
Pater Bernhard Hagen (links) und Pater Bernhard Pehle von den Weißen Vätern in Hörstel.
Bedeutung der Weltmission
Den Völkern der Welt die Liebe Gottes verkünden
Hörstel. Die Ordensgemeinschaft der Weißen Väter in Hörstel engagiert sich seit Bestehen für den Gedanken der Weltmission und besonders für die Solidarität mit den Christen in Afrika.
In der Kommunität in Hörstel leben ältere Missionare, die ein Leben in Afrika hinter sich haben. Neben seelsorglichen Aufgaben bleibt der missionarische Dienst ihr Hauptanliegen.
"Der Gedanke der Weltmissions ist heute nicht nur für die Missionsländer wichtig, sondern für die ganze Welt, besonders für Europa, weil wir scheinbar mehr um das Goldene Kalb – den Euro – tanzen, als uns um unsere Beziehung zu Gott und den Nächsten zu bemühen", sagt Pater Bernhard Hagen, der 25 Jahre als Missionar in Ghana lebte.
Pater Bernhard Pehle, der 36 Jahre Missionar in Sambia war, sieht in der Weltmission den Auftrag, die Menschen nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt auf ihrem Weg zu Gott und zueinander zu begleiten und zu fördern.
Der 75-jährige Pater Hagen fühlt sich als Missionar der Weltkirche in besonderer Weise der Weltmission verbunden. Sie bedeutet für ihn, auch heute noch den Auftrag Christi "Geht in alle Welt und verkündet den Völkern die Liebe Gottes" zu verbreiten. Aus seiner eigenen missionarischen Arbeit in Ghana und den aktuellen Kontakten zu Missionaren in Afrika weiß er, dass sich die Menschen, die in ihrem traditionellen Vielgötterglauben leben, nach einer großen Glaubensgemeinschaft mit einem "großen Gott" sehnen.
Kürzlich erhielt er eine E-Mail von einem befreundeten schwarzafrikanischen Priester, der schrieb, dass Ausgesandte von Stämmen den Bischof gebeten hätten, ihnen Menschen zu schicken, die sie in die christliche Welt einführen. Daraufhin wurden die Stämme gebeten, Personen aus ihren Reihen zu bestimmen, die dann in religiösen Zentren ausgebildet werden, um den Glauben in die Dörfer bringen.
Als wichtigen Grund für dieses Verhalten der Stämme nennt Pater Hagen, dass sie die christliche Religion als eine Religion der Liebe sehen, die ihnen die Furcht vor ihren Göttern nimmt und sie von diesen befreit, sodass sie sich selbst entwickeln können, zum Beispiel in Bildung und Gesundheit. Der Pater macht an einem Beispiel deutlich, welches Denken vorherrscht: "Man darf kein Loch in die Erde bohren, um Wasser zu haben, weil der Gott der Erde es nicht erlaubt." Der Pater weiß, dass dieses Denken jegliche Entwicklung behindert.
"Dem Menschen ist ein Bezug zur Transzendenz angeboren", erklärt der 72-jährige Pater Pehle. Deshalb seien die Menschen auf der Suche, mit dieser Transzendenz in Verbindung zu treten. Da diese eine Unbekannte ist, werde sie gefürchtet, und man versuche, sie durch Rituale zu besänftigen.
"Aufgrund unseres Glaubens an die Selbstoffenbarung Gottes fühlen wir die Verpflichtung und Verantwortung, unsere Gotteserfahrung anderen Menschen mitzuteilen." Heute gehe es nicht mehr darum, eine fertige Botschaft vorzulegen, sondern Ansätze in den Kulturen und Traditionen der Menschen zu finden, auf die die christliche Botschaft Antworten anbiete. Im Gegensatz zu früher, als die kulturellen Eigenarten der Einwohner Afrikas kaum geschätzt und oft missinterpretiert wurden.
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Text: Marianne Sasse | Foto: Marianne Sasse in
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