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21.05.2012
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Im Gespräch: Pfarrer Ludger Funke vom "Freckenhorster Kreis" (links) und Regionalbischof Christoph Hegge.

Im Gespräch: Pfarrer Ludger Funke vom "Freckenhorster Kreis" (links) und Regionalbischof Christoph Hegge.

Dialog zum Dialogprozess

Phase der Ermutigung und offener Diskussion

Borken. Mit Leib und Seele ist Ludger Funke Gemeindepfarrer: "Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als in der Gemeindeseelsorge tätig zu sein, aber die Errichtung von neuen großen Pfarreien macht mir Sorge. Ich befürchte, dass die Kirche die Nähe zu den Menschen verliert. Anonymität ist das Letzte, was wir in der Kirche gebrauchen können." Mit deutlichen Worten spricht Funke, Pfarrer einer 3.000-Seelen-Gemeinde in Duisburg-Homberg, im Borkener Kapitelshaus über den Zustand der katholischen Kirche, der sowohl bei Priestern als auch bei Laien "Frust" hinterlasse.

"Vor 40 Jahren waren wir in der Bereitschaft viel weiter, Reformen in der Kirche anzustreben", sagt der 64-Jährige und erwähnt die Diskussion um den Diakonat der Frauen und die Erweiterung von Mitwirkungsmöglichkeiten der Laien. Für den Seelsorger, der seit vielen Jahren im "Freckenhorster Kreis", einer Vereinigung von Priestern und Laien im Bistum Münster, engagiert ist, benötigt die Kirche "deutliche Zeichen, um aus der gegenwärtigen Kirchenkrise herauszukommen".

Funke erhält viel Zustimmung bei der Veranstaltung, zu der die örtliche Katholische Frauengemeinschaft, die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und die Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung eingeladen haben. In dem vom Borkener Kreisdekanatsgeschäftsführer Matthias Schlettert moderierten Gespräch geht es um den von der Deutschen Bischofskonferenz initiierten Dialogprozess, der unter dem Motto "Im Heute glauben – wo stehen wir?" steht.

Für Regionalbischof Christoph Hegge ist es wichtig, den Menschen differenzierte Angebote zu machen, wie sie einen Weg zu Gott finden können. "Es geht um plausible Glaubensangebote und um Hilfe bei der Sinnsuche. Auch ich weiß, dass Strukturen kein Allheilmittel sind. Strukturen bringen keine automatische Sicherheit. Wenn wir aber heute Strukturveränderungen vornehmen müssen, dann es geht es um Antworten auf Entwicklungen. Wir sind nicht mehr die Volkskirche wie vor 40 Jahren."

Die Erneuerung kirchlichen Lebens hängt für Regionalbischof Hegge am wenigsten von den Strukturen ab. "Es geht darum, Menschen zu begleiten, ihnen positive Glaubenserfahrungen zu vermitteln und eine Christus-Beziehung zu ermöglichen." Dies sei auch das Anliegen der Bischofskonferenz und des Dialogprozesses.

Er befürworte offene Gespräche, die helfen könnten, Charismen zum Aufbau der Gemeinden zu entdecken. "Ein neues Bewusstsein für die Charismen wird helfen, eine vom Geist Gottes geleitete Mitverantwortung für die Aufgaben der Gemeinde zu entdecken." Auch bereicherten neue geistliche Gemeinschaften das Leben der Gemeinden.

Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
31.10.2011

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