
Andreas Hagemann vor seinem Bild, das den Christus-Glauben deutlich macht. "Hinabgestiegen in das Reich des Todes" bezeichnet der Seelsorger das Werk, das zugleich den Beginn der Auferstehung symbolisiert.
Größere Gemeinde erfordert Arbeitsdisziplin
Andreas Hagemann ist neuer Pfarrer in Bocholt
Bocholt. Als leitender Pfarrer für die Seelsorgeeinheit Bocholt-Süd wird Andreas Hagemann am Sonntag (29.01.2012) um 15 Uhr in der Kirche St. Josef eingeführt. Eine Aufgabe wird die Fusion dreier Gemeinden sein.
In die Seelsorgeeinheit mit den Gemeinden Ss. Ewaldi, St. Josef und Maria Trösterin mit insgesamt mehr als 15.000 Gemeindemitgliedern kommt Andreas Hagemann gern: "Es gibt ein sympathisches Seelsorgeteam. Ich habe in Bocholt schon viele aufgeschlossene und freundliche Menschen kennen gelernt, und die Lösung der Strukturfragen ist auf einem guten Weg."
Der 40-jährige Seelsorger weiß um die Veränderungen kirchlichen Lebens, die für ihn selbst eine Veränderung bedeuten: "Ich wäre natürlich noch längere Zeit in Greven geblieben, wenn dort nicht ebenfalls eine Gemeinde-Zusammenführung zu einer großen Stadtpfarrei auf den Weg gebracht worden wäre", sagt Hagemann, der sich Anfang Januar von seiner St.-Lukas-Gemeinde in Greven verabschiedete, wo er vier Jahre leitender Pfarrer war.
In der Seelsorgeeinheit im Bocholter Süden ist von den Kirchenvorständen, den Gemeinderäten und einer Steuerungsgruppe schon einiges für die Zusammenführung vorbereitet worden, die zeitnah erfolgen soll. Pfarrkirche wird St. Josef sein, wo sich 1901 die drittälteste Pfarrgemeinde Bocholts bildete. Im Lauf der Zeit erfolgten die Abpfarrungen Ss. Ewaldi (1934) und Maria Trösterin im Ortsteil Mussum (1952). Das Pfarrgebiet der neu zu bildenden Pfarrgemeinde stimmt daher wieder mit dem ursprünglichen Gebiet der Pfarrgemeinde St. Josef überein.
Die Aufgabe eines leitenden Pfarrers erfordert Arbeitsdisziplin und Freizeitdisziplin, sagt Hagemann nach seinen Erfahrungen mit der Gemeinde-Zusammenführung in Greven und seiner Zeit als Kaplan in Rheine, wo er im Zug der Zusammenführung von St. Antonius und St. Ludgerus kurzzeitig die Pfarrverwaltung übernommen hatte. "Man muss mit seinen Kräften haushalten und stringent Aufgaben angehen. Das Planen der Freizeit wird dann wichtiger", sagt der gebürtige Ibbenbürener. Auch Absprachen im Seelsorgeteam erleichterten die Schaffung von Freiräumen.
Mit den Gemeindemitgliedern möchte Hagemann die Veränderungen der Volkskirche angehen und eine Kirche vor Ort bilden, die offene Türen hat: "Christen bilden eine Gruppe mit Ausstrahlung, die auf andere anziehend wirkt. Gemeinde muss in die Weite wirken und auf andere zugehen, dabei aber selbst in die Tiefe gehen und lebendige Zellen des Glaubens bilden."
Seit vielen Jahren gehört Hagemann der Schönstatt-Priestergemeinschaft an, und schon seit längerem ist er Diözesanpräses der Schönstatt-Bewegung sowie Rektor der Schönstatt-Kapelle in Emsdetten. "Diese Aufgaben übe ich gern weiter aus. Sie sind für mich ein Teil meiner Freizeit, weil sie zu meiner geistlichen Beheimatung gehören."
Nun wolle er rasch in Bocholt heimisch werden und möglichst noch in diesem Jahr an der traditionellen Bocholter Fußprozession teilnehmen.
Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in
Kirche+Leben
27.01.2012
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