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21.05.2012
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Eckehard Drees aus Sedelsberg ist neuer Diakon in der Sankt-Jakobus-Gemeinde Saterland.  An diesem Sonntag wird er zum ersten Mal einem Kind das Sakrament der Taufe spenden.

Eckehard Drees aus Sedelsberg ist neuer Diakon in der Sankt-Jakobus-Gemeinde Saterland. An diesem Sonntag wird er zum ersten Mal einem Kind das Sakrament der Taufe spenden.

Eher Arbeiter im Hintergrund als große Bühne

Der Weg zum Diakon

Sedelsberg. Ein abwechslungsreicher Beruf, eine Familie mit drei Töchtern, eine Frau mit eigenem Friseursalon, schon vorher jede Menge ehrenamtlicher Einsatz in der Pfarrgemeinde vor Ort. Und seit Ende November ist Eckehard Drees zudem noch Diakon.

"Mach das ruhig! Wir trauen Dir das zu." Die Reaktionen machten ihm Mut. Als er vor Freunden und Bekannten zum ersten Mal von seinem Plan erzählte, Diakon zu werden. Pfarrer Hubert Gnida zum Beispiel oder den Schönstattschwestern.

Eckehard Drees hatte Diakone erlebt. Etwa Heinrich Thoben aus Scharrel, der im vergangenen Jahr geweiht wurde, als erster Diakon in der Saterlandgemeinde. Oder seinen alten Religionslehrer August Böckmann, damals in Garrel.

Fleißiges Lieschen

Da machte die Broschüre am Schriftenstand den 37-Jährigen neugierig. "Ein Infoblatt über die Ausbildung zum Diakon mit Zivilberuf." Ob das auch etwas für ihn wäre? Er grübelte nicht lange. "Der Schritt war eine logische Folge", sagt er. "Die einen setzen sich ein für ihren Schützenverein. Bei mir war es immer schon die Kirche. Und alles, was man ehrenamtlich machen kann, das habe ich auch schon mal gemacht."

Eckehard Drees zählt auf: "Lektor, Katechet, Wortgottesdienstleiter, Kommunionhelfer oder Pfarrgemeinderat." Zuerst in Garrel, wo er  Messdiener wurde, im Kinder-Kirchenchor mitsang und zur Landjugend kam. Aber mehr noch in Sedelsberg, wo er vor 15 Jahren mit seiner Frau eine Familie gründete.

Eckehard Drees wartete damals nicht lange ab, ließ sich bei der nächsten Wahl für den Pfarrgemeinderat aufstellen. "Ich habe die meisten Stimmen bekommen, wurde  Vorsitzender", sagt er lächelnd. Dabei liege ihm das eigentlich gar nicht so. Vorsitzender sein, die "große Bühne". Deshalb werde man ihn auch wohl nicht allzu oft als Prediger erleben.

"Ich sehe meine Aufgabe als Diakon eher als der Arbeiter im Hindergrund, als eine Art ‚fleißiges Lieschen‘". Kommunionkindern von Gott erzählen, bei einem Seniorennachmittag helfen, sich um die Landjugend kümmern oder den Kontakt zum Kindergarten halten. Auch was das Thema "Armut" angeht. "Die gibt es ja auch in Sedelsberg. Auch wenn es keiner wahrhaben will." Nicht umsonst biete der Kindergarten Kleiderkammer und Mittagstisch. "Weil viele Kinder morgens ohne Frühstück kommen." Eckehard Drees ist Realist. "Wir können nicht ständig überall Schecks hinbringen. Aber manchmal hilft es, Menschen zusammenzubringen, Wenn man weiß, wo Not ist und Menschen sind, die helfen können.

Natürlich bekomme auch er mal die Skandale in der Kirche "aufs Butterbrot geschmiert". Eckehard Drees zuckt mit den Achseln. "Klar! Aber erstens kann ich nichts dafür. Und zweitens bleibt die Kirche trotzdem wichtig." Als Gegenpol und Orientierung zu einer Welt ohne Werte. "Und die Kirche hat da mit der frohen Botschaft ganz gute Argumente", sagt er.

Drei Töchter hat die Familie Drees. Die Jüngste kam erst  während der Diakonenausbildung zur Welt. Es sei keine einfache Zeit gewesen. Für ihn nicht und auch nicht für seine Frau, die in Sedelsberg einen Friseursalon betreibt. Die ihn aber nach Kräften unterstützt habe. So wie er sie während ihrer Vorbereitung auf ihre Meisterprüfung. Wochentags gegen 17 Uhr kommt der gelernte Hochbau-Techniker normalerweise  von seiner Arbeit als Magazinverwalter im Museumsdorf Cloppenburg zurück. Dreimal die Woche trainiert er im Fitnessstudio. Und fast jeden Abend klingelt irgendwann noch mal das Telefon wegen einer Gemeinde-Angelegenheit. Das wird künftig wohl nicht weniger werden. Aber die Familie hat sich daran gewöhnt. Dass Menschen hinter ihm und seiner Entscheidung stehen, das ist ihm wichtig. Seine Familie, aber auch die vielen anderen im Ort.

Rückhalt macht Mut

Die Vereine zum Beispiel, egal ob Karnevalsclub oder KAB, Angel-, Sport-, oder Schützenverein,. Alle waren zu seiner Einführung ins Schulzentrum gekommen. "Dreihundert Leute haben mir gratuliert", sagt Eckehard Drees lächelnd.

Auch um seine liturgische Kleidung musste er sich nicht sorgen. "Die Damen der Handarbeitsgruppe haben alles für mich angefertigt", freut sich der Neudiakon, "samt Alben, Stolen und Chorrock." Geschenke und Gesten, die ihm Mut machen wie die Worte vor der Entscheidung: "Mach das ruhig! Wir trauen dir das zu."

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Text: Michael Rottmann | Foto: Michael Rottmann in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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