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22.05.2012
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Bischof Felix Genn im Kreis von Ehrenamtlichen, die sich in der "Kleiderstube" der Stadtlohner St.-Otger-Gemeinde engagieren.

Bischof Felix Genn im Kreis von Ehrenamtlichen, die sich in der "Kleiderstube" der Stadtlohner St.-Otger-Gemeinde engagieren.

Visitation im Dekanat Vreden

Wertschätzung für die Mitarbeit in den Gemeinden

Vreden. Zahlreiche Gottesdienste und Begegnungen mit Gemeindemitgliedern prägen die Visitation von Bischof Felix Genn in den Pfarrgemeinden in Vreden, Stadtlohn und Südlohn-Oeding. Beeindruckt war der Bischof vom ehrenamtlichen Engagement vieler Christen.

"Sie kommen heute in eine junge Gemeinde, die die Fusion schon vor einigen Jahren vollzogen hat und die auch schmerzlich die Profanierung einer Kirche erlebte." Mit diesen Worten begrüßt Dechant Guido Wachtel Bischof Felix Genn. Er wünscht ihm viele gute Begegnungen in seiner Vredener Pfarrei St. Georg. Bischof Genn entgegnet, er werde die Gelegenheit nutzen, um zu hören, was sich "in Freud und Leid bei der Zusammenführung der Gemeinden" getan habe. Es sind die ersten Tage seiner Visitation im Dekanat Vreden, wo er mit allen Priestern, Diakonen und Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten persönliche Gespräche führt und in allen Kirchen Gottesdienste feiert.

Im Heimathaus Noldes in Ammeloe kommt der Bischof mit 60 Mitgliedern der Ortsausschüsse zusammen, die sich nach der Gemeinde-Zusammenführung 2007 in den Ortsteilen gebildet hatten. Bischof Genn erläutert die Gründe der strukturellen Neuordnung: "Wir befinden uns zurzeit im gewaltigen Umbruch. Es geht um den Erhalt des gemeindlichen Lebens vor Ort bei einer größeren Gemeindestruktur."

Bischof Felix Genn begrüßt die älteste Einwohnerin Stadtlohns, Anna van Bömmel (99).

Ortsausschüsse gebildet

Dechant Wachtel erklärt die Funktion der sechs Ortsausschüsse. "Sie wurden gebildet, damit jede Gemeinde Ansprechpartner vor Ort hat. Es handelt sich dabei um ehemalige Kirchenvorstands- und Pfarrgemeinderatsmitglieder, die mit den gewählten Kandidaten dieser Gremien, weiteren Ehrenamtlichen und dem Seelsorger des Orts die Lebendigkeit der jeweiligen alten Gemeinde erhalten und unterschiedliche Aufgaben haben. Vor allem geben sie Impulse an die neuen Leitungsgremien und leiten die Informationen des Gesamtgremiums weiter."

Alle fünf Vredener Dörfer – Ammeloe, Ellewick-Crosewick, Lünten, Oldenkott-Wennewick und Zwillbrock – haben einen eigenen Ortsausschuss, und für das Stadtgebiet Vreden wurde aus den ehemaligen Gemeinden St. Marien und St. Georg von Anfang an ein gemeinsamer Ortsausschuss gebildet.

"Zu unserem Ortsausschuss gehören 15 Mitglieder. Bei den Versammlungen stehen Gemeindethemen im Mittelpunkt. Wir haben auch einen Beauftragten für die kirchlichen Gebäude und einen Beauftragten für den Friedhof", sagt Michael Resing aus Ammeloe.

Ludger Holtmann von der ehemaligen Ellewicker-Crosewicker Gemeinde hebt hervor, dass es für die Dorfgemeinden besonders wichtig sei, Ansprechpartner vor Ort zu haben und die eigenen Traditionen zu bewahren.

Dem stimmen auch die Mitglieder des Ortsausschusses Lünten zu. Sie verweisen darauf, dass es immer noch schwierig sei, ein Glied in einer so großen Gemeinde zu sein. "Zum Ortsausschuss Zwillbrock gehört auch ein Mitglied aus den Niederlanden, da die Niederländer aus dem Nachbardorf auch die Gottesdienste in der Barockkirche besuchen", erklärt Karl-Heinz Orriens die Bedeutung der Grenzregion.

Ria Sönnekes betont, dass es bei der Zusammenführung von Gemeinden darauf ankomme, dem Pfarrer Rückhalt zu geben, "damit er die nicht immer leichten Aufgaben auch durchstehen kann".

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Jutta Winkelhaus macht deutlich, dass der Abschied von der St.-Marien-Kirche schmerzhaft gewesen sei. Jetzt gehe es darum, den sakralen Gegenständen aus der Marienkirche einen neuen Platz in den anderen Kirchen von St. Georg zu geben. "Im Rahmen der Fusion hätten wir uns mehr Unterstützung durch das Generalvikariat gewünscht. Ein Fahrplan des Bistums wäre gut gewesen. Das Miteinander in der neuen großen Gemeinde hat gedauert. Ich fände es gut, wenn das Ehrenamt noch mehr Wertschätzung erfahren würde", sagt Jutta Winkelhaus.

Bischof Genn entgegnet, dass sich das Gemeindeleben vor Ort mit dem der anderen Gemeinden verbinde müsse. Vreden sei in diesem Sinn ein gutes Praxisbeispiel, das er weiterempfehlen könne. Er habe hohen Respekt vor dem Ehrenamt, doch jeder solle sich auch Grenzen setzen. Künftig seien Qualifizierungen für ehrenamtliche Dienste geplant. – Wenige Tage später besucht der Bischof Genn die St.-Otger-Gemeinde in Stadtlohn. Frühmorgens betet er die Laudes. Es folgen ein Schulgottesdienst mit den Schülern der St.-Anna-Realschule, Gespräche mit den Seelsorgern, dem Bürgermeister Helmut Könning und weiteren Vertretern der Stadt, mit Mitarbeitern von Hülsta, dem größten Unternehmen der Stadt. Nach einer Wortgottesfeier in der St.-Joseph-Kirche führt der Bischof ein Glaubensgespräch mit 170 Interessierten, bei dem er die pastorale Situation seiner Diözese erläutert.

Auch am nächsten Tag in Stadtlohn gibt es Gespräche und Begegnungen "rund um die Uhr". Zeit für Besinnung findet der Bischof beim Angelus-Gebet um 12 Uhr in der Krypta der St.-Otger-Kirche und im Gebet der Sext aus dem Stundenbuch der Kirche.

Im Krankenhaus Maria Hilf werden dem Bischof die neuen Räume des Erweiterungsbaus vorgestellt. "Eine gelungene Symbiose aus technischem Fortschritt mit Atmosphäre und menschlicher Medizin zum Wohl der Patienten stellen die Investitionen dar", sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Saffé. Ausgebaut wurde die Radiologie mit hochmodernen Geräten, die Endoskopie sowie der Funktionstrakt mit der zentralen Ambulanz und der Notaufnahme.

Segnung der Räume im Erweiterungsbau des Stadtlohner Krankenhauses Maria Hilf durch Bischof Genn. Begleitet wurde er vom Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Saffé (links) und Pfarrer Stefan Jürgens. Geschaffen wurden unter anderem Räume für die zentrale Ambulanz.

Dienst am Nächsten

Bischof Genn erinnert an den Auftrag der Christen, Kranke zu pflegen und Trost zu geben. "Christen haben von Anfang an die Not der Menschen gesehen und gehandelt." Er segne nicht nur gern die neuen Räume, sondern er spreche auch den Segen aus für die Angestellten und für alle, die im Maria-Hilf-Krankenhaus versorgt werden.

Im nahe gelegenen Senioren- und Pflegeheim St. Josef empfangen die Bewohnerinnen und Bewohner den Bischof mit einem Marienlied. Herzlich begrüßt Bischof Genn die älteste Einwohnerin von Stadtlohn, die 99-jährige Anna van Bömmel, und spricht später in der Hauskapelle ein stilles Gebet, in dem er die Anliegen der Bewohner mit einschließt.

Den nächsten Halt macht der Bischof im Elisabeth-Hospiz. Dort zeigt ihm die Leiterin des Hospizes, Sophie Hambrügge, den Raum der Stille und des Gebets. "Sterbebegleitung heißt in erster Linie Dasein für den kranken und sterbenden Menschen, Zeit haben, reden, schweigen, zuhören." Sichtlich beeindruckt vom Dienst an den sterbenden Menschen sagt der Bischof: "Die Hospizarbeit ist die Antwort der Christen auf die Forderungen nach einer aktiven Sterbehilfe."

Der weitere Nachmittag steht ganz im Zeichen der Caritas-Arbeit, die in der St.-Otger-Gemeinde von vielen Ehrenamtlichen geleistet wird. In den Räumen der "Kleiderstube", wo 24 Frauen und Männer mithelfen, erklärt der Vorsitzende des Caritas-Ausschusses der Gemeinde, Engelbert Philips, das soziale Engagement, das von der ganzen Pfarrei mitgetragen werde: "Die Caritas-Sammlungen ermöglichen uns, Hilfen zur Selbsthilfe zu geben. Dort, wo wir Not sehen, möchten wir helfend tätig sein." Der Bischof dankt den Ehrenamtlichen und weist auf die Bedeutung hin, "dass die Armen inmitten unserer Gemeinden nicht vergessen werden dürfen". Hilfen seien so zu leisten, dass sich niemand schämen müsse. Caritas-Arbeit sei ein Dienst, "wo der Glaube zur Liebe wird".

In der Tafel "Tischlein deck dich – Stadtlohner helfen Stadtlohnern" erklärt Juliane Rehkamp die Notwendigkeit, günstig Lebensmittel erwerben zu können. "120 Familien sind auf unsere Hilfe angewiesen."

In der ökumenischen Abendandacht in der evangelischen Paulus-Kirche mit dem evangelischen Pfarrer Uwe Weber und Pfarrer Stefan Jürgens spricht der Bischof von der Notwendigkeit einer vertiefenden Ökumene: "Besonders wichtig sind mir die Gebete um die Einheit der Christen."

Noch spät am Abend kommt der Bischof im K-Punkt mit Vertretern der Stadtlohner Eine-Welt-Gruppen zusammen, um über deren Projekte und Erfahrungen in der Partnerschaftsarbeit zu sprechen.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDossier: Bischof Felix Genn
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterDokumentiert: Predigt von Bischof Genn zur Eröffnung der Visitatur im Dekanat Vreden (15.02.2012)

Text: Annegret Rolvering, Johannes Bernard | Fotos: Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
06.02.2012

    1. Dossier: Bischof Felix Genn

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