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28.06.2016
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Professor Arnold Angenendt.

Professor Arnold Angenendt.

Exzellenzcluster der Universität stellt sich in Moskau vor

Kirchenhistoriker Angenendt hält Vortrag im Kreml

Moskau / Münster. Viele Hörsäle hat Professor Arnold Angenendt im Lauf seiner jahrzehntelangen Lehrtätigkeit kennen gelernt. Doch für den 77-jährigen Kirchenhistoriker aus Münster war sein Vortrag im Moskauer Kreml eine Premiere wie ein außergewöhnliches Ereignis. "Dass einmal ein katholischer Theologe im Kreml spricht, hätte ich früher nicht für möglich gehalten", sagte Angenendt, der über das Thema "Das religiöse Opfer“ referierte.

Angenendt sprach im Kreml-Museum im Rahmen einer Tagung, die das Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster zusammen mit dem Deutschen Historischen Institut und der Moskauer Lomonossow-Universität veranstaltete. Die internationale Konferenz beschäftigte sich mit dem Thema "Die Sprache der Gaben. Regeln der symbolischen Kommunikation in Europa 1100-1700".

Schätze der Rüstkammer

Der Kreml bot sich als Tagungsort an, weil in der dortigen Rüstkammer prachtvolle europäische und asiatische Staatsgeschenke an die russischen Zaren ausgestellt sind. Mit wertvollen Staatsgeschenken haben Russland und die Mächte Europas ihre Beziehungen gepflegt. Der reiche Schatz der Rüstkammer lud die Forscher ein, über die symbolische Sprache der Gaben und deren internationale Verständlichkeit nachzudenken. Geschenke unter Staaten waren seit jeher geeignet, Beziehungen vielfältiger Art zu begründen, zu intensivieren oder zu verlängern. Gaben und Geschenke waren seit jeher geeignet, soziale, religiöse und Beziehungen zu begründen.

Der Gabentausch beschränkte sich nicht auf innerweltliche Sphären, erläuterte Angenendt. Westliche und orthodoxe Christen glaubten gleichermaßen daran, Gott und die Heiligen beschenken zu können. Das konnten materielle Leistungen oder Gebete zu sein, um eine wichtige Gegengabe zu erhalten, zum Beispiel das Seelenheil. Zur Deutung des religiösen Opfers sagte Angenendt: "Ein Geschenk der Liebe mit einer gleichwertigen Gegengabe zu beantworten, verkennt die Liebe und beleidigt den Schenkenden." Vor diesem Hintergrund sei das christliche Opferverständnis zu sehen: "Jesus zufolge ist eine Gabe dann eine rechte Gabe, wenn dabei keine entsprechende Rückgabe verlangt wird, wenn sie Geschenk ist." Bedeutsam sei das Wort Jesu: "Geben ist seliger als Nehmen" (Apg 20,35).

Zwei weitere münstersche Teilnehmer

Angenendt hat sich jüngst mit dem Opferbegriff im Allgemeinen und dem mittelalterlichen Messopfer im Besonderen beschäftigt. Daraus ist sein neues Buch entstanden, erschienen bei Herder unter dem Titel "Die Revolution des geistigen Opfers – Blut, Sündenbock, Eucharistie".

An der Tagung im Kreml nahmen auch die in Münster lehrenden Historiker Professor Gerd Althoff und Professorin Barbara Stollberg-Rilinger teil. Sie erläuterten die Kultur des internationalen Schenkens und die Bedeutung des Gabentauschs im modernen Europa.

Im Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster forschen rund 200 Wissenschaftler aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern. Sie untersuchen das Verhältnis zwischen Religion und Politik weltweit von der Antike bis zur Gegenwart. Es ist der bundesweit größte Forschungsverbund dieser Art und von den deutschlandweit 37 Exzellenzclustern der einzige zum Thema Religion. Bund und Länder fördern das Vorhaben im Rahmen der Exzellenzinitiative bis 2012 mit 37 Millionen Euro.

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.religion-und-politik.de

Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard
25.11.2011

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