
Mit einem Bannerzug zogen zahlreiche Kolpingsfamilien vom Niederrhein zum Festgottesdienst in die Kirche St. Maria Magdalena in Geldern ein.
Stütze der Pfarrei
Die Gemeinde lebt durch Kolping
Geldern. Sie ist eine Stütze der Pfarrgemeinde", sagt Diakon Heinz Balke aus Geldern. Die Rede ist von der örtlichen Kolpingsfamilie, bei der Balke das Amt des Präses bekleidet. "Eine Gemeinde lebt von aktiven Gruppen wie dieser", sagt Balke. Die Gelderner Kolpingsfamilie blickt bereits auf eine 150-jährige Tradition zurück. Zukunftsängste beschäftigen den Vorstand nicht: 110 Mitglieder bilden eine feste Basis. Sie sind Grundlage der Organisation und Ausführung von Familienfesten oder Kommunionkleiderbörsen, welche das Gemeindeleben gestalten.
Erster Vorsitzender ist Michael Gawellek, der gemeinsam mit seiner Ehefrau und Beisitzerin im Vorstand der Kolpingsfamilie, Silke Gawellek, Ansprechpartner in allen Belangen ist. Fragt man ihn nach dem Stellenwert des Sozialverbands in der heutigen Gesellschaft, ist sich Gawellek sicher: "Kolping ist nach wie vor ein Vorbild in dieser Gesellschaft. Diesem Verband sind die familiären Stärken zu eigen: Die Kolpingsfamilie hat einen starken Zusammenhalt", sagt er. Auf ein weiteres Merkmal legt er besonderen Wert: "Kolping findet man überall. Wir sind stolz, dazuzugehören, wenn wir mit unserer Fahne bei einer Veranstaltung einmarschieren, wo zahlreiche Kolpingsfamilien zusammenkommen."
Diese Familien stehen alle für die Werte Adolf Kolpings: Seelsorge, Betreuung von Familien, Ratgeber und zugleich Freund sein – diese Gedanken Kolpings liegen auch den Aktiven in Geldern sehr am Herzen. Alltagsnahe Aktivitäten, wie beispielsweise Seniorentreffen, Walkinggruppe, Kniffelturnier, Familienradtour oder ein Vater-Sohn-Zeltlager gehören ebenso dazu wie das Helfen in Notsituationen. "Teilen und dabei merken, dass man selbst nicht arm wird", fasst Pastor Stefan Dördelmann von der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena die Eigenschaft in Worte, die die Kolpingsfamilie lebt. "Engagement in der Kolpingsfamilie ist ehrenamtliches Engagement. Wie schön, dass es in all den Jahren Menschen gab, die bereit sind, das, was Gott ihnen an Talenten geschenkt hat, weiterzuverschenken", sagt er.
Zu diesen Geschenken zählt bei der Gelderner Kolpingsgruppe die Gestaltung von Freizeitangeboten für Familien, aber auch die Arbeit des Strickkreises, der Socken und Babymützen als gemeinsames Projekt mit der Stadt Geldern für andere Menschen liefert. Oder die Unterstützung derer, die dringend auf Hilfe angewiesen sind: Hochwasseropfer, Waisenkinder, Hilfstransporte für Bedürftige und vieles mehr.
Familie steht im Fokus
Seit 1861 steht die Familie im Fokus des Schaffens der Kolpingsfamilie – "und das soll auch so bleiben", sagt Michael Gawellek. Ein Ende dieser Tradition befürchtet er nicht, wenngleich die Übernahme eines Ehrenamts seiner Erfahrung nach nicht einfacher wird. Doch viele aktive Eltern sind Vorbild für ihre Kinder und "vererben" nicht nur eine Kolping-Mitgliedschaft, sondern auch das Engagement dafür. "Neue Familien sind bei uns natürlich auch jederzeit herzlich willkommen", sagt der erste Vorsitzende.
Zum 150. Jubiläum hat es neben dem Stiftungsfest eine Ü-30-Party gegeben – nah an den Mitgliedern und ihren Vorlieben. "Wir haben als Kolpingsfamilie eine wichtige Aufgabe in der Gemeinde, dazu gehört vor allem, Verbindungen herzustellen und Kontakte zu knüpfen. Das ist heute in unseren großen Gemeinden um so wichtiger, da alle von Anonymität in der Seelsorge sprechen", sagt Heinz Balke.
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Text: Katrin Reinders | Foto: privat in
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