
In der Kevelaerer Kerzenkapelle ist das Marienbild am letzten Juniwochenende mit besonderer Pracht geschmückt. Das "Marienbild in 1.000 Rosen" zieht viele Pilger zum Gebet an.
Inneren Frieden finden
Sühnenacht ist fester Bestandteil im Wallfahrtskalender
Kevelaer. Seit 27 Jahren ist die Gebets- und Sühnenacht "Das Marienbild in 1.000 Rosen" ein fester Bestandteil im Kevelaerer Wallfahrtskalender. Immer am letzten Wochenende im Juni kommen Pilger in der Kerzenkapelle zum Gebet für den Frieden zusammen, um anschließend eine besondere Nacht mit Lichterprozession und Beichtgelegenheiten zu feiern.
Es regnet. An diesem Abend ist alles so still. Kevelaer ist still – eine Seltenheit in der Stadt, die sonst so viele Menschen lockt. Diejenigen, die an diesem Samstagabend unterwegs sind, haben ein eindeutiges Ziel: die Kerzenkapelle. Denn dort ist das Marienbild während der Abend- und Nachtstunden in 1.000 gelbe und weiße Rosen gehüllt.
Schon bald füllen sich die Bankreihen. Ältere und sehr junge Menschen, Familien mit Kindern, Ehepaare und Einzelpersonen rücken zusammen. "Der innere Frieden eines jeden von uns ist die Keimzelle des großen Friedens", predigt Pater Julian Schaumlöffel aus der Abtei Königsmünster vom Altar – und bei Erklingen dieser Worte scheint es, als würde der Moment noch ein bisschen stiller. Denn dies ist der Beginn einer Nacht, in der viele Pilger zusammenkommen, um gemeinsam für den Frieden zu beten und Sühne abzuleisten für die Sünden der Welt.
"Während dieser Nacht wollen wir die Gottesmutter bewusst in die Mitte stellen und zu ihr beten", erläutert Pater Julian den Hintergrund. Mit dem Magnificat, dem Lobgesang Marias im Evangelium nach Lukas, steigt er ein in das Thema, das die Gläubigen bewegt: Frieden. Frieden in der ganzen Welt.
Der wiederum beginne mit dem Frieden im Kleinen, der inneren Ruhe, dem "mit sich im Reinen sein", wie Pater Julian sagt. Von diesem persönlichen Frieden strahle es hinaus in die Gesellschaft, erklärt er. Die Gottesmutter Maria sei der Urtyp des Seelenfriedens, welcher "kein Produkt des Könnens, sondern ein Geschenk ist", sagt Pater Julian.
Strahlender Schein
"Der innere Frieden strahlt nach außen und steckt andere an", erläutert der Prediger weiter, "wir spüren ihn deutlich, wenn wir Menschen begegnen, die keine Spur von Egoismus hinterlassen und sich für andere hingeben."
Maria sei eine Persönlichkeit, die unvoreingenommen an andere herantrete: "Sie gleicht einem Fenster, durch das Sonnenlicht ungehindert scheinen kann."
Gestärkt durch das Vorbild Marias ziehen die Gläubigen in dieser Nacht zum Forum Pax Christi, nehmen später am Rosenkranzgebet, der Lichterprozession und dem Sakrament der Beichte teil, um Wallfahrt in Kevelaer ganz ungewohnt in einer besonders stillen, nächtlichen Atmosphäre mit dem Marienbild inmitten von 1.000 Rosen zu erleben.
Die nächste Sühneanbetung ist am 5. August 2011. Sie beginnt um 20 Uhr mit der heiligen Messe und endet um 1 Uhr. Während der Betstunden besteht die Möglichkeit zur Beichte.
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Text: Katrin Reinders | Foto: Katrin Reinders in
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