
Nelly mit ihrer Gastfamilie Magdalene und Friedhelm Mundt und deren Sohn Hendrik aus Kamp-Lintfort.
Glauben Voneinander lernen
Mexiko wurde schnell zur zweiten Heimat
Kamp-Lintfort. Die Mexikanerin Nelly Montiel absolvierte ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Pfarrei St. Josef in Kamp-Lintfort. Jetzt startet sie mit vielfältigen Erlebnissen und Eindrücken zum Weltjugendtag nach Madrid.
Ein bunter Teppichläufer ziert die Fensterbank. Die neongelben, pinken und grünen Farben erinnern stark an gewebte Textilien, wie sie für den aztekischen Kulturkreis in Mexiko typisch sind: "Mexiko ist uns schon fast zur zweiten Heimat geworden", sagt Friedhelm Mundt und deutet lächelnd auf die Dekoration. Der 56-Jährige und seine Frau engagieren sich im Arbeitskreis "Gerechtigkeit in der einen Welt" in ihrer Pfarrgemeinde St. Josef in Kamp-Lintfort.
Die Partnerschaft mit der mexikanischen Pfarrei "Sagrado Corazón de Jésus" besteht seit 15 Jahren. Wie lebendig der Austausch sein kann, erlebt die Familie Mundt seit einem Jahr. Seitdem sind sie nämlich Gasteltern für die Mexikanerin Nelly Montiel.
Mit einer Reisegruppe aus der Pfarrei St. Josef hatte die Familie schon früher das Partnerbistum Tula besucht: "Es ist faszinierend zu erleben, wie herzlich die Menschen dort sind", schildert Friedhelm Mundt. Begeistert hat das Ehepaar auch die Landschaft. Die Region Hidalgo liegt im Hochland und ist ländlich geprägt. Da dort fast wüstenartiges Klima herrscht und die Böden karg sind, ist Landwirtschaft jedoch nur eingeschränkt möglich.
"Wir wollen durch die Partnerschaft das Leben und den Glauben miteinander teilen", erläutert Friedhelm Mundt. Ihm geht es um Partnerschaft, nicht um Patenschaft. Die deutschen Gäste lernten während ihrer Gespräche auf den Reisen vor allem die unterschiedlichen Ausprägungen des Glaubens kennen. Am Beispiel der Feste wie Allerheiligen wurde das besonders deutlich: "Das wird in Mexiko anders gefeiert. Die Verstorbenen werden mit einbezogen", berichtet er.
So würden Altäre aufgebaut und mit den Lieblingsspeisen der toten Angehörigen geschmückt. Gemeinsamkeiten gab es dagegen beim Gottesdienst: "Das Vaterunser kann man auch gut zweisprachig beten", sagt Magdalene Mundt. "Spanisch und deutsch, das passt vom Rhythmus her." Der Austausch mit dem fernen Land ist für die Mundts noch intensiver geworden, seitdem sie die 27-jährige Nelly Montiel beherbergen. Bereits 2005 hatte das Ehepaar Nelly und eine Freundin zum Weltjugendtag in Köln aufgenommen. Damals wurden die ersten freundschaftlichen Bande geknüpft. Für ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) kam Nelly wieder nach Deutschland und ist seitdem erneut Gast bei den Mundts. In St. Josef unterstützt sie Pastoralreferentin Andrea van Huet in der Katechese und engagiert sich in der Kindertagesstätte St. Barbara: "Nachmittags habe ich viel mit älteren Menschen gearbeitet. Das war zunächst ungewohnt für mich", berichtet Nelly, die in Mexiko-Stadt ihren Abschluss im Fach Mathematik gemacht hat.
Mittlerweile singt sie im Chor und hat mit ihren Gasteltern Ausflüge nach Köln, Kevelaer und Xanten gemacht: "Schade, dass das Jahr von Nelly bald zuende geht", bedauert die 57-jährige Magdalene Mundt. "Wir haben viel mit ihr gelacht, viel von Mexiko gehört und auch ein paar Brocken Spanisch gesprochen."
Nelly hat innerhalb eines Jahres Deutsch gelernt. Das hilft ihr bei der Verständigung mit deutschen Gästen beim Weltjugendtag in Madrid. In Mexiko wird sie ihre Gasteltern vermissen und die deutschen Brötchen. Die findet sie klasse!
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Schwerpunktthema: Weltjugendtag in Madrid
Text: Marie-Theres Himstedt | Foto: Marie-Theres Himstedt in
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