
In dem Buch "Nur mein Wille zählt" berichtet Karl Graf über seine Reise nach Santiago de Compostela.
Der Wille führt zur inneren Stärke
Pilger-Erfahrung auf dem Jakobsweg von Karl Graf
Goch-Pfalzdorf. Zufriedenheit ist das höchste Gut im Leben. Das sagt Karl Graf aus tiefer Überzeugung. Der 60-jährige Extremsportler aus Pfalzdorf hat seine Zufriedenheit nun auf mehr als 200 Buchseiten niedergeschrieben: "Nur mein Wille zählt", lautet der Titel des Buchs, das im Tagebuch-Stil von seinen drei "Abenteuern" mit Rucksack erzählt. Dabei führten seine Wege als erstes vom Niederrhein mit dem Rad in die Pyrenäen, 15 Tage zu Fuß nach Santiago und im Anschluss an das "Ende der Welt" (Finisterra).
Die zweite Reiseroute verlief über den Aragonischen und Navarrischen Weg in Frankreich, und der dritte abenteuerliche Weg erstreckte sich über mehr als 1.000 Kilometer Fußmarsch unter dem Namen "Via de la Plata" zwischen Sevilla und Santiago de Compostela.
Entstanden ist ein Buch, das in einer Mischung aus Reisebericht, persönlichem Tagebuch, Gedanken und Lebensweisheiten, aber auch Reimen und vielen Fotos von den einzelnen Stationen berichtet und einen Einblick in Grafs Seelenwelt liefert. Dabei soll der Titel nicht irreführen: "Mein Wille" bedeute nicht unabdingbar der Wille von Karl Graf. "Vielmehr soll sich damit der Leser angesprochen fühlen und sich sagen, dass sein Wille stark genug ist, Positives zu erreichen", erläutert der Autor.
Von 2005 bis 2007 begab Karl Graf sich auf seine drei "Abenteuer". Durch seine Zusammenarbeit mit dem Pfalzdorfer Ghana-Kreis ist er auf den Jakobsweg gestoßen. Für den Ghana-Kreis hatte der Sportler in der Vergangenheit schon einmal eine Sponsorenfahrradfahrt zur Ostsee unternommen: 630 Kilometer in zweieinhalb Tagen. Es sollte eine Fortsetzung geben. Aber wohin? "Es musste etwas Besonderes sein", schildert er rückblickend. Bei dem Gedanken an das Mittelmeer habe ihm die Emotion gefehlt. "Doch beim Jakobsweg bekam ich plötzlich Gänsehaut", sagt er. Gesagt, getan. Und so trat Graf auf seiner ersten Buch-Reise gleichzeitig auch für den heimischen Ghana-Kreis in die Pedale.
Die schwierigste Tour sei eindeutig die dritte gewesen, meint der Sportler. Von Sevilla aus hatte er sich auf eine 1.000 Kilometer lange Strecke für 20 Tage in Richtung Santiago de Compostela begeben – und das unter erschwerten Bedingungen:
Eine Verletzung am Fuß, Sturm, Kälte, Hagel und matschige Wege in kurzer Sommerkleidung zu bewältigen, sei eine enorme Herausforderung für ihn gewesen. So heißt es in seinem Buch für Sonntag, 13. Mai: "Heute gefiel mir nichts, weder die weite Strecke, noch das Wetter."
Menschliche Grenzerfahrungen, Extremsituationen und unbeeinflussbare Umstände gehören ebenso zu den persönlichen Schilderungen wie Erfolgserlebnisse, Stolz und Glück. Dahinter steckt immer eine bestimmte Botschaft. Denn "jeder kann, wenn er will, sagen: Nur mein Wille zählt", sagt Karl Graf. Durch den Glauben an sich selbst könne man viel erreichen – aber nicht alles.
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Text: Katrin Reinders | Foto: Katrin Reinders in
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01.08.2011
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