
Mitglieder des Arbeitskreises Bernhard Poether der St.-Clemens-Gemeinde in Münster-Hiltrup vor der Gedenktafel für den Priester: Im Seitenaltar der St.-Clemens-Kirche befindet sich das Urnengrab Poethers, vor dem die polnische Generalkonsulin Jolanta Róza Kozlowska (links) einen Kranz niedergelegt hat.
Arbeitskreis für den Priester Bernhard Poether
Erinnerung an einen mutigen Glaubenszeugen
Münster-Hiltrup. Da niemand von Bernhard Poethers Familie mehr lebt, ist es seine alte Gemeinde, die sein Andenken bewahrt und nun wie seine Familie auftritt. So beschreibt Pfarrer Ewald Spieker den Einsatz eines Arbeitskreises der Kirchengemeinde für den Priester Bernhard Poether. Ein Denkmal in St. Clemens Münster-Hiltrup und seine Grabstätte in einem Seitenaltar der Kirche spiegeln die Wertschätzung für das Wirken des jungen Manns, der am 5. August 1942 im Alter von 36 Jahren im KZ Dachau an den Folgen der Haft gestorben war.
Grund für die Verhaftung Bernhard Poethers im September 1939 war sein Eintreten für die polnische Minderheit im Ruhrgebiet, wo er als Kaplan in Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop tätig war. Nach einem Gefängnisaufenthalt in Bottrop wurde er zunächst für ein Jahr ins KZ Sachsenhausen, dann nach Dachau deportiert, wo er 15 Monate später entkräftet starb. Die Urne mit seiner Asche wurde 1984 vom Alten Friedhof in Hiltrup in die St.-Clemens-Kirche umgebettet.
Außer dieser Ehrung erinnern Straßennamen in Bottrop und Hiltrup an Poether, in Bottrop darüber hinaus ein "Stolperstein" des Künstlers Gunter Demnig, in Polen eine Gedenktafel des Polnischen Bundes. Und in St. Clemens Hiltrup wurde im vergangenen Jahr eine Gedenktafel für den Hiltruper Priester angebracht. 2012 jähren sich die Priesterweihe Poethers zum 80. Mal, sein Tod zum 70. Mal.
Der Arbeitskreis Bernhard Poether, der vor zwei Jahren von Ewald Spieker gegründet worden ist, will aus diesem Anlass eine biographische Schrift über Poether herausgeben und zu den Stätten seines Wirkens fahren. Am 80. Jahrestag der Primiz Poethers in seiner Heimatgemeinde St. Clemens, dem 26. Dezember 2012, wird Bischof Felix Genn in Hiltrup ein Pontifikalamt feiern. Der Arbeitskreis, der 16 Mitglieder hat, trifft sich durchschnittlich alle zwei Monate.
Poether, der sein Abitur am Paulinum gemacht und in Münster und Freiburg studiert hatte, lernte Polnisch und Russisch, weil er in den slawischen Ländern als Missionar arbeiten wollte. Seinen Kelch zieren deswegen auch ein russisches Kreuz und Sätze in russischer Sprache, unter anderem das Bekenntnis "In diesem Zeichen wirst du siegen". Dieser Wahlspruch Poethers findet sich auch als Motto auf der Gedenktafel in St. Clemens. Der Kelch und das Messgewand Poethers sind erhalten.
Eine besondere Ehrung wurde Bernhard Poether nun durch den polnischen Staat zuteil, denn die polnische Generalkonsulin Jolanta Róża Kozłowska hat an seinem Grab in der Kirche einen Kranz niedergelegt. Pfarrer Ewald Spieker betonte die Bedeutung dieser Auszeichnung, denn "dieser Besuch ist wohl die erste offizielle Ehrenbezeugung des polnischen Staats" gegenüber Poether.
Spiekers Dank erwiderte die Generalkonsulin, die Münster schon lange und gut kennt, indem sie den Einsatz des Arbeitskreises würdigte: "Ich danke Ihnen für diese wichtige Arbeit." Sie erinnerte daran, dass "Dachau auch das Grab von Tausenden polnischer Staatsbürger", außerdem vieler polnischer Priester sei, und rief in Hiltrup dazu auf, "dass man seinen Namen nicht vergisst und sein Werk auch weiter pflegt".
Text: Claudia Maria Korsmeier | Foto: Claudia Maria Korsmeier in
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