
Im Familiengottesdienst spielen die Kinder die Weihnachtsgeschichte nach.
Josef passt auf die Familie auf
Krippenspiel der Kommunionkinder in Werne-Stockum
Werne-Stockum. Maria hat sich gerade einen Schal um ihre Schultern gelegt, Josef zieht den Filzhut tiefer in sein Gesicht. Die Engel sind schon in ihre weißen Gewänder geschlüpft und stecken sich die Haarreifen mit dem "Heiligenschein" in das Haar. Schnell werden noch ein paar Falten am Engelskleid zurechtgezupft. Ein Hirte greift zur Laterne, ein anderer zu seinem Hirtenstab. Während beim Anziehen der Kostüme noch getuschelt und geplappert wurde, ist nun eine fast ehrfürchtige Ruhe bei den kleinen Nachwuchsschauspielern eingekehrt.
Der feierliche Einzug in die Stockumer Kirche St. Sophia steht unmittelbar bevor. Orgelspiel erklingt. Langsam schreiten die Engel und Hirten durch den Mittelgang nach vorn zum Chorraum. Links vom Altar markieren kleine weiße Stoffschafe und aufgeschichtete Holzscheite das Lager der Hirten. Eine Art Zelt mit Holzkrippe für die Heilige Familie haben fleißige Helfer rechts neben dem Altar aufgebaut.
In einem größeren Abstand folgen schließlich Maria und Josef. Maria hält ein Mikrofon in der Hand: "Das sind heute aber viele Leute", sagt sie. Mit Josef schaut sie sich in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche um. "Das liegt an der Volkszählung", antwortet ihr Josef. Am Ende des Mittelgangs trifft das heilige Paar auf drei Wirte, die ihnen die Unterkunft verweigern, aber auf einen Hirtenstall außerhalb der Stadt verweisen.
Eingebettet in die Lesung des Evangeliums nach Lukas erzählen die Kinder gemeinsam mit Pfarrer Karl-Heinz Hense die Weihnachtsgeschichte in eigenen Worten nach. Die Hirten bringen dem Jesuskind Geschenke, obwohl sie schildern, dass sie "selbst nur sehr wenig haben". "Stellt euch einmal vor, wie es wäre, wenn wir alle, wie wir hier sind, so teilen würden", sagt schließlich ein Hirte zu den Kirchenbesuchern. Auch die Fürbitten vor der Gabenbereitung werden von einzelnen Hirten gesprochen.
Nach dem Krippenspiel sprudelt es nur so aus den Kindermündern, wie viel Spaß es ihnen gemacht hat. "Es ist schön, wenn die Menschen die Geschichte von der Geburt Jesu hören", sagt Joshua, "und dass man sie auch als Krippenspiel erzählt."Er war in die Rolle eines Hirten geschlüpft.
Zusammen zur Krippe
Dem stimmt auch Hirte Sven zu. "Es macht Spaß, zu erleben, wie die Leute dann klatschen.""Zusammen zur Krippe zu gehen, das ist auch schön", fügt als dritter Hirte Fabian hinzu, "und es ist richtig, was die Hirten alles machen. Sie sind arm und trotzdem teilen sie. Und auch dass sie das Christuskind als erste besuchen dürfen."
Engel Laura hat das Krippenspiel ebenfalls Spaß gemacht. "Engel sind wichtig, sie flattern im Himmel herum, helfen dem Christkind und auch den Menschen."Und auch Jonathan meldet sich zu Wort: "Als Josef passe ich auf die Familie auf, damit ihr nichts passiert."
Eifrig hatten die Kinder im Vorfeld ihre Texte zu Haus auswendig gelernt, die einzelnen Spielszenen mehrfach in der Kirche geprobt und der Aufführung am Heiligen Abend entgegen gefiebert.
"Das Krippenspiel der Kommunionkinder hat bei uns Tradition", erklärt Pastoralreferentin Pia Gunnemann. "Schon einen Monat vor Weihnachten beginnen die Proben."Los geht es mit der Rollenverteilung. "Das machen die Kinder überwiegend selbst."Unterstützt wird Gunnemann auch von den Eltern der Kommunionkinder und insbesondere von Ursula Mieskalla, Birgit Hannes-Lehning, Bärbel Schille sowie Marlies Dabbelt. Schließlich müssen Kostüme genäht und die Kulisse vorbereitet werden.
Obwohl alle viel Erfahrung mit dem Einstudieren von Krippenspielen haben, ist es für sie jedes Jahr wieder spannendes Vergnügen, den Menschen in der Kirche die Geschichte von Jesu Geburt am Heiligen Abend so anschaulich näher zu bringen.
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Text: Elisabeth Plamper | Foto: Elisabeth Plamper in
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