
Johannes Büll im Garten der Dechanei in Horstmar. Das Pfarrhaus soll für alle Gemeindemitglieder offen stehen.
Offene Dechanei für die Sorgen der Menschen
Johannes Büll wird neuer Pfarrdechant in Horstmar
Horstmar. In der 125 Jahre alten Dechanei in Horstmar wohnt Johannes Büll schon seit einigen Wochen. Nur noch wenige Umzugskisten stehen unausgepackt im Büro. "Der Wohnungswechsel ging reibungslos über die Bühne. In Horstmar kann man sich wirklich wohlfühlen", sagt der 49-Jährige, der am Sonntag (12.02.2012) um 14.30 Uhr von Kreisdechant Markus Dördelmann in das Amt des Pfarrdechanten eingeführt wird.
In Horstmar gebe es gewachsene kirchliche Strukturen und aktive Verbände, hat Büll schon feststellen können. "Die Gemeinde ist im guten Sinn überschaubar. Hier ist Seelsorge mit Gesicht möglich. Wenn etwas zu organisieren ist, findet man schnell hilfsbereite Menschen, die anpacken." In seiner neuen Gemeinde wolle er die Prioritäten in der Seelsorge mit den Gremien abstecken. "Nicht der Pastor allein setzt die Schwerpunkte, sondern alle gemeinsam müssen schauen, welche neuen Impulse gesetzt werden können." Entscheidend sei die Frage, wie es gelingen könne, "in der Gemeinde den Glauben zu leben". Dieser Herausforderung müsse man sich ständig stellen.
Der aus dem niederrheinischen Emmerich stammende Seelsorger bringt für seine Aufgaben viel Erfahrung mit. 1994 wurde ihm durch die Bistumsleitung die Verantwortung als Pfarrer für die Gemeinde St. Barbara in Ibbenbüren anvertraut. Seinerzeit war er mit 31 Jahren der jüngste Pfarrer der Diözese. Später kamen die Ibbenbürener Gemeinden Herz-Jesu und St. Marien hinzu. Es folgte 2004 eine Gemeinde-Zusammenführung mit St. Michael. Vor zwei Jahren wechselte Büll nach Recklinghausen und übernahm dort als leitender Pfarrer die Gemeinde Liebfrauen.
Ein Glaubensbild ist für Johannes Büll der heilige Franziskus. Wiederholt fuhr der Seelsorger nach Assisi, um dort Kraft zu tanken für seinen Priesteralltag.
"Franziskus lebte wie wir in einer Zeit des Kirchenumbruchs. Von ihm kann man lernen, dass die Kirche nicht von Besitztümern lebt, sondern von der Glaubensfrage: Woran hängt unser Herz?" In der heutigen Zeit gelte es, dem Leben wieder eine Richtung zu geben und die Gottes- und Nächstenliebe zu entdecken. "Das ist ein spannender Weg, der sich lohnt", sagt Büll.
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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in
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