
Heidi Göbel betreut mit Herz und Seele das Angebot.
Wohlfühl-Nachmittag im Pfarrheim
Angebot für pflegende Angehörige
Dorsten. Wer jemals altersbedingt kranke Angehörige pflegte – oft rund um die Uhr –, weiß, wie anstrengend, Kräfte zehrend und aufopfernd dieser im wahrsten Wortsinn Dienst am Nächsten ist. Daher hatte Ursula Ansorge von den Dorstener Maltesern die Idee, die pflegenden Angehörigen zu "Wohlfühl-Nachmittagen" einzuladen, um ihnen bei Kaffee und Kuchen ein paar Stunden Entspannung zu bieten, aber auch den Austausch von Erfahrungen. Heidi Göbel (62) von der Kirchengemeinde St. Nikolaus betreut dieses 2008 eingeführte Projekt mit Freude und Herzblut. "Dann stehen einmal im Monat die pflegenden Angehörigen im Mittelpunkt." Rund 90 Prozent aller Pflegebedürftigen werden von Angehörigen betreut, die mit den Problemen der schweren Pflege oft allein gelassen sind.
Die gelernte Sekretärin nimmt sich ihrer mit Liebe und Fürsorge an. Dieses "Sich-um-den-Nächsten-Kümmern" erfuhr sie bei den Schwestern des Krankenhauses, die sich um ihren alterskranken Vater bemühten, der dort in Würde sterben durfte. "Jetzt will ich ein Stück von dem an andere zurückgeben, was ich bei meinem Vater im Krankenhaus erfahren und bekommen habe: Liebe, Zuversicht und Stärke."
Die Wohlfühl-Nachmittage finden im Gemeindesaal von St. Nikolaus statt. Sie sind für die pflegenden Angehörigen eine willkommene und auch notwendige Abwechslung. In dieser Zeit sorgt der Malteser-Dienst bei Bedarf dafür, dass die Angehörigen nicht unbeaufsichtigt sind. Wenn auch die Nachmittage in gemütlicher Atmosphäre stattfinden, so geben sie den Beteiligten durch Zuspruch auch Kraft und Stärke, Trost und Anerkennung. Aber vor allem geht es um den Erfahrungsaustausch, das Zuhören und Miteinander-Reden. Daraus entwickeln sich spontan gemeinsame Themen, aber auch Vorlesestunden. Heidi Göbel richtet sich ganz nach der Situation und den Wünschen der Beteiligten.
Heidi Göbel, in ihrem ehrenamtlichen Engagement stets fröhlicher Natur, macht es Freude, sich einzusetzen. Sie ist auch Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Dorsten, kennt also die Bedürfnisse alter Menschen gut und kann entsprechend darauf reagieren, kann vor allem auf konkrete Fragen konkrete Antwort geben. Immer wieder betont sie ihr Bedürfnis, mit Dankbarkeit zurückzugeben, was sie im Leben Gutes erfahren hat. "Ich lebe so ein glückliches Leben, dass ich etwas abgeben kann. Wenn jeder Mensch ein wenig Zeit für die Belange eines anderen abgäbe, dann böte das Leben für alle viele freundlichere Augenblicke."
Diese vermittelt sie an den Wohlfühl-Nachmittagen und freut sich über jeden neuen Gast. "Keiner darf sich allein fühlen."
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Text: Maria Nienhaus | Foto: Maria Nienhaus in
Kirche+Leben
28.11.2011
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