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22.05.2012
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Regionalbischof Wilfried Theising (links) besichtigte mit Pfarrer Wieslaw Zglinnicki das alte Taufbecken in Menzelen-Ost.

Regionalbischof Wilfried Theising (links) besichtigte mit Pfarrer Wieslaw Zglinnicki das alte Taufbecken in Menzelen-Ost.

Fragen der zukünftigen Fusion

Regionalbischof Wilfried Theising macht den Christen Mut

Wesel. Drei katholische Gemeinden am Niederrhein sind gut trainiert im Aufbau einer übergeordneten Seelsorgeeinheit. Seit sieben Jahren arbeiten die Gemeiden Büderich, Ginderich und Menzelen-Ost eng zusammen. Längst hat man sich "zusammengerauft". Seit einem Jahr wissen die Menschen, dass eine weitere Fusion bevorsteht. Doch bezüglich des Prozedere gibt es viele offene Fragen.

So freuten sich die Mitglieder der Kirchenvorstände, Gemeinderäte und des Seelsorgerats, dass Regionalbischof Wilfried Theising im Rahmen einer Visitation der Seelsorgeeinheit nach seiner zehnstündigen Rundreise durch die Gemeinden noch Zeit für ein Gespräch fand, bei dem manche Sorgen auf den Tisch kamen. Die Vernunft und Gelassenheit, mit der Weihbischof Theising auf Fragen im Gremium einging, übertrug sich trotz der ungewissen Situation auf die Anwesenden im Gemeindehaus St. Peter Büderich.

Theising empfahl möglichst viel Eigeninitiative bei der Gestaltung des Prozesses. Im Rahmen einer Befragung hatten sich die Mitglieder der Seelsorgeeinheit im Frühjahr dafür ausgesprochen, zukünftig eine Fusion mit Alpen statt mit Wesel am rechten Niederrhein einzugehen. Pfarrer Dietmar Heshe aus Alpen wird die Zusammenführung übernehmen.

Stefan Döring vom Öffentlichkeitsausschuss glaubt: "Berührungsängste sind gemindert worden. Allgemein wurde die Einsicht gewonnen, dass eine Fusion unvermeidbar ist." Diese soll bis spätestens 2018 abgeschlossen sein. Bis auf wenige Einzelstimmen herrschte am Mittwoch jedoch die Auffassung, es sei vorteilhafter, dies nicht unnötig lange zu verschleppen.

Auch der Weihbischof unterstützt diese Meinung. Gemeinderatsvorsitzende Barbara Pöll aus Ginderich sprach den meisten Anwesenden aus dem Herzen. "Der Weg wird nicht einfacher, wenn wir es auf die lange Bank schieben!" Den derzeit erreichten, "angenehmen" Zustand noch ein paar Jahre aufrechtzuerhalten, hieß es auf der anderen Seite. Jedenfalls empfiehlt der Weihbischof, die bevorstehenden Wahlen zunächst auszusetzen, damit keine parallelen Strukturen nur für kurze Zeit aufgebaut würden. "Es hat keinen Sinn, wenn der Zug schon in Bewegung ist, noch neue dazu zu holen", sagte Theising. Er ermutigte die Gemeinden, den Zeitpunkt der Fusion selbst festzulegen: "Sie müssen sich mit den Alpenern an einen Tisch setzen." Theising deutete an, dass die Pfarrgemeinderäte aus allen vier Bezirken künftig paritätisch besetzt würden – eine Chance für kleine Gemeinden. Ängste, auf der Strecke zu bleiben, würden dadurch relativiert.

"Vieles brennt den Menschen auf den Nägeln", sagte Hanne Gardemann vom Seelsorgerat. "Manche von uns empfinden sich inzwischen als eine Art ›heiliger‹ Rest." Werde es bald noch eine Seelsorge mit Gesicht geben? Die größten Sorgen gelten garantierten Gottesdiensten. Die Geistlichen wollen vor Ort bleiben, weiß der Weihbischof. Priester müssten jedoch von Verwaltungsaufgaben entlastet werden und diese Bereitschaft auch aufbringen.

Am Niederrhein gebe es auch mehr als genügend aktive und emeritierte Priester, die ebenso wie er selbst notfalls beim Gottesdienst einspringen könnten. Die Genehmigung, notfalls einen Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung abzuhalten, erteilte der Weihbischof dagegen nicht. Eine Eucharistiefeier sei unabdingbar. Viel Applaus bekam er für sein Fazit: "Wir wollen die Situation möglichst so halten, wie sie ist."

Grundsätzlich hatte Theising bei seinem Besuch vor Ort viele hoffnungsvolle Akzente in Kindergärten, Schulen, in der Seniorenarbeit und den Kirchen vor Ort erlebt. Auf dem Land genieße Kirche noch ein hohes Ansehen und sei auch in einem lebendigen Sinn mit den Vereinen verzahnt. "Es ist hier natürlich nicht alles wie in Kevelaer", schmunzelte Theising. "Doch wir sind zu sehr auf das fixiert, was negativ ist. Die positive Seite, dass die Zahl der Ehrenamtlichen wächst und wächst, sehen wir kaum." Die Zahl der Kirchenaustritte sei übrigens 2011 wieder stark rückläufig nach dem steilen Anstieg wegen der Missbrauchsfälle in 2010.

Eine weitere Frage galt dem Einsatz von Ehrenamtlichen. Gardemann wollte wissen, wie die Bischofskonferenz zum Einsatz geschiedener Gemeindemitglieder als Kommunionhelfer oder Lektoren stehe. Es komme auf die Art der Mitarbeit an, überlegte Theising.

Man solle bei Wahlen genau schauen, wie jemand positioniert sei. "Wir wollen niemanden verheizen."

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Weihbischof Wilfried Theising
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Pfarreien im Bistum Münster

Text: Martha Agethen | Foto: Armin Fischer in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
06.02.2012

    1. Bistumshandbuch: Theising, Weihbischof Wilfried

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