
Knapp 100 Punkte umfasst das Programm, das die Christen in Dülmen anlässlich des Stadtjubiläums auf die Beine gestellt haben.
Gemeinsam unterwegs sein
Ökumenischer Kirchentag in Dülmen
Dülmen. In Dülmen leben 40.000 Christen. Doch nicht nur sie wollen die Verantwortlichen mit ihrem "Dülmener Kirchentag" ansprechen, der am Sonntag (17.07.2011) im Rahmen der Festwoche zum 700-jährigen Stadtjubiläum, stattfindet.
Bereits im März vergangenen Jahrs kamen Aktive der neun katholischen Gemeinden, der evangelischen Kirchengemeinde und der evangelischen Freikirche zusammen. "Uns war von Anfang an klar, dass der Sonntag der Festwoche zum 700-jährigen Bestehen der Stadt Dülmen von uns als ökumenischer Tag veranstaltet werden soll", erklärt Jutta Roß, Mitglied im elfköpfigen Lenkungsausschuss und Presbyterianerin der evangelischen Kirchengemeinde. Zwar gibt es schon länger gemeinsame konfessionsübergreifende Aktivitäten, aber in dieser Form ist die Zusammenarbeit ein Novum. Schnell war auch das Motto des Tags gefunden: "Kirche findet Stadt". Allerdings findet die Kirche dank eines Wortspiels nicht nur "Stadt", sondern auch "statt".
Gemeinsames Ziel
"Wir haben erfreulich gut zusammengearbeitet", sagt Graciela Sonntag, Pastoralassistentin in Heilig Kreuz. Und Roß bestätigt: "Wir hatten einen gemeinsamen Auftrag und ein gemeinsames Ziel. Es war wunderbar."
Als das Konzept im Lenkungsausschuss erstellt war, wurden die unterschiedlichen Gruppen angesprochen. "Erst kamen die Rückmeldungen sehr zäh, aber nach einem Informationsabend haben wir eine gute Resonanz erhalten", sagt Christiane Daldrup, die im Lenkungsausschuss unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und sich in der Seelsorgeeinheit St. Viktor, St. Mauritius und St. Jakobus engagiert.
So entstand ein Programm, das knapp 100 Punkte umfasst und zum Mitmachen einlädt. Entlang der "Kirchenmeile", einem Rundweg durch die Innenstadt Dülmens, können sich Interessierte auf den Weg machen. Der "Weg" bildet ein zentrales Motiv des Tags. An zehn "Fundorten" finden sich Programmangebote zu den Schwerpunkten Dialog, Jugendkirche, Geistliches Leben, Menschenwürde, Bildung, Musik – Kunst – Kultur sowie Kirche im Aufbruch. "Wir hoffen, dass wir mit unserem Programm neue Impulse für das Leben in unserer Stadt setzen können", sagt Jana Tewocht, die sich als Messdienerin und Firmkatechetin in Heilig Kreuz sowie am "Fundort Jugendkirche" engagiert. Und Angela Fiegen, Pfarrgemeinderatsvorsitzende in St. Joseph und aktiv für den Bereich Menschenwürde sagt: "Wir zeigen, wie vielseitig die unterschiedlichen Themen sind und wo Kirche stattfindet. Das ist nicht nur im Kirchenraum." Aktiv sein bedeute nicht nur äußere, sondern auch innere Bewegung. "Das heißt für den 'Fundort Geistliches Leben' auch Ruhe und Stille", sagt Roß.
Einbezogen in die Kirchenmeile sind drei Kirchen, aber ebenso das evangelische Altenhilfezentrum, die Krankenhauskapelle und die Familienbildungsstätte.
Es sei viel Arbeit gewesen, diesen Tag vorzubereiten, sind sich die Mitglieder des Lenkungskreises einig. "Aber wir haben Einblicke erhalten, wie die anderen Gemeinden arbeiten. Und es tut gut, Menschen kennen zu lernen, die sich ebenso in der Kirche engagieren", sagt Sonntag. "Wir sind in dieser Stadt Kirche, weil wir die Menschen sehen, die dahinter stehen", betont auch Fiegen.
Die Arbeit im Lenkungskreis und in den gemeinsamen Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Fundorten entlang der "Kirchenmeile" habe dieses Gemeinschaftsgefühl verstärkt. "Wir hoffen, dass die Menschen, die sich am Sonntag auf den Weg machen, auch etwas von diesem Gefühl erfahren", sagt Roß.
Kirche findet Stadt und statt
Der Dülmener Kirchentag findet statt am Sonntag (17.07.2011) und beginnt um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Marktplatz. Anschließend können sich die Menschen auf den Weg machen, um an zehn verschiedenen "Fundorten" Kirche zu erleben. Sei es bei einem Gespräch mit Regionalbischof Dieter Geerlings, bei einem Podium mit Julitta Münch zum Thema Dialog oder bei einem Auftritt des gehörlosen Tänzers Tobias Kramer zum Thema Menschenwürde. Das vollständige Programm ist im Internet abrufbar unter
www.duelmenerkirchentag2011.de.
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Text: Michaela Kiepe | Foto: privat in
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11.07.2011
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