
Benedikt Elshoff.
Das Wirken Gottes
Benedikt Elshoff ist neuer Pfarrer in Lüdinghausen
Lüdinghausen. Vom Niederrhein kommt Benedikt Elshoff mit seinem Hütehund-Mischling Sam nach Lüdinghausen. In den vergangenen sieben Jahren war der gebürtige Klever Pfarrer in der Gemeinde Heilig Geist in Kalkar. 1998 wurde er mit zwölf Seelsorgern zum Priester geweiht. "Es war ein großer Kursus. Wir treffen uns zwei bis drei Mal jährlich. Es ist schön, diesen Zusammenhalt zu spüren", betont der 44-Jährige. Nach Kaplansjahren in Ochtrup und Greven kam Elshoff 2004 als Pfarrer in die inzwischen fusionierte Pfarrei Heilig Geist. Sechs Kirchen sowie Kapellen im Krankenhaus und im Altenheim gehören zur Gemeinde. "Sehr vielfältig", sagt Elshoff.
Auch in der bereits fusionierten Pfarrei St. Felizitas in Lüdinghausen steht die Zusammenlegung mit St. Dionysius in Lüdinghausen-Seppenrade an. "Einheit heißt aber nicht Einheitlichkeit. Die Einheit kennt auch die Vielfalt." Im Ortsteil Seppenrade werde weiterhin ein Priester wohnen, "solange es noch geht", verspricht der Priester. Die neuen Strukturen seien kein Grund dafür, "dass wir aufhören zu glauben und unseren Glauben zu feiern"
Diesen Prozess habe er in seiner Kalkarer Gemeinde erlebt. "Im neuen Pfarrgemeinderat haben wir gesagt, dass wir nicht fragen, was wir wollen, sondern was Gott von uns will. Das hat ein anderes Gemeinschaftsgefühl wachsen lassen, als es in einer Welt vorherrscht, in der sich die Menschen immer weiter von Gott entfernen", berichtet Elshoff. Es habe keine Sitzung gegeben, die nicht mit einem Gebet oder einer Betrachtung begonnen worden wäre. "Wir sind nicht allein. Gott will durch uns wirken. Dafür müssen wir ihm auch Zeit geben. Und wir müssen bereit sein, auf ihn zu hören."
Gleichzeitig hätten sich die Pfarrgemeinderatsmitglieder auch die Frage gestellt, wie sie sich um die Menschen in der Gemeinde kümmern könnten. "So ist bei jeder Taufe ein Mitglied des Pfarrgemeinderats dabei, um den Täufling in der Gemeinde willkommen zu heißen", berichtet Elshoff von einem Beispiel. Von seinem Aufenthalt in Chicago 2007 im Rahmen des Programms "Crossing Over" der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum hat er das "Running Dinner" mit nach Kalkar gebracht. "Wir haben es zu Pfingsten erstmals veranstaltet, und es war wunderschön. Die Menschen kamen zusammen und lernten sich beim Essen kennen."
Die Erfahrung, über den Tellerrand hinwegzusehen, sei interessant gewesen. Vornehmlich habe er in einer Gemeinde in Chicago gearbeitet, der Deutsche und Iren angehörten. "Es war beruhigend und erhellend zu sehen, dass trotz der gleichen Pastoral wie bei uns, die Menschen dort in die Kirche gehen. In Deutschland spricht man nicht über die Religion. Das ist in den USA anders. Dort wird auch von Diensten gesprochen; wir reden hier von Ämtern."
Wert legt Elshoff darauf, dass Gottesdienste gut vorbereitet sind. "Jede Eucharistie ist ein Hochfest. Dabei muss deutlich werden, dass sie Mitte und Zentrum unseres Glaubens ist." Elshoff freut sich auf seine neue Aufgabe und auf die Gelegenheiten, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. "Das ist Seelsorge. Ich will ein guter Pfarrer sein. Aber das wird immer schwieriger in den größeren Einheiten."
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Text: Michaela Kiepe | Foto: Michaela Kiepe in
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28.11.2011
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