
Helmut Maesmanns begann seine Messdienerlaufbahn in Geldern-Walbeck. Jetzt dient er in St. Maria Magdalena.
Der schönste Dienst seines Lebens
Seit 23 Jahren ist Helmut Maesmanns Messdiener
Geldern. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: 552 Begräbnisse, 172 Taufen, sechs Goldhochzeiten, sechs Silberhochzeiten, vier Hochzeiten und viele, viele Messfeiern hat Helmut Maesmanns schon begleitet. Das weiß er auswendig und hat die Zahlen genauestens im Kopf. So ist das eben, wenn man eine Leidenschaft hat, für die man lebt: Helmut Maesmanns ist Messdiener. Und das seit 23 Jahren. Der 49-Jährige lebt in der Wohnfamilie Sadzio der Lebenshilfe in Geldern. Maesmanns arbeitet in der Schreinerei der Haus Freudenberg GmbH, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung im Kreis Kleve. Während seiner Freizeit geht er gern in die Kirche – und dient am Altar.
Freude an Tauffeiern
Was er im Rahmen seines Dienstes am liebsten mag? "Die Taufen", sagt der Gelderner. "Denn ich finde es schön, wenn die kleinen Babys in die Gemeinde aufgenommen werden." Schon als Jugendlicher freute Maesmanns sich immer, wenn ein Gottesdienstbesuch bevorstand. Die Ruhe, die das Gebäude ausstrahlt, und die Nähe zu Gott fühlen sich für ihn "richtig gut" an. 1988 nahm seine Messdiener-Laufbahn in Geldern-Walbeck ihren Anfang. Zunächst schaute er zu, merkte sich den Ablauf und diente dann selbst.
Bevor er 2004 den Altardienst in der Gelderner Gemeinde St. Maria Magdalena antrat, verbrachte er eine kurze Zeit im benachbarten Weeze. "In jeder Gemeinde funktioniert das Messedienen anders", sagt der 49-Jährige. "Die Umstellung war für mich aber kein Problem."
Seine ausgeglichene Art hat nicht nur für viele Sympathien in der Gemeinde gesorgt, sondern auch dafür, dass Maesmanns Ansprechpartner für die jugendlichen Messdiener geworden ist. "Manchmal flüstere ich ihnen im Gottesdienst zu, was als nächstes passiert und woran sie denken sollten", erzählt er. "Fehler sind aber gar nicht schlimm. Wir sind alle nur Menschen." Nur wenn es um die Sakristei geht, fordert er Disziplin von den Kindern: "Das ist ein heiliger Ort, an dem nicht laut geredet oder gelacht wird, wenn in der Kirche Menschen beten", sagt er.
Rund ein bis zwei Mal monatlich liest Maesmanns seinen Namen im Messdienerplan – vor Ort ist er jedoch viel öfter. Denn Beerdigungen sind nicht weit im Voraus zu planen, sodass ein kurzfristiger Anruf erfolgt und Helmut Maesmanns wieder im Einsatz ist. Auch dann, wenn einer seiner "Kollegen" erkrankt ist. Er übernehme diese Aufgaben schlichtweg gern und sei dadurch in der Gemeinde schon ein bisschen berühmt geworden. Während eines Gottesdienstes lauscht er am liebsten der Predigt, die zum Nachdenken anregt und ihn berührt.
Ein besonderes Erlebnis sei für ihn stets die Osternacht, bei der die Osterkerze inmitten der Dunkelheit angezündet wird. Überhaupt mag Maesmanns das Kerzenlicht sehr – und liebt es, Kreuz oder Kerze an hohen kirchlichen Festtagen tragen zu dürfen.
Eine außergewöhnliche Reise nach Rom erlebte der Gelderner Messdiener vom 9. bis 14. November 2008. Damals saß er nicht nur zum ersten Mal in einem Flugzeug, sondern begegnete auch erstmals Papst Benedikt XVI. "Er war nur 20 Meter von uns entfernt, und wir haben ihm gewunken", erinnert er sich noch genau. Weil eine weitere Leidenschaft von ihm die Pferde und das Reiten auf dem Nierspark-Hof der Caritas in Geldern ist, regte er kürzlich die Organisation eines Gottesdienstes auf dem Reiterhof an, bei dem die Pferde gesegnet wurden. Wer als Messdiener dabei war, dürfte leicht zu erraten sein.
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Text: Katrin Reinders | Foto: Kathrin Reinders in
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16.01.2012
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