
Die achtjährige Beena lebt in der Obhut der Schwestern des Ordens "Dienerinnen der Armen". Ihre Ausbildung wird über eine Patenschaft finanziert.
Zukunft in Indien
"Dienerinnen der Armen" errichten Mädchenheim
Oelde. Am Standort der Gründung des Ordens "Dienerinnen der Armen" in Pattuvam, Kerala / Indien, wurde in den vergangenen anderthalb Jahren ein Heim für 60 Mädchen errichtet, die von ihren Familien aus verschiedenen Gründen verlassen wurden. Ende 2011 fand die offizielle Eröffnung des neuen Heims statt. Gebaut werden konnte es dank vieler Spenden regelmäßiger Förderer des Ordens, aber auch mit Hilfe von Fördermitteln der Bundesrepublik Deutschland.
Nun ist es Aufgabe des Ordens und des Vereins "Hilfswerk Schwester Petra" den Unterhalt des Gebäudes, vor allem aber der Kinder, durch weitere Spenden zu gewährleisten. Der Verein arbeitet satzungsgemäß zur Unterstützung des Ordens "Dinasevanasabha – Dienerinnen der Armen". Dieser Orden wurde von der in Oelde geborenen Schwester Petra Mönnigmann 1969 in Indien gegründet.
Neues Zuhause
"Das neue Heim ist das Zuhause von jungen Mädchen, die aus Familien stammen, deren Leben von Analphabetismus, Arbeitslosigkeit, tiefer Armut und mangelhafter Hygiene und Ernährung geprägt ist. Häufig gehören sie Bevölkerungsgruppen an, die trotz einiger politischer Bemühungen immer noch zu den Unterdrückten und Ausgebeuteten zählen", erläutert Andrea Stahnke vom Hilfswerk Schweser Petra.
Die Mädchen hätten in diesen Gruppen einen äußerst geringen Stellenwert und würden von ihren Familien meist nur als Belastung betrachtet. "Oft haben sie keine andere Möglichkeit, als sich auf offener Straße als Bettlerinnen oder mit niedrigsten Arbeiten oder sogar mit Prostitution durchzuschlagen", beschreibt Stahnke die Lebenssituation der Mädchen vor Ort.
In dem neuen Haus könnten sie ein lebenswertes und würdevolles Leben führen, erhielten Nahrung, ein Dach über dem Kopf und eine ordentliche Schulbildung. "In den Werkstätten der Konvente werden sie angeleitet, wie sie aus eigener Kraft für ihren Lebensunterhalt sorgen können." Häufig werde ihre Ausbildung über Patenschaften aus Deutschland finanziert.
Eines der Mädchen, das ein neues Zuhause gefunden hat, sei die achtjährige Beena. "Ihre Mutter nahm sich vor zwei Jahren das Leben, ihr Vater ist psychisch krank. Einige Zeit konnten sich die Großeltern um Beena und ihren älteren Bruder kümmern. Aber nach dem Tod des Großvaters war die Großmutter mit dieser Aufgabe überfordert und gab Beena zu den Schwestern in Pattuvam", berichtet Stahnke.
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Text: Bernd Schumacher | Foto: Archiv in
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