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21.05.2012
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Es gibt viel zu entdecken in der Krippenlandschaft, die in der Herz-Jesu-Kirche Münster aufgebaut ist.

Es gibt viel zu entdecken in der Krippenlandschaft, die in der Herz-Jesu-Kirche Münster aufgebaut ist.

Besuch bei der Heiligen Familie

Eine begehbare Krippenlandschaft in Herz Jesu Münster

Münster. In Münster bauen Ehrenamtliche seit 20 Jahren eine begehbare Krippenlandschaft in der Herz-Jesu-Kirche an der Wolbecker Straße auf.

"So fängt Weihnachten für uns an." Jahr für Jahr am 23. Dezember, hat der Schreiber im ausliegenden Büchlein vermerkt, führe der Weg der Familie zur Krippe in der Herz-Jesu-Kirche. Viele Menschen tun es diesen Besuchern gleich und bestaunen Münsters einzige begehbare Krippenlandschaft in den Tagen um Christi Geburt (täglich von 9 bis 18 Uhr). Denn sie präsentiert sich immer wieder neu: Hier ist ein fantasievolles Krippenteam am Werk, dem die Ideen nicht ausgehen.

In mehr als 20 Jahren ist aus der ursprünglich kleinen, traditionellen Betlehem-Szenerie ganz langsam eine bestaunenswerte Krippenlandschaft geworden, in der jede kleine Szene liebevoll erzählt, ausdekoriert und als Verkündigung verstanden wird.

Waren am Anfang der damalige Küster Anton Lauel und seine Frau Hildegard mit wenigen Helferinnen und Helfern am Werk, so ist die Gruppe inzwischen auf etwa 20 Beteiligte angewachsen, die ab Anfang Dezember – oft in nächtlichen Aktionen – den Chorraum der neugotischen Kirche mit Wasserläufen und Brunnen, mit Hängebrücke, Fischteich und Gebirge sowie zahlreichen Figurengruppen in eine eigene Welt verwandeln.

Hier hinein tauchen immer wieder Familien, aber auch Besuchergruppen. "Beautiful – wunderschön", so schwärmt die Amerikanerin, die ihre Schwester in Münster besucht und das traditionelle "Krippkes-Kieken" – also den Rundgang zu den Kirchen-Krippen der Stadt – für sich entdeckt hat.

Edeltraud Schneemann dagegen schwelgt in Superlativen: "Mich fasziniert die ungeheure Kraft, mit der das Team hier jedes Jahr Neues schafft." Sie ist vor Jahrzehnten in der Herz-Jesu-Kirche zur Erstkommunion gegangen, fühlt sich hier immer noch beheimatet.

Erinnerungen hängt auch Christa Edler nach: "Für mich ist Weihnachten nicht abstrakt", freut sie sich über die in Oberammergau handfest geschnitzten, liebevoll bekleideten Figuren. "Dabei muss ich immer an jene Krippe denken, die die Schwestern der Raphaelsklinik, die im Krieg ja nach Freckenhorst ausgelagert war, dort aufgebaut hatten", steht ihr das Bild eines weihnachtlichen Krankenhausaufenthalts als Kind vor Augen.

31 Menschen-Figuren, 18 Schafe, Ochs und Esel, ein Kamel und ein Schäferhund umfasst das hölzerne "Material", mit dem das Team – Alt und Jung arbeiten Hand in Hand – in jedem Jahr das Geschehen rund um Maria, Josef und das Kind in Szene setzt.

Mitten durch diese Szenerie kann man wandern, wie Marion Westerwalbesloh und Brigitte Hilbing: "Die Liebe zum Detail spürt man genau", freuen sie sich am kleinen Muff, mit dem eine Hirtin ihre Hände wärmt, am Generationen-Miteinander zweier Hirten vor dem Stall oder am Angler, der seine Schnur zwischen echte Goldfische hängt. Ähnlich geht es Roswitha und Hartmut Kammer, dessen erster Weg nach einer Reise an die Krippe führt. "Wir suchen jedes Jahr nach den Veränderungen, die das Krippenteam eingebaut hat."

"Vielen Dank für Ihre schöne Arbeit" – zahlreiche solcher Ermutigungen lesen die Krippenbauer aus der Gemeinde im Gästebuch. "Mit großer innerlicher Freude" sei man durch das fantasievoll präsentierte Geschehen gewandelt. Aber auch augenzwinkernd "Kritisches" sieht man: "Wo ist die strickende Frau vom vergangenen Jahr?", fragt jemand, und in jüngster Schrift ist vermerkt, dass doch bitteschön der Kinder-Kriech-Tunnel wieder erstehen solle. Die kleine Emmelie, die offenbar gerade ihren Namen schreiben kann, hat dem Team eine eigene Krippe ins Büchlein gemalt – eines der schönsten Komplimente, so findet Anton Lauel. Allerdings mag er auch Lasses Kommentar: Der Dreijährige hat – wie Mama oder Papa vermerkten – die Krippe kurz und bündig mit "Die gefällt mir" umrissen. Da hat er wohl den Nagel auf den Kopf getroffen.

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Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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