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22.05.2012
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Bischof Bernhard Johannes Bahlmann, erster Bischof des neuen Bistums Óbidos in Brasilien.

Bischof Bernhard Johannes Bahlmann, erster Bischof des neuen Bistums Óbidos in Brasilien.

Aus Visbek stammender Bischof Bahlmann im Interview

"Es gibt viel zu tun"

Óbidos/Visbek. Im brasilianischen Óbidos wurde jetzt die Erhebung der gleichnamigen Prälatur zur kirchenrechtlich selbstständigen Diözese gefeiert. Bischof des neuen Bistums ist der aus Visbek im Oldenburger Münsterland stammende Johannes Bahlmann. Im Interview mit der Bischöflichen Pressestelle Würzburg bewertet er rückblickend dieses Ereignis und erklärte darin die besondere Rolle der Bibel im Alltag seiner Gläubigen und nennt die aktuellen Herausforderungen seines Bistums.

Seit Samstag, 21. Januar, ist die ehemalige Prälatur Óbidos Bistum und damit kirchenrechtlich selbständig. Was verbinden Sie als verantwortlicher Bischof mit diesem Ereignis?

Bischof Johannes Bahlmann: Dieser Schritt bedeutet für uns eine besondere Verantwortung. Gleichzeitig geht mir durch den Kopf, dass wir die Erhebung zum Bistum auch als Sprungbrett nutzen sollten, um unsere Seelsorge zu verbessern, die Evangelisierung neu aufzugreifen und die anderen vielfältigen Aufgaben anzugehen. Zum Beispiel geht es darum, die Gemeinden im Glauben zu stärken. Es gibt also viel zu tun.

Im Gottesdienst wird in Ihrem Bistum Óbidos nach dem Evangelium applaudiert. Mitunter gibt es Prozessionen mit Tanz, bei denen die Bibel an den Ambo gebracht wird. Welche besondere Bedeutung hat für Sie persönlich und für die Gläubigen in Óbidos das Wort Gottes?

Bischof Bahlmann: Die Bibel ist stets unser Leitfaden, an dem wir unser Leben auf Christus hin ausrichten und auf den Nächsten. Gottes Wort hilft uns, neue Wege zu finden, das Leben gut zu gestalten. Es weist uns immer wieder darauf hin, was die Notwendigkeiten und Brennpunkte in unserer Gesellschaft und innerhalb der Kirche sind.

Welche Brennpunkte sind das konkret?

Bischof Bahlmann: Es gibt mehrere "Baustellen". Zum einen unser Programm der Kinderpastoral, bei dem es um die gesundheitliche Betreuung von werdenden Müttern und Kindern im Alter bis zu sechs Jahren geht. Weiter sind wir gefragt, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie im übertragenen Sinne stehen. Hier müssen wir uns Gedanken darüber machen, in welcher Form das geschehen kann. Mit schönen Predigten allein erreichen wir sie nicht.

Womit dann?

Bischof Bahlmann: Wir müssen ein Umfeld schaffen, wo wir uns wirklich mit den Jugendlichen identifizieren, um dann gemeinsam einen Weg zu gehen. Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Eine Möglichkeit ist das Jugendprojekt in Sankt Franziskus, "Kultur des Friedens", das wir am Sonntag, 22. Januar, eingeweiht haben. Das dortige Jugendzentrum schafft an einem sozialen Brennpunkt einen Anlaufort, der auch das Interesse der jungen Leute weckt. Um aber auf die weiteren Aufgaben zurückzukommen: Eine Herausforderung ist auch die Abhängigkeit vieler junger Menschen von Alkohol oder Drogen. Deswegen haben wir die Rehabilitationseinrichtung "Fazenda de Esperança" gegründet. Ebenfalls ein Feld für kirchliches Engagement ist der Schutz der Umwelt, außerdem der Einsatz für eine gute und gerechte Politik. Nicht zuletzt müssen wir uns darüber hinaus um die Menschen kümmern, die häufig am Rand der Gesellschaft stehen. Zum Beispiel die Nachfahren der Sklaven und die Indios. Und dann sind da noch die Felder Arbeitsbeschaffung, Schulwesen und Gesundheit.

Wissen Sie auch schon etwas, was Sie von der Kirche in Deutschland her kennen und in gleicher Weise auch gerne in Brasilien umsetzen möchten?

Bischof Bahlmann: Die Organisation (lacht).

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