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17.12.2018
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Schwester Almuth Göke (links) und Schwester Georgis Wempe.

Schwester Almuth Göke (links) und Schwester Georgis Wempe vor ihrem Hauseingang am Kirchplatz 2. "Unser Haus ist offen für alle", erklären die beiden Ordensschwestern.

Immer da, wenn Hilfe benötigt wird

Jubiläum der Schwestern Unserer Lieben Frau in Vreden

Vreden. Exakt 104 Ordensschwestern kümmerten sich in Vreden von 1911 bis 2011 um die Erziehung der Mädchen und Jungen im Kindergarten. Fast alle älteren Vredener erlebten sie im Religionsunterricht oder in der Sakramentenvorbereitung. Außerdem sammelten zahlreiche Mädchen bei ihnen hauswirtschaftliche Erfahrungen oder lernten Nähen in der Nähschule der Schwestern. Die Kochschule im alten Josefshaus war ebenfalls sehr beliebt – bei Frauen und Männern.

Eine alte Babypuppe erinnert daran, dass die Schwestern früher die Ausbildung in der Säuglingspflege übernahmen. Auch für die Krankenpflege waren sie in der Vergangenheit verantwortlich.

Bis vor kurzem bildeten Schwester Almuth Göke, Schwester Georgis Wempe und Schwester Bernhardine Musholt über drei Jahrzehnte das viel geachtete und beliebte "Dreigestirn" der Schwestern Unserer Lieben Frau am Kirchplatz 2. Aus gesundheitlichen Gründen zog Schwester Bernhardine Anfang des Jahres 2011 in das Altenheim des Provinzhauses nach Coesfeld und wurde von vielen Vredenern mit einem Abschiedsfest und Dankesworten verabschiedet.

Beim Jubiläumsfest am 25. September 2011 wird sie aber gemeinsam mit den anderen Schwestern Unserer Lieben Frau, die aus Vreden stammen oder dort tätig waren, wieder in ihre "Heimat" zurückkehren sowie den Festgottesdienst und den anschießenden Gemeindetreff erleben. Darauf freuen sich Schwester Almuth und Schwester Georgis bereits. Sie haben auch schon einiges zum Jubiläum geplant, zum Beispiel eine Bibelausstellung im Hamaland-Museum.

Die Historie der Schwestern ist gut dokumentiert: Am 29. September 1911 kamen die ersten fünf Schwestern nach Vreden. Sie zogen in die so genannte Michaelsburg des Rathauses. Wenige Tage später leiteten sie dort einen Kindergarten mit 120 Mädchen und Jungen – die erste Einrichtung dieser Art in Vreden – und nach vier Wochen eröffneten sie die Nähschule. "Aus unseren Annalen wissen wir, dass die Vredener die Schwestern sehr freundlich aufgenommen haben", sagt Schwester Almuth. Sie berichtet, dass die Bevölkerung die Ordensschwestern damals mit Essen versorgte und die Ehefrau des Bürgermeisters für sie mit dem Bollerwagen Kartoffeln sammelte.

Von 1930 bis 1934 lebten die Ordensschwestern in der alten Kaplanei am Domhof, dann zogen sie in das Josefshaus in unmittelbarer Nähe der St.-Georg-Kirche, wo sie bis zum Jahr 2000, dem Abbruch und Neubau des Pfarrheims, lebten und wirkten.

"Die Katechse zählte immer zu den wichtigsten Aufgaben unserer Schwestern. In der Zeit der Nazi-Diktatur, als der Religionsunterricht verboten war, entwickelte sich das Josefshaus zu einer Widerstandszelle. Unsere Schwestern haben die Predigten des damaligen Bischofs Clemens August Graf von Galen vervielfältigt und an die Front geschickt. Außerdem leiteten sie heimlich die damals verbotenen kirchlichen Jugendgruppen", sagt Schwester Georgis. Sie verweist darauf, dass die Schwestern immer geschaut hätten, wo Not herrschte.

Dieses mit Hingabe und großer Menschlichkeit erfüllte Wirken der Schwestern hat wohl auch mehr als 40 Vredener Mädchen bewogen, in den vergangenen 100 Jahren ebenfalls in den Orden der Schwestern Unserer Lieben Frau einzutreten.

Die 68-jährige Schwester Almuth leitete zunächst den Kindergarten St. Georg und ist seit 1992 als pastoralpädagogische Mitarbeiterin in der Gemeinde St. Georg tätig. Sie war von 1987 bis 1994 Hausoberin und übernahm vielfältige Aufgaben in der Katechese. Dazu zählen die Vorbereitung von Familiengottesdiensten, Familienwochenenden und Kinderwortgottesdiensten. Sie leitet außerdem meditative Tanzgruppen und übernimmt in der Gemeinde Gruppenarbeit mit Frauen. "Im Lauf der Zeit hat sich einiges geändert, weil wir weniger geworden sind. Aber wir haben uns immer am Bedarf in der Gemeinde orientiert", sagt Schwester Almuth.

Schwester Georgis hebt hervor, dass das Haus der Schwestern eine Anlaufstelle der Gemeinde ist. Jeden Mittag bewirtet sie die Geistlichen der Gemeinde mit einem Mittagessen. Die Hostien werden dort abgeholt, und die 72-Jährige übernimmt, wenn nötig, den Küsterdienst in der St.-Georg-Kirche und Stiftskirche. Früher hat sie auch die Gewänder der Priester und Messdiener gewaschen und gebügelt, leitete zahlreiche Kochkurse und bildete junge Frauen in der Hauswirtschaft aus.

"Wir schauen, wie es mit unserer Gemeinschaft weitergeht. Wir möchten die Kräfte, die wir noch haben, weiterhin einsetzen", sagen die beiden Ordensfrauen.

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Text: Annegret Rolvering | Foto: Annegret Rolvering in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
01.08.2011

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