
Der Rosenkranz bildet das Herzstück der Ausstellung in Recklinghausen.
Ausstellung
Sinnsuche und Hoffnung
Recklinghausen. Vom 26. Oktober bis zum 17. November 2011 ist der "Kreuzweg der Menschheit" der Dorstener Künstlerin Gisela Ostrop in der Recklinghäuser Innenstadtkirche St. Peter zu sehen.
Eine Beschreibung oder Erklärung gibt es zu ihrem zwölf Stationen umfassenden "Kreuzweg der Menschheit" nicht. Das hat unterschiedliche Gründe. "Jeder Mensch hat seine eigenen Gedanken, wenn er die Stationen auf sich wirken lässt. Das möchte ich durch eine Beschreibung nicht einengen. Zudem verändert sich der Kreuzweg laufend", erklärt Gisela Ostrop. Denn die Dorstener Keramikkünstlerin, die in der alten japanischen Raku-Ton-Technik arbeitet, die in ihrem Herkunftsland als Symbol für Glück, Freude, Wohlgefühl und Zufriedenheit gilt, nimmt regelmäßig aktuelle Themen in ihren Kreuzweg auf: beispielsweise die schrecklichen Vorfälle der Love Parade in Duisburg vor mehr als einem Jahr oder die atomare Katastrophe im japanischen Fukushima.
Die einzelnen Stationen mit schmerzvollen Themen des Lebens – Familie, Jugend, Alter, Zwang, Krankheit, Terror, Missbrauch, Umwelt, Wettlauf der Zeit, Labyrinth, Tod – und die Himmelsleiter thematisieren Leid und Sinnsuche. Sie machen aber ebenso Hoffung. Wichtig sei es, dass der Raum und die Kunst miteinander korrespondieren. Dafür biete die Recklinghäuser St.-Peter-Kirche wunderbare Voraussetzungen. Ein Teil der Stationen wird auf der Galerie aufgebaut. Ausgelagert ist die Station "Tod", die gesondert an einer Wand mit Gedenksteinen zu sehen sein wird. Der Rosenkranz, das Herzstück des Kreuzwegs, wird in der Nähe des Altarraums an der Marienfigur liegen.
Den Kontakt zu Ostrop hat das Leitungsteam des Dekanats Recklinghausen der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) geknüpft. "Ich hatte von dem Kreuzweg gehört und ihn mir in Kamp-Lintfort angeschaut", berichtet Sprecherin Irmgard Schenk. Der Monat November mit seinen dunklen Tagen eigne sich besonders, über das menschliche Leben nachzudenken. "Wir haben in Zusammenarbeit mit Kantor Thorsten Maus ein umfassendes Begleitprogramm mit einem musikalischen Schwerpunkt erstellt", erklärt Frauenseelsorgerin Maria Peters.
So wird die Ausstellung mit einem Gottesdienst am Mittwoch (26.10.2011) um 18 Uhr eröffnet. Die musikalische Begleitung übernimmt der Frauenchor Mirjam. Zwei Tage später werden die "Mysteriensonaten" von Heinich Ignaz Franz Biber erklingen, ein meditatives Konzert mit dem Schwerpunkt Trost und Hoffung gehört zum Rahmenprogramm ebenso wie eine Matinee mit Flöte und Orgel zum Thema "Kreuz". Weiterhin kommt das "Stabat Mater" von Giovanni Battita Pergolesi zur Aufführung.
Neben dem musikalischen Programm gibt es beispielsweise Veranstaltungen zum Thema Trauer. "Ein Aspekt wird dabei sein, wie Kinder trauern. Mit dem Gesprächsabend wollen wir vor allem Mitarbeiter der Kindergärten ansprechen", erläutert Schenk. Ebenso ungewöhnlich wie erfreulich sei es, dass es im Rahmen der Kunstinstallation eine Jugendmesse gebe, betont Ostrop.
An 23 Tagen ist der Kreuzweg der Menschheit in der Kirche zu sehen. An jedem Tag beschäftigt sich eine der 20 KFD-Gruppen des Dekanats mit dem Thema in der Kirche. "Die Frauen sind dann auch Ansprechpartner für Besucher", erklärt Schenk. Die St.-Peter-Kirche ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Sonn- und feiertags ist sie nachmittags geschlossen.
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Text: Michaela Kiepe | Foto: Dirk Bauer in
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