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22.05.2012
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Wolfgang und Helga Klinke inmitten der Kinder des nicaraguanischen Kinderdorfs "Casa Padre Wasson", für das sie eine Krankenstation finanziert haben.

Wolfgang und Helga Klinke inmitten der Kinder des nicaraguanischen Kinderdorfs "Casa Padre Wasson", für das sie eine Krankenstation finanziert haben.

Eheleute Klinke unterstützen ein Kinderhilfswerk

Entwicklungshilfe: Mittel für Krankenstation gespendet

Moers. Wir unterstützen die "Kleinen Brüder und Schwestern" vor allem deshalb, weil sie Kindern aus sozialen Randgruppen Lateinamerikas den katholischen Glauben vermitteln", sagt Wolfgang Klinke.

Seit Jahren spenden er und seine Frau Helga für diese Organisation. Denn nach seiner Erfahrung wachsen die Jungen und Mädchen dort in einer liebevollen Umgebung auf und dürfen sicher sein, dass sie niemals dazu gezwungen werden, das Heim zu verlassen. Schulische Bildung und eine berufliche Ausbildung stehen neben der emotionalen Zuwendung im Mittelpunkt. "Auf diese Weise wird der Teufelskreis der Armut durchbrochen, der sonst ihr Schicksal wäre", sagt Klinke.

Der 68-jährige Rentner aus Moers unterstützt viele Hilfsorganisationen wie das Friedensdorf in Oberhausen, die SOS-Kinderdörfer oder auch die Projekte der verstorbenen Mutter Teresa. Aber das Kinderdorf "Casa Padre Wasson" in Nicaragua lag und liegt ihm besonders am Herzen. Um dort eine Krankenstation aufzubauen, spendete er 230.000 Euro.

Durch einen Jahresbericht der "Kleinen Brüder und Schwestern" erfuhr er, dass der wiedererwachte Vulkan Conception das Kinderdorf "Casa Santiago" auf der nicaraguanischen Insel Ometepe bedrohte.Um die dort lebenden Kinder aus der Gefahrenzone zu evakuieren, wurde ein Neubau des Kinderdorfs beschlossen.

Der neue Standort sollte Jinotepe sein, ein Ort, der 60 Kilometer von der Hauptstadt Managua entfernt liegt. 2007 begannen die Bauarbeiten für das neue Kinderdorf "Casa Padre Wasson", benannt nach dem Gründer der Hilfsorganisation "Unsere kleinen Brüder und Schwestern", dem Priester William B. Wasson. 500 Kindern sollte das Haus einmal Platz und vor allem Sicherheit bieten. Alles war geplant, nur der Investor für die Krankenstation fehlte noch.

Als sie von der Not der Kinder dort erfuhren, entschieden sich die Eheleute Helga und Wolfgang Klinke zu helfen. Für ihr Vorhaben ernteten sie dort helle Begeisterung. Nach mehr als einem Jahr war die Kinderklinik mit einer bebauten Fläche von 864 Quadratmetern fertig gestellt. Dabei wurde besonderes Augenmerk darauf gerichtet, dass die Unternehmen, die mit der Herstellung beauftragt waren, ihren Mitarbeitern keine Dumpinglöhne zahlten oder Kinderarbeit zuließen.

Im November des vergangenen Jahres reisten die Eheleute zur Eröffnung der Krankenstation in das Kinderdorf nach Nicaragua. Wolfgang Klinke hatte im Vorfeld versucht, Sponsoren zu finden, die bereit waren, Sachspenden für diese hilfsbedürftigen Kinder zu machen. Kein leichtes Unterfangen. Um so erfreulicher, dass vier große Koffer, voll gepackt mit Sachspenden, den Weg nach Nicaragua fanden. Darunter waren Sport- und Schreibwarenartikel sowie viele Süßigkeiten.

Die Segnung der Krankenstation war ein besonderer Tag für die Gäste wie für die Kinder. Nachdem Bischof Hombach von Granada zuerst den Gottesdienst zelebriert hatte, wurde im Anschluss daran die Krankenstation gesegnet.

Zu den Feierlichkeiten kamen auch die Familien- und Gesundheitsminister des Ortega-Regimes. Die Krankenstation wurde auf den Namen "Maria hilf" geweiht, denn nach dem Willen der Hilfsorganisation soll diese Klinik ein Hospital der Hoffnung werden. Die Moerser Eheleute hatten ein Kreuz aus bunten Glasscherben als Geschenk überreicht. Ein Geschenk, das für die zerbrochenen und verletzten Herzen der Kinder stehen soll, die in die Krankenstation kommen, um Heilung zu erlangen. Das Kreuz stammt aus dem bayerischen Wallfahrtsort Altötting, wo es von dem Wallfahrtsadministrator Prälat Limbrunner in der Gnadenkapelle der "Schwarzen Madonna" gesegnet worden war.

"Wir haben ein erschütternd armes Land kennen gelernt. Deshalb sind wir froh, dass Kinder aus verwahrlosten Familien im Kinderdorf ein neues Zuhause finden können, wo sie täglich versorgt werden", resümiert das Ehepaar aus Moers. "Wir haben zwar die Krankenstation finanziert, fühlen uns aber in mindest gleicher Weise beschenkt."

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