Kreuztracht in Kranenburg mit Bischof Felix
Genn: "Sind wir wirklich von Herzen hinter Jesus her?"
Kranenburg. Das Kreuzfest mit der Kreuztracht in Kranenburg vereinte auch diesmal zahlreiche Christen aus Deutschland und den Niederlanden zum gläubigen Bekenntnis zum gekreuzigten Herrn.
Pfarrer Christoph Scholten begrüßte am Sonntag (18.09.2011) als Zelebranten des Pontifikalamtes den Bischof von Münster, Felix Genn, der die Predigt hielt. Er ging auf den Streit zwischen Jesus und Petrus ein. Im Augenblick, da Petrus seine Freundschaft mit Jesus bekunden wollte, wies der Herr ihn zurück und nannte ihn Satan. "Du hast nicht im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen." Aber Jesus wollte Petrus nicht verlieren, deshalb wies er ihn an den richtigen Platz: "Hinter mich, folge mir!"
Der Blick auf das Kreuz
Seit Jahrhunderten seien die Menschen in Kranenburg hinter dem Kreuz hergegangen. "Sind wir wirklich von Herzen hinter Jesus her?", fragte der Bischof. In Kranenburg reiche der christliche Glaube über 1308 hinaus. "Welche Fülle an Geschichte kommt mir an diesem Morgen, da ich zum ersten Mal als Bischof von Münster in Kranenburg sein darf, entgegen?"
Bischof Genn stellte die Frage, ob die Rettung der Welt ausgerechnet durch die Passage des Kreuzes gehen müsse. Das Geheimnis der Erlösung bestehe darin, dass Jesus, der von Gott als Vater spreche, der diese Hinwendung Gottes zur Welt in vielen Worten und Taten erwiesen habe, das ganze Gift des Bösen auf sich nehmen musste, als er am Kreuz starb, "dass der Blick auf dieses Kreuz, auf den Durchbohrten, die einzige Rettung und das Heil ist."
Bischof schenkte Kindern ein Gebet
Der Bischof schenkte den Kommunionkindern, Ministranten und Jugendlichen ein Gebet, das sie ein Leben lang begleiten könne: "Jesus, Dir leb ich, Jesus, Dir sterb ich, Jesus, Dein bin ich im Leben und im Tod."
Maßgeblichen Anteil am feierlichen Kreuzamt hatten der Kirchenchor der Stifts- und Wallfahrtskirche (Leitung Kantor Philipp Kamps) an der Orgel Dirk Willemsen, die Choralschola Breuliana und ein kleines Bläserensemble aus dem Kranenburger Musikverein. Zur Aufführung kam die "Missa antiqua" von Wolfram Menschick.
Gang durch die Straßen von Kranenburg
Bei der Kreuztracht durch die Straßen von Kranenburg wurde das Heilige Kreuz von der Kreuzbruderschaft getragen, die auch das Beten leitete. Der Kranenburger Musikverein begleitete die Lieder. Die St.-Antonius-Bruderschaft Kleve, die Ritter des Souveränen Malteserordens, der Ritterorden des Heiligen Grabes von Jerusalem, Ministranten, Kommunionkinder, Fahnenabordnungen, Schützen, Ehrengäste und zahlreiche Pilger von nah und fern begleiteten mit dem Bischof Genn sowie Pfarrer Scholten und drei Diakonen das Kreuzheiligtum durch die Grenzgemeinde.
Nach dem dreifachen "O Crux ave spes unica" erteilte Bischof Felix mit dem Segenskreuz mit dem Partikel des Heiligen Kreuzes von Jerusalem, den feierlichen Segen. Beim Auszug aus der Stifts- und Wallfahrtskirche segnete der Bischof die Kommunionkinder.
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Text: Werner Stalder
21.09.2011
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