeiten – das sei ja auch in Damme so. "Wir tünchen, wir putzen, wir saugen, wir machen unsere Betten selber."

Neben den besonderen Aufgaben einzelner Brüder: Bei Bruder Isaak ist es die Mitarbeit im Gästebetrieb des Klosters, in der Seelsorge in Gesprächen. "In diesen Diensten", versichert er, "da kann ich gut Priester sein. Nicht also der Priester, der sich als das Herrle gibt, wie man bei uns in Franken sagt."

Vielleicht Altenpflege?

Dort ist Bruder Isaak als Thomas Grünberger aufgewachsen. Jeden Sonntag ging er auch in das örtliche Altenheim zum Freiwilligendienst und half in der Stationsküche: Essen austeilen und spülen, morgens bis abends. "Der Dienst hat mich unwahrscheinlich fasziniert, ich wollte immer Altenpfleger werden."

Nach dem Abschluss der Hauptschule stellte sein Vater stellte ihn vor die Wahl: Bäcker oder Metzger, denn Altenpfleger konnte man erst mit achtzehn Jahren werden. Thomas Grünberger wurde Bäcker, aber nicht unbedingt ein begeisterter.

Während seiner Lehrzeit gab es Phasen, in denen die Kirche ihm fern war. Eine Einrichtung, die ihm etwas vorschreiben wolle, so habe er sie gesehen. "Das wollte ich mir als Jugendlicher nicht gefallen lassen." Die Wende kam bei einem Oster-Kurs für Jugendliche in der Abtei Münsterschwarzach. "Rein zufällig" sei er da hineingeraten. Und sofort tief berührt gewesen: "Von den Mönchen in ihrer Klarheit, Einfachheit und Schlichtheit, aber auch in ihrer Weite und Offenheit." Die Folge war: "Ich bin dort hängengeblieben."

Und nun Damme. Nach der Auszeit in Spanien, nach der Weihe zum Priester habe eine neue Verwendung angestanden. Korea habe er mit einem Mitbruder aus Damme besucht, berichtet Bruder Isaak. "Dem habe ich am Flughafen in München, beim Umsteigen, noch gesagt: Nein, Damme wird es bestimmt nicht."

Gerne Damme

Dann sei er mit seinem Abt jedoch zu Gast gewesen im Priorat Sankt Benedikt und tief berührt gewesen von der Atmosphäre im Haus. So habe er Ja gesagt, Ja auch zu der Aufgabe, sich im Gästebetrieb und in der Seelsorge einzusetzen.

Und in der Pfarrgemeinde Damme. Für die freundliche Aufnahme dort sei er besonders dankbar. Deshalb freue er sich auch, dass seine Priesterweihe dort in der Pfarrkirche stattfinde.

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Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Franz Josef Scheeben in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
27.04.2012

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