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21.05.2012
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Der Clown möchte Menschen zum Lachen, zum Erstaunen und auch zum Nachdenken bringen. Der zur Krippe geeilte Clown fragt den Betrachter und Christen: "Wo bringst Du andere zum Lachen, Erstaunen und Nachdenken?"

Der Clown möchte Menschen zum Lachen, zum Erstaunen und auch zum Nachdenken bringen. Der zur Krippe geeilte Clown fragt den Betrachter und Christen: "Wo bringst Du andere zum Lachen, Erstaunen und Nachdenken?"

Heiteres und Nachdenkliches

Der Clown an der Krippe in St. Bernhard

Bocholt-Lowick. Neben mehreren illustren Gestalten wie den Punker mit der Gitarre und den UN-Soldaten mit dem abgelegten Gewehr ist nun auch ein Clown zur Krippe geeilt, um das Jesuskind zu betrachten. Die Krippe in der Pfarrkirche St. Bernhard in Bocholt-Lowick ist um diese Figur reicher und bunter geworden. Der klassische Hanswurst trägt Karokleidung und hat eine dicke rote Nase. "Ein Clown ist per Definition ein Artist, dessen Kunst es ist, Menschen zum Lachen, zum Erstaunen und auch zum Nachdenken zu bringen", sagt Pfarrer Karl-Heinz Wielens, der zusammen mit dem Krippenteam die Figur bei dem Osttiroler Schnitzer Willi Rainer bestellte.

Ein Clown gehört nicht zu den klassischen Krippenfiguren, aber da eine Krippe ein Erzählwerk ist, die viele Botschaften enthält, kann der Clown Auskunft geben, wie es um das Lachen, das Erstaunen und das Nachdenken der Christen bestellt ist. "Wir sollten Fröhlichkeit, Heiterkeit und Lachen als christliche Tugenden neu entdecken", meint Wielens. Wer Gott als den Liebenden und Guten kennt und erlebt, wer spürt, dass Gott ihn in guten, aber auch in schwierigen Zeiten trägt, der kann nicht todernst durchs Leben gehen. "Deshalb sprechen wir in der Kirche immer von der guten, von der frohen Botschaft, und die soll auch tatsächlich gut und froh, ja auch fröhlich daherkommen", sagt Wielens.

Der Clown an der Krippe hält einen Spiegel in der Hand. Er hält ihn den Menschen vor. Was kann er ihnen sagen? Vielleicht diese Worte: "Schau in meinen Spiegel! Erkenne Dich selbst! Komm zum Jesuskind in der Krippe – Du bist eingeladen! Hier darfst du wirklich Du selbst sein. Hier musst Du Dich nicht mehr verstecken. Gott mag Dich so, wie du bist. Lass es endlich Weihnachten in Dir werden!"

Jesus liebt den Menschen, wie er ist, mit seinen guten Seiten, aber auch mit seinen Schattenseiten, mit dem, was er im Leben alles falsch gemacht hat. "Das ist erstaunlich, weil es so anders ist als wir Menschen es normalerweise im Umgang miteinander kennen", sagt Wielens und interpretiert: "Gott sei Dank ist Jesus gnädig mit uns und fordert keine Leistungen von uns, sondern er möchte, dass wir ihm nachfolgen."

Ein Weiteres stellt der Clown an der Krippe dar: das Nachdenken über Jesu Botschaft und sein Leben, das irgendwie paradox erscheint. Das Neue Testament berichtet oft darüber, dass über Jesus gelacht und er verspottet wurde. Als er beispielsweise über die tote Tochter des Jairus sagt, sie schlafe nur, zieht er das spöttische Gelächter der Leute auf sich (Mk 5), und am Ende seines Lebens verspotten ihn die Soldaten unterm Kreuz.

Jesu Leben scheine an vielen Stellen paradox zu sein, deshalb könne der Apostel Paulus auch schreiben, dass wir "Narren um Christi willen" (nach 1 Kor 4,10) seien, wenn wir Jesus nachfolgten, meint Wielens.

Der Seelsorger bekennt: "Ich bin gern ein Narr in Christus, wenn das bedeutet, dass ich auf eine bessere und schönere Welt hoffe und nach Gottes Willen mich dafür einsetze statt zu resignieren und nur nach meinem eigenen Vorteil zu schauen."

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