
Der Elferrat der Walbecker KFD-Sitzung beim Einmarsch.
Von Frauen für Frauen
KFD treibt die Stimmung auf den Höhepunkt
Geldern-Walbeck. Es hat schon etwas Aufregendes, wenn der Elferrat der Frauengemeinschaft Walbeck in den Festsaal einzieht. "Die Stimmung ist sofort auf dem Höhepunkt. Das ist so, als hätte jemand den Schalter umgelegt", sagt Martha de Ryck vom Team der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in Walbeck. Und es gibt dort noch einen besonderen Brauch: Diese Sitzung ist von Frauen für Frauen. Die einzigen Männer, die teilnehmen, kümmern sich um die Technik und die Musik. Selbstverständlich folgt der Präses der Frauengemeinschaft der Einladung zum närrischen Spektakel.
In den Neunzigerjahren, in denen der "Mütterkarneval" den Saal der Friedenseiche mit 400 Frauen füllte, kamen von Sitzung zu Sitzung immer mehr Frauen. In alten Protokollbüchern ist nachzulesen, dass 1969 Frauen aus Duisburg-Homberg regelmäßig die Sitzungen im Spargeldorf besuchten. Um der Nachfrage an den karnevalistischen Veranstaltungen gerecht zu werden, wurden kurzzeitig mehrere Termine angeboten. "Das war den Frauen zu aufwändig", beschreibt Martha de Ryck die "Hoch"-Zeiten. Die Sitzung ist ein Selbstläufer geworden. Dabei koordiniert das KFD-Team mit Silvia Thekook, Patricia Angenvoort, Birgit Schmitt, Inge Albertz, Anja Balke, Helga Leuker und Martha de Ryck "lediglich" den Programmablauf. Nachbarinnen, Kegelclubs oder Freundeskreise planen eigene Beiträge für den "Mütterkarneval", der alle zwei Jahre immer am Montagnachmittag vor Altweiber stattfindet. Der Frauenkarneval ist eine Tradition, die sich in all den Jahren gehalten hat. Heute ist es sogar die einzige närrische Sitzung im Ort.
Zurzeit bilden fünf Frauen den Elferrat, der jeweils von einem Quintett aus der 38-köpfigen Helferrunde gestellt wird. Die Närrinnenschar im Spargeldorf stellt nicht nur ein bunt kostümiertes Bild dar. Auffallend ist das Miteinander aller Altersgruppen vom Teenager bis zur Seniorin. "Frau geht in Walbeck gern zum Karneval", sagt Martha de Ryck. Beten und feiern liegen bei den Walbecker Frauen nah beieinander. Am Aschermittwoch holen sie sich das Aschekreuz in der St.-Nikolaus-Kirche. "Alles zu seiner Zeit", hält Martha de Ryck die Tradition fest.
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Text: Helena Gerbecks | Foto: privat in
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