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21.05.2012
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Inge Knief und Hedwig Dilling.

Die 52-jährige Inge Knief (links) leitet seit 24 Jahren den St.-Marien-Kindergarten, die 70-jährige Hedwig Dilling gehörte zu den ersten Erzieherinnen der Einrichtung in Ahaus-Ottenstein.

Erziehung im Wandel der Zeiten

50 Jahre St.-Marien-Kindergarten in Ahaus-Ottenstein

Ahaus-Ottenstein. Ich habe Kinder einfach gern. Ich möchte am liebsten sofort wieder anfangen, im Kindergarten zu arbeiten", sagt Hedwig Dilling. Die 70-Jährige hat die Anfänge des St.-Marien-Kindergartens in Ahaus-Ottenstein hautnah miterlebt. Es war die Zeit, als in nahezu allen Pfarrgemeinden Kindergärten als selbstständige Einrichtungen errichtet wurden. So auch in Ottenstein, als bis zum Bau des St.-Marien-Kindergartens die Kinder noch im Schwesternhaus unterkamen. Direkt nach ihrer Schulzeit hat Hedwig Dilling mit Kindern und zunächst im Schwesternhaus gearbeitet. "Ich kam aus der Schule und hatte keine erzieherische Ausbildung. Durch die Praxis lernte ich. Im alten Schwesternhaus hatten wir zwei Räume für 80 Kinder", erinnert sich Hedwig Dilling.

Früher wurden den Kindern oft Märchen und Geschichten erzählt. "Die Kinder saßen auf Bänken und haben zugehört. Ich hatte ein Akkordeon, meine Kollegin eine Gitarre, dann haben wir gesungen", sagt die frühere Erzieherin über den Tagesablauf, der sich im Lauf der Jahrzehnte verändert hat.

Stärken fördern

Dass die Erzieherinnen mit Kindern heute anders umgehen, bestätigt Inge Knief, die seit 32 Jahren im St.-Marien-Kindergarten beschäftigt ist und diesen seit mittlerweile 24 Jahren leitet: "Heute gehen wir mehr auf die Kinder ein, die Erzieherinnen sind mehr auf Augenhöhe mit den Kindern. Durch das veränderte Verständnis der frühkindlichen Pädagogik fördern wir die Stärken eines jeden Kindes, und wir versuchen, Schwächen zu beheben. Auch der gesetzliche Rahmen hat sich durch Reformen gewaltig verändert. Man denke nur an das Kinderbildungsgesetz (KIBIZ) von 2008", sagt Inge Knief.

Aber auch die Arbeitszeiten der Erzieherinnen und die Bedürfnisse der Eltern haben sich im Lauf der Jahrzehnte gewandelt: "Früher kamen die Kinder um 8.30 Uhr zu uns, heute sind die ersten schon um 7 Uhr da. Es fangen auch nicht alle Betreuerinnen zur gleichen Zeit an zu arbeiten. Wir haben eine Früh- und Spätschicht. Immer mehr Mütter und Väter gehen beide ganztags arbeiten. Das jüngste Kind in unserer U3-Gruppe war fünf Monate alt, als es zu uns gekommen ist", sagt Inge Knief. Es gebe immer mehr Kinder, die über Mittag und zum Mittagessen in der Tageseinrichtung blieben. "Damals gab es das auch noch nicht." Alle diese Veränderungen würden Hedwig Dilling nicht daran hindern, wieder in den Beruf der Erzieherin einzusteigen: "Es geht schließlich immer um die Kinder."

Viel Wert legt der Kindergarten St. Marien, der sich in Trägerschaft der Ottensteiner Gemeinde St. Georg befindet, auf die religionspädagogische Arbeit. Sie ist Fundament des täglichen Miteinanders in der Einrichtung. Christliche Feste im Jahreskreis zu gestalten, ist fester Bestandteil der Kindergartenarbeit. Regelmäßig gehen die Erzieherinnen mit den Kindern in die Kirche, um Wortgottesdienste zu feiern. So erleben die Kinder gemeinschaftlich religiöse Feiern. Das Gewissen und die Gefühle Andersgläubiger werden dabei respektiert. Die Mitarbeiterinnen sehen aber ihren Auftrag im christlichen Sinn.

Der Kindergarten soll ein Ort zum Wohlfühlen sein, der in vertrauensvoller und zugewandter Atmosphäre einen individuellen Lernweg für jedes Kind ermöglicht. Darin sind sich die heutigen und früheren Erzieherinnen einig.

Text: Anna-Lena Haget, Johannes Bernard | Foto: Anna-Lena Haget in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
30.09.2011

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