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09.12.2016
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Sonja Wilmer-Kausch, Irmgard Neuss und Carolin Olbrich (v.l.) haben das Projekt gemeinsam auf den Weg gebracht.

Sonja Wilmer-Kausch, Irmgard Neuss und Carolin Olbrich (v.l.) haben das Projekt gemeinsam auf den Weg gebracht.

Nachbarschaft neu gedacht – Generationen in der Verantwortung

Paten-Projekt des Kolpingwerks Diözesanverband Münster

Coesfeld/Münster. Was ist mit den älteren Mitgliedern der Kolpingsfamilien, die nicht mehr am Alltagsleben aktiv teilnehmen möchten oder können? Das haben sich Sonja Wilmer-Kausch und Carolin Olbrich vom Kolpingwerk Diözesanverband Münster mit Sitz in Coesfeld gefragt. "Es geht aber nicht nur um unsere Mitglieder, sondern allgemein um Menschen, die eigentlich noch fit sind, aber vielleicht einen kleinen Anschub brauchen, um aktiv zu werden", erklärt Verbandsreferentin Wilmer-Kausch.

In Kooperation mit der Familienbildungsstätte (FBS) Dülmen und gefördert durch die Sparkassenstiftung für den Kreis Coesfeld entwickelten sie das Projekt "Kolping – Paten – Nachbarschaft". Unabhängig davon hatten sich die Referentinnen Gedanken gemacht, wie sich Menschen ansprechen lassen, die Zeit haben. "Die beispielsweise aus der Familienphase heraus sind, aber noch nicht zu den Senioren gehören", erläutert Olbrich, die für die Fachabteilung Erwachsenen- und Seniorenbildung beim Kolpingverband verantwortlich zeichnet. Es wäre doch sinnvoll, diese beiden Gruppen zusammen zu bringen.

Wie das geschehen könnte, besprachen die beiden Kolping-Referentinnen mit Irmgard Neuss, Leiterin der FBS Dülmen. "Wir haben bereits viele Senioren- und Demenzbegleiter ausgebildet und immer wieder betont, dass es vorteilhaft wäre, wenn es schon im Vorfeld ein Angebot gegeben hätte, das der sozialen Vereinsamung von Senioren gegenwirkt", erklärt sie den Ansatz.

Das neue Projekt soll dort ansetzen, wo nachbarschaftliche Sorge nicht mehr selbstverständlich funktioniert. Deshalb steht es unter dem Motto: "Nachbarschaft neu gedacht – Generationen in der Verantwortung". Aktivierende Seniorenarbeit nennt Olbrich diesen Ansatz. "Es geht darum, die Generationen zusammenzubringen". Dabei denken die Kooperationspartner an die Gruppe der über 50-Jährigen. "Sie haben aus unterschiedlichen Gründen mehr Zeit", sagt Olbrich. Und Wilmer-Kausch fügt hinzu: "Das Projekt passt in das Verständnis des neuen Ehrenamts. Die Frauen und Männer können ihr Ehrenamt sowohl zeitlich als auch inhaltlich selbst bestimmt organisieren. Wir bieten nur den Rahmen." Aber natürlich seien auch jüngere Paten jederzeit willkommen.

Als Nachbarschaft sehen die Projekt-Organisatorinnen den Bereich rund um den Kirchturm. Geplant ist es, vor Ort Ansprechpartner zu etablieren. "Das können beispielsweise interessierte Kolpingsfamilien oder Pfarrgemeinden sein, die allein oder im Team die Einsätze koordinieren und die Paten begleiten", erklärt Wilmer-Kausch.

Eine kleine Ausbildung, die entweder an einem Wochenende oder an vier Abendterminen angeboten wird, gehört zu dem Projekt. "Sie ist modulhaft aufgebaut und soll den Paten Sicherheit im Umgang mit den Senioren geben. Die Fortbildung kann den Teilnehmern aber auch persönlich einen Vorteil bringen. Sie tun etwas für sich und für andere", erklärt Neuss. Geplant seien ebenso Aufbauseminare.

Wünschenswert sei es, dass zwischen dem Paten und dem betreuten Menschen eine Beziehung aufgebaut wird, die über einen einmaligen Besuch hinausgeht. "Über ein gutes und vertrauenvolles Miteinander würden wir uns freuen. Wie das gestaltet wird, können wir im Vorfeld nicht sagen. Das entscheiden die Paten für sich", erklärt Wilmer-Kausch.

Gedanken sollten sich die Paten vor allem darüber machen, wie sie die Menschen aktivieren können. Sie könnten ihnen beispielsweise ein neues Betätigungsfeld aufzeigen. "Vielleicht weisen sie einen Senioren ein, wie man über das Internet kostenlos telefonieren kann, damit es weiterhin Kontakt zum Enkel gibt, der gerade für ein Jahr in Australien lebt", nennt die 38-Jährige ein Beispiel. Oder man besucht gemeinsam Veranstaltungen, hilft bei einfachen Dingen, die gelöst werden müssen.

"Doch das Engagement des Paten gestaltet sich so unterschiedlich, wie die Menschen, die besucht werden", betont Olbrich. Sinnvoll wäre es, wenn sich Paten und Besuchte zweimal monatlich treffen würden. "Und wenn sich mehr entwickelt, dann ist es auch gut. Allerdings sollte es zu keiner Überforderung auf beiden Seiten führen", sagt Wilmer-Kasuch. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz erhielten die Paten auch etwas zurück. "Sie erfahren Dankbarkeit, Anerkennung und Freude. Das sind Rückmeldungen aus anderen Begleitungen", erklärt Neuss.

Die drei Frauen betonen, dass dieses Projekt nicht ausschließlich für Kolpingmitglieder sei, "sondern es soll auch in andere Verbände und in die Pfarrgemeinden getragen werden".

Mit dem Projekt haben die Verantwortlichen am bundesweiten Wettbewerb "Start social" unter Schirmherrschaft von Angela Merkel teilgenommen. Aus 500 Bewerbungen hatte eine Jury die besten 100 Projekte ausgezeichnet, zu denen auch das Paten-Projekt gehörte. "Wir haben ein dreimonatiges Coaching mit dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit und Marketing erhalten", informiert Wilmer-Kausch. Aus den 100 Projekten wählte die Jury noch einmal die 25 Besten aus. "Die ersten sieben werden finanziell unterstützt", klärt Neuss auf.

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  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kolping-ms.de
  2. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.fbs-duelmen.de

Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
16.04.2012

    1. Bistumshandbuch: Kolpingwerk
    1. Dossier: Senioren

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