
Auftakt zum "Lebendigen Adventskalender 2010" in der Pfarrgemeinde St. Ansgar Barßel am Harkebrügger Pfarrheim.
20 Minuten gegen die Hektik
Lebendiger Adventskalender
Barßel. Es war ein eisiger Abend, der erste Advent 2010. Aber das war kein Problem. Minusgrade und beißender Wind konnten die mehr als 100 Menschen nicht davon abhalten, vor dem Fenster des Harkebrügger Pfarrheims auszuharren, miteinander zu beten und zu singen.
Eine Flötengruppe spielte, der Grundschulchor sang Adventslieder. Und drei Frauen hatten ein Pfarrheimfenster dekoriert, mit einer knorrigen Baumwurzel und einer roten Rose.
"Jesaja Kapitel 11, Vers 1 bis 9", erklärte Mechthild Hartmann, eine von ihnen. "Ein Spross wächst aus dem Baumstumpf. Isai, ein neuer Trieb schießt hervor aus seinen Wurzeln." Ein Bild für das nahe Kommen des Herrn. Das warme Licht einer Kerze flackerte davor. So oder ähnlich wird es auch in diesem Jahr wieder sein, wieder an 23 Fenstern in den drei Gemeindeteilen der Barßeler St.-Ansgar-Gemeinde im Norden des oldenburgischen Dekanats Friesoythe. Bei der zweiten Auflage des "Lebendigen Adventskalenders".
Großes Echo
An jedem Abend kommen dazu Menschen jeweils an einem anderen Ort zusammen, um sich miteinander auf Weihnachten einzustimmen. Als Alternative zu Hektik und Stress, die den Sinn des Festes allzu oft verblassen ließen, wie die Organisatoren sagen.
Dass sie mit dieser Einschätzung nicht allein dastehen, das zeigt das Echo auf die Idee. Schon im letzten Jahr war es kein Problem, genügend "Gastgeber" dafür zu finden. Menschen, die die Adventsfeier vorbereiten. Und auch beim Planungstreffen für dieses Jahr gab es mehr "Bewerber" als für die 23 Abende nötig, sagt Markus Przibilla.
Er gehört zur "Christlichen Gemeinschaft Habaeli", die den Anstoß zu der Aktion gegeben hatte. "Habaeli" – der Name hat seinen Ursprung in den Gemeindeteilen, aus denen die St.-Ansgar-Gemeinde 2006 gegründet wurde: Harkebrügge, Barßel und Elisabethfehn. Der Gruppe ist es ein Anliegen, die Christen in der Gemeinde zusammenwachsen zu lassen.
Und auch in dieser Hinsicht "wirkt" die Aktion. Die Adventsabende finden abwechselnd in allen Gemeindeteilen statt. "Und es kommen jedesmal Teilnehmer aus den anderen Gemeindeteilen", sagt Markus Przibilla.
Ökumenisches Treffen
Damit für die "Gastgeber" der Aufwand möglichst gering bleibt, gibt es feste Regeln. Ein abendlicher Gottesdienst soll 20 Minuten dauern, Handreichungen und Liederhefte für die Gestaltung werden zur Verfügung gestellt, eine Verköstigung wird ausdrücklich nicht erwartet. Man könne bei großer Kälte aber natürlich ein heißes Getränk bereitstellen, sagt Markus Przibilla. Nur ein Grundsatz steht fest: Egal ob Regen oder Schnee, egal, wie viele kommen, die Andacht findet statt.
Familien, aber auch Schulen, Vereine, Gemeinden oder Kindergärten beteiligen sich. Im vergangenen Jahr gestalteten zum Beispiel die Kindergärten "Die Arche" und "St. Anna" sowie die Grundschule jeweils einen Abend.
Ebenso die Jugendlichen aus der Messdienergemeinschaft, vom örtlichen Jugend- und Begegnungszentrum, Schüler der Realschule, Mitarbeiterinnen der Büchereien, der Gesangverein, die Kolpingsfamilie, die Bewohner der Seniorenresidenz und die Barßeler Ordensschwestern. Und auch Christen der evangelisch lutherischen und der evangelisch freikirchlichen Gemeinden waren mit dabei.
Abschluss der Adventskalender-Aktion wird wieder am 23. Dezember sein. Markus Przibilla erinnert sich noch gut an das vergangene Jahr und die adventliche Szene, die damals bei der Feier auf einem Bauernhof gespielt wurde, "mit Hirten und Josef und Maria bei der Herbergssuche". Einen Tag vor Heiligabend mit ganz viel Schnee und vielen Teilnehmern.
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Text: Michael Rottmann | Foto: Andreas Niemann in
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04.12.2011
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