
Maria und Josef sind in Selm-Cappenberg unterwegs.
Zwei Mitbewohner für die Adventszeit
Herbergssuche: Maria und Josef sind unterwegs
Selm-Cappenberg. Seit dem 1. Dezember 2011 sind Maria und Josef im Selmer Ortsteil Cappenberg unterwegs. Sie suchen jeweils für einen Tag und eine Nacht eine Herberge. Die beiden Figuren entstammen der Krippe der Pfarrgemeinde St. Johannes. Die Idee für diese ungewöhnliche Herbergssuche hatte Gudrun Funke, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats St. Johannes Cappenberg. "In den vergangenen Jahren haben wir die Aktion "Adventsfenster" durchgeführt. Doch wir wollten zusätzlich etwas Neues, etwas Anderes, etwas Besinnlicheres, das wenig Aufwand erfordert", erklärt die 52-Jährige. Dann erinnerte sie sich, dass sie in "Kirche+Leben" einen Artikel über einen Mann gelesen hatte, der eine Krippe in einer Laterne auf Herbergssuche geschickt hatte. Ihre Idee brachte sie im Pfarrgemeinderat vor. Pater Altfried Kutsch, Pfarrer der Gemeinde, schlug vor, die großen Figuren aus der Kirchenkrippe für die Herbergssuche zu nehmen.
Maria und Josef haben ein Pilgerbuch im Gepäck, in das sich die Menschen eintragen können, die den beiden eine Herberge geboten haben. "Für jeden sind zwei Seiten zur freien Gestaltung vorgesehen", erzählt Funke. Zudem gaben die Organisatoren den "Gastgebern" den Wunsch mit, ein Foto von dem Paar in ihrem Haus zu machen. "Wir möchten zur Sternsinger-Aktion am 8. Januar 2012 die Fotos mit einer Karte von Cappenberg aushängen, in der der Weg eingezeichnet ist, den Maria und Josef bewältigt haben", erklärt Funke. Parallel können Interessierte sich die Fotos auch im Internet im sozialen Netzwerk "Facebook" anschauen. "Es ist eine stille und verborgene Aktion mit besonderen Momenten der Begegnung", sagt Funke. Denn weder sie noch Pater Altfried wissen, wo sich Maria und Josef zur Zeit befinden. "Wir hoffen natürlich, dass sie am Heiligen Abend in der Krippe unserer Kirche stehen werden", sagt der Prämonstratenser und lächelt zuversichtlich.
Funke hat am 1. Dezember Maria und Josef auf den Weg gebracht. "Ich habe lange überlegt, an wen ich die beiden Figuren gebe und mich für eine befreundete Familie entschieden, die kirchen- und glaubenskritisch ist. Ich wollte Jesus in diese Familie bringen, wenn sie schon nicht zu ihm kommen", begründet sie. Die Freundin habe am nächsten Tag die beiden an eine ältere Dame gegeben und die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Gespräch genutzt, das sich sonst nie so ergeben hatte. "Das sind die Momente der Begegnung, wie ich sie mir vorgestellt hatte", erklärt Funke. Pater Altfried fügt hinzu: "Wir können es nicht steuern, wo Maria und Josef eine Unterkunft finden. Ideal wäre es, wenn es Menschen sind, die sonst nicht den direkten Draht zur Kirche haben. Wir hoffen natürlich, dass die Menschen, die das Paar beherbergt haben, auch Weihnachten an die dann hoffentlich wieder vollständige Krippe kommen."
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Text: Michaela Kiepe | Foto: privat in
Kirche+Leben
19.12.2011
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