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21.05.2012
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Marie Jeanne Hiebel.

Marie Jeanne Hiebel.

Gedenkfeier für Opfer eines Luftangriffs 1944

Erinnerung an Marie Jeanne Hiebel

Hamm-Heessen. Auch 66 Jahre nach Kriegsende besuchen Angehörige von Kriegsopfern die Grabstätten ihrer Verwandten. In diesen Tagen reisen französische Angehörige der am 26. November 1944 bei einem Luftangriff getöteten Marie Jeanne Hiebel nach Deutschland, um deren Grabstätte auf dem Sundern-Friedhof in Hanm-Heessen und die Gedächtniskapelle an der St.-Stephanus-Kirche zu besuchen. Es sind der Bruder der Getöteten, Robert Hiebel, und ihr Neffe, Cyriaque Hiebel. Darauf weist die Stadt Hamm hin.

Auf Wunsch der Angehörigen wird der Heessener Dechant Wilhelm Lohle die Familie begleiten. Lohle wird am Grab von Marie Jeanne Hiebel eine kleine Andacht halten und die Grabstätte segnen.

Anschließend wird die Gedächtniskapelle an der St.-Stephanus-Kirche und der Ort des tödlichen Luftangriffs aufgesucht. Anlässlich des Besuchs wurde auf dem Sundern-Friedhof die Gedenkstätte für alle Opfer von Krieg und Gewalt von den Friedhofsgärtnern und der städtischen Malerkolonne saniert.

Marie Jeanne Hiebel wuchs in Lothringen auf und arbeitete als Lehrerin in Sarrebourg / Lothringen. Dort verliebte sie sich in den Besatzungsoffizier Franz Lowitz, der aus Hamm-Heessen stammte. Im Jahr 1944 bekam er zwei Wochen Heimaturlaub genehmigt, und so machte sich auch Marie Jeanne Hiebel auf den weiten und gefährlichen Weg von Lothringen nach Westfalen.

Fast täglich gab es Fliegeralarm. Die Menschen dieser Tage verbrachten viele Stunden in den mehr oder weniger sicheren Luftschutzkellern und Bunkern. Oft kam es vor, dass Familienmitglieder in räumlich getrennten Schutzräumen unterkamen, je nachdem, an welchem Ort man sich bei einem Fliegeralarm gerade aufhielt. So auch am 26. November 1944: Franz Lowitz war gerade dabei, sein kriegsbeschädigtes Elternhaus notdürftig zu reparieren und flüchtete, als die Bombeneinschläge näher kamen, in Richtung Enniger Bach. Er überlebte den Angriff unbeschadet.

Anders Marie Jeanne Hiebel: Sie flüchtete mit Elfriede Lange, Dorothea und Hans Kroppen sowie Gisela und Irmgard Lowitz in den Luftschutzkeller des Hauses Sommerkamp 1.

Eine Sprengbombe durchschlug sämtliche Geschossdecken des Hauses und detonierte im Keller. – Zwei Särge mit den sterblichen Überresten der im Keller Getöteten wurden auf dem Sundern-Friedhof beigesetzt.

Text: Bernd Schumacher, pd | Foto: Archiv in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
25.11.2011

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