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21.05.2012
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Johannes Arntz, Kreisdechant.

Johannes Arntz, Kreisdechant.

Christus kommt in die Gegenwart

Weihnachtsgruß von Kreisdechant Johannes Arntz

Coesfeld. Seit dem 30. Oktober 2011 ist Johannes Arntz Pfarrdechant in der Coesfelder Gemeinde St. Lamberti. Zudem ist er Kreisdechant für das Kreisdekanat Coesfeld.

Irgendwann erwischt es fast jeden in diesen dunklen, oft nasskalten Wintertagen. Manchmal nur kurz und heftig, manchmal anhaltend und schleichend, manchmal legt es sich auf einen,  wie eine andauernde und entnervende Erkältung: ein sentimentales Gefühl und eine unstillbare Sehnsucht.

Das Gefühl wird geweckt in den alten Liedern und Düften dieser Tage, in den Gewohnheiten und Bräuchen, in den alten Dingen, die uns an das Weihnachten der Kindheit erinnern. Schnell wandern wir in Gedanken dann zurück in scheinbar sorglosere, heilere Zeiten unseres Lebens, als man noch Zeit füreinander hatte, als man noch das Eigentliche des Weihnachtsfestes sah, als man noch voller Optimismus in eine fortschrittsgläubige Zukunft blickte. Und je mehr wir verklärend in unseren Erinnerungen umhergehen, um so größer wird die unstillbare Sehnsucht nach diesem heileren, helleren, zukunftsorientierten Leben, das vergangen ist. Gerade diese letzte Erkenntnis kann dann Gefühl und Sehnsucht verwandeln in Traurigkeit und Wehmut über die Unaufhaltsamkeit der Zeit, der Endlichkeit unseres Lebens. Traurig und wehmütig schauen wir dann ins "Gestern" des Lebens.

"HEUTE" ist euch der Retter geboren, hören wir in den Worten des Evangeliums. "Heute" lenkt den Blick in unsere Gegenwart, denn dort will Christus ankommen. Und auch wenn Eurokrise und Naziterror, bewaffnete Konflikte und schreckliche Katastrophen den Blick in diese Gegenwart verdunkeln: Hier will Gott Mensch werden, in den großen, wie kleinen Bedrängnissen des Lebens nimmt er seine Wohnstatt. Durch die Menschwerdung Christi ermutigt uns Gott  im Hier und Heute unseres Lebens, seinem Wort zu vertrauen und dieses Vertrauen zu leben, indem wir wie die Engel Hoffnung stiften, wie die Hirten uns auf den Weg machen zu Gott und zu den Menschen, wie die Könige einem  heilbringendem Stern folgen und bringen, was wir einbringen können: nämlich gerade unser Gefühl für einander, für die Menschen und unsere Sehnsucht nach einer gerechteren Welt, in der es mehr Frieden, mehr Gerechtigkeit und Solidarität gibt. Die Sehnsucht kann Motor werden zu handeln, in Gottes Namen um Christi Willen: Heute!

Ihnen, liebe Schwestern und Brüder, wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest im HEUTE anbrechenden Gottesreich!

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