
Feierlich wurde Domkapitular Rolf Lohmann im Mai 2011 als Pfarrer und Wallfahrtsrektor in Kevelaer eingeführt.
Kevelaer ist ein Magnet
Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann zieht Bilanz
Kevelaer. Ja, es sei eine Herausforderung gewesen, als Wallfahrtsrektor und Pfarrer von St. Marien nach Kevelaer zu kommen. Domkapitular Rolf Lohmann ist froh und dankbar, diese Chance ergriffen zu haben, zieht er im Gespräch mit "Kirche+Leben" sein Resümee. Er habe seit Mai, als er im Rahmen einer festlichen Prozession und feierlichen Eucharistie in der Wallfahrtsstadt eingeführt wurde, viele positive Erfahrungen machen dürfen.
"Die vielen Gruppen, Einzelpilger und Besucher bringen viel mit: ihren Glauben, ihre Überzeugung, ihre Fragen, Sorgen und Zweifel genauso wie ihre Freude und ihren Dank", sagt Lohmann. "Man spürt, dass ihr Besuch ein Segen für uns ist, und das meine ich zuallererst spirituell, geistlich." Ganz besonders habe ihn gefreut zu sehen, wie viele junge Menschen sich auf den Weg zur "Trösterin der Betrübten" machen. Allein das Wort Pilgern habe bei den Menschen einen Wohlklang. Das könne man allenthalben spüren, meint der Wallfahrtsrektor.
Wallfahrt ist anziehend
Lohmann beeindruckt in besonderer Weise die Internationalität des Wallfahrtsorts. Die intensive Beziehung der Niederländer, Luxemburger und Belgier und anderer Nationalitäten, die zur "Consolatrix afflictorum" an den Niederrhein kämen. Immer wieder ist er erstaunt, wie viele Fußgruppen nach Kevelaer pilgern. "Es beeindruckt mich sehr, was die vielen traditionsreichen Fußgruppen an physischer und psychischer Kraft aufbringen, wenn sie zu uns kommen. Ihr Beispiel sollte uns zu denken geben", sagt Lohmann. Kevelaer sei nach wie vor Anziehungspunkt und Magnet zugleich. Natürlich bleibt auch Kevelaer nicht von Veränderungen verschont. Veränderungen zeigten sich in der Gesellschaft, da bliebe die Kirche dann nicht von Veränderungen verschont, ist sich der Wallfahrtsrektor sicher. Nach seiner Erfahrung kommen immer mehr Individualpilger in die Marienstadt. Menschen, die sich nicht mit einer Gruppe, sondern allein auf den Weg machen. "Diese Gruppe nimmt stark zu, so wie sich ja auch unsere Gesellschaft immer mehr individualisiert", gibt Lohmann zu bedenken. Dazu kämen viele, die auf der Suche nach Sinn und Glück seien, und die sich erhofften, in Kevelaer etwas davon zu finden. "Ihnen müssen wir gute Wegbegleiter sein, uns auf sie einstellen und entsprechende Angebote bereithalten", sagt der Domkapitular.
Gute Wegbegleiter sein
Lohmann bekräftigte ausdrücklich den Diskussionsbedarf in der Kirche. "Die Kirche muss genau hinhören", sagte er. Er wolle jedoch "Amtskirche" und "andere Kirche" nicht auseinander dividieren. "Die Kirche sind wir alle: die wir getauft sind und dadurch dazugehören", hielt er unmissverständlich fest. Er wünscht sich die Erfahrung des Alters und das Engagement der Jugend und der Familien in der Kirche. "Die Kirche ist immer nur so gut wie die Gesamtheit in ihr", lautet sein Fazit.
Kevelaer hat eine gute Zukunft. Davon ist Lohmann trotz aller schwierigen Entwicklungen überzeugt. Er sei deshalb so optimistisch, weil er sich von Gott getragen wisse. Diesen Glauben teile er mit allen Christen. Gott sei unsere Zukunft und Hoffnung, sagte er. Wenn die Christen diesen Glauben vertieften, würden auch schwierige Prozesse, die die Kirche zurzeit begleiteten, gelöst. Das gelte auch für den Fusionsprozess. Wallfahrt und Gemeinde würden sich auch in Zukunft gegenseitig stützen. Daran werde er intensiv mitarbeiten.
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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel in
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