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21.05.2012
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Theo Erps vor einer seiner Lieblingskrippen im "Krippenparadies" in Goch-Kessel.

Theo Erps vor einer seiner Lieblingskrippen im "Krippenparadies" in Goch-Kessel.

Jesu Geburt in vielen Facetten

Das Krippenparadies im Gocher Land

Goch. Eine Krippe passt in jedes Haus. Selbst wenn die Behausung nur eine Nussschale ist. Die nächst größere fühlt sich in einem Ei oder einem Kürbis zuhause, bis hin zu solchen Modellen, die meterlange Wohnzimmer füllen könnten. Mehr als 250 Krippen jeglicher Art und Größe sind im "Krippenparadies Gocher Land" zu sehen, eine ganzjährige Ausstellung im Gocher Ortsteil Kessel. Miniaturmodelle, Papier- und Faltkrippen, große Holzfiguren oder Gipsställe: Alle Varianten gehören zum Repertoire von Monika und Theo Erps, die diese Krippen entweder ersteigert, gekauft oder geschenkt bekommen haben.

Der Startschuss zu einer organisierten Krippenausstellung fiel für den Liebhaber im Jahr 2007, als er aus dem aktiven Berufsleben ausschied. "Ich hatte schon immer großen Spaß an Krippen", sagt er. "Mit dem Alter und der Zeit kamen immer mehr hinzu – bis wir irgendwann nicht mehr wussten, wo wir diese Schätze alle lagern und aufbauen sollten."

Längst hatte das Ehepaar Erps eine große Landschaftskrippe aus Ahorn vom Schnitzkünstler Oswald Rifesser auf mehr als 80 Figuren erweitert und stets zur Weihnachtszeit ein ganzes Zimmer räumen müssen, um ihr genügend Platz zu bieten. Doch weil diese Ausmaße irgendwann alle Möglichkeiten übertrafen, entwickelten er und seine Ehefrau die Idee zum "Krippenparadies Gocher Land".

Im Jahr 2008 war es dann soweit: Kessels Pfarrer Norbert Hürter erteilte der ersten Ausstellung den kirchlichen Segen – fortan kamen zahlreiche Interessierte in das "Krippenparadies" am Klosterweg. "Wir verstehen uns nicht so sehr als Museum", erläutert Theo Erps. "Vielmehr möchten wir den ideellen Wert der Krippen vermitteln, besondere Formen und außergewöhnliches Material zeigen."

Und das findet der Besucher in den ehemaligen Räumen einer Metzgerei in Vitrinen, Regalen, auf Tischen oder am Boden wieder: Bambus, Bananenblatt, Fruchtschalen, Zinn, Papier, Ton, Blech, Gips oder Holz sind nur einige Bestandteile der Figuren, Stallungen, teilweise mit Schnee bedeckten Häuser und Kapellen.

Eingebettet in eine alpenländische Landschaft mit laufendem Mühlenrad und plätscherndem Bach ist die große Rifos-Krippe wohl das Herzstück der gesamten Ausstellung. Aber auch orientalische Einschläge sind bei den Motiven im "Paradies" zu finden. Ein wichtiges Anliegen ist dem Ehepaar Erps, diese Schätze langfristig erhalten und der Öffentlichkeit präsentieren zu können. "Deshalb soll die Ausstellung leben, ständig im Wandel sein", sagt Theo Erps.

Dafür nutzen sie die ruhigere nicht-weihnachtliche Zeit, um Figuren und Gebäude zu pflegen, umzuräumen und neue Vitrinen aufzubauen – ehrenamtlich, aus rein privater Initiative, mit viel Leidenschaft. Die Reichhaltigkeit verschiedener Formen, Materialien und Farben, unterschiedliche Ausrichtungen und Umsetzungen der Heiligen Familie und ihrer Geschichte faszinieren Theo Erps. Stets ist er auf der Suche nach weiteren, neuen Besonderheiten aus dem In- und Ausland. In jüngster Zeit haben erstmals mehr Gruppen sowohl aus der näheren Umgebung wie aus der Ferne und weniger Einzelpersonen die Ausstellung besucht.

Eines zeigt das "Krippenparadies" auf jeden Fall: Die Heilige Familie findet überall einen Platz – selbst im kleinen Nussschalen-Stall.

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Text: Katrin Reinders | Foto: Katrin Reinders in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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