
Afrikanische Musiker gestalteten den Abschlussgottesdienst des Projekts "Ohrenschmaus".
"Ohrenschmaus": Hören, was die Menschen bewegt
Ein Seelsorgeprojekt des Pastoralrates wurde verwirklicht
Varel. Vorreiter und Pilotgemeinde – mit diesen Worten ist die Gemeinde Varel Sankt Bonifatius jetzt immer wieder bezeichnet worden. Der Grund: Ein neues Seelsorgeprojekt des oldenburgischen Pastoralrates wurde dort erstmals verwirklicht. Kirche+Leben hat dort nachgefragt.
Gespräche über Grenzen, Gottesdienste und Gebäude – die hat es in den zurückliegenden sieben Jahren flächendeckend gegeben. Als Folge des Zukunftsplans von Weihbischof Heinrich Timmerevers ist die Zahl der Pfarrgemeinden inzwischen auf ein Drittel geschrumpft. Der Plan ist damitmehr oder weniger verwirklicht.
Der oldenburgische Pastoralrat, höchstes Beratungsgremium des Weihbischofs, wollte und will den Gemeinden nun jenseits aller Strukturdiskussionen in einem besonderen Projekt "Hilfe beim geistlichen Wachstum" geben. So hat es jedenfalls Prälat Bernd Winter, Leiter des Seelsorgeamtes im Bischöflichen Offizialat, formuliert. Denn: "Wir haben unseren Gemeinden in den vergangenen Jahren eine Menge zugemutet."
In Gemeinden hören
Das Projekt heiße nicht umsonst "Ohrenschmaus", sagte Prälat Winter bei der Vorstellung des Projekts. Denn "jenseits aller Strukturdiskussionen" wolle der Pastoralrat in die Gemeinden hören, "um zu wissen, wohin Gott uns führen möchte."
Es komme also nicht darauf an, eine Art Gemeindemission zu veranstalten oder eine technische Begleitung des Pfarrgemeinderates oder der Seelsorger, betonte Winter. "Wir möchten vielmehr gerne hören, was unsere Christen vor Ort bewegt, welche postive Kraft sie in ihrem Christsein erfahren."
Neben Winter gehören noch der Geschäftsführer des Pastoralrates, Arnold Kalvelage, Hedwig Sänger, Pastoralreferentin in Friesoythe, zu der Arbeitsgruppe sowie Marlies Bruns aus Molbergen, Sabine Determann aus Jever und Doris Tranel aus Oldenburg, jeweils Vorsitzende ihrer Pfarrgemeinderäte. Varel Sankt Bonifatius wurde als Pilotgemeinde für das Projekt gewählt.
Seit Anfang Oktober waren Mitglieder der Projektgruppe bei zwölf Gelegenheiten dort zu Gast und suchten das Gespräch. Zum Beispiel mit Kolpingsenioren, mit einem Bibelkreis, mit Erzieherinnen, mit der Gruppe des Katholischen Frauenbundes, mit dem Vorbereitungsteam für Kindergottesdienste.
Guter Austausch
In einer ersten Stellungnahme würdigte der Pfarrer von Varel, Manfred Janßen, die Aktion als "gelungen". Besonders eindrucksvoll seien die Kontakte zwischen den Ehrenamtlichen in der Gemeinde und denen aus dem Pastoralrat gewesen. Solcher Austausch sei eher ungewöhnlich und finde viel zu selten statt.
Das Projekt wurde mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche abgeschlossen. Im Mittelpunkt standen dort Glaubenszeugnisse von Menschen aus der Gemeinde (links) und ein Dankgebet der Projektgruppe.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Godehard Gottwald: Glaubenszeugnisse zum Abschluss
Jutta Rohlof: Glaubenszeugnisse zum Abschluss
Doris Tranel: Stimmen aus dem Projektteam
Sabine Determann: Stimmen aus dem Projektteam
Text: Franz Josef Scheeben | Foto: pd in
Kirche+Leben
04.01.2012
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