
Regionalbischof Wilfried Theising hat bei seinem Antrittsbesuch bei der KLB auf dem Hof von Arno Leurs in Winternam (Kerken) keine Berührungsängste.
Sorge vor Vereinsamung
Kirche bleibt auf dem Land präsent
Kerken. Man merkt es sofort: Der Bauernhof ist seine Heimat. Berührungsängste mit dem lieben Vieh oder den Stallungen kennt Regionalbischof Wilfried Theising nicht. In einen schwarzen Anzug gekleidet, mit blank polierten Schuhen, folgt er einer Gruppe des Katholischen Landvolks (KLB) in den Stall von Landwirt Arno Leurs in Winternam (Kerken), beugt sich zu den Rindern und streckt ihnen fast zärtlich seine Hand entgegen.
Die KLB in der Region hatte den Regionalbischof eingeladen, um sich gegenseitig besser kennen zu lernen und dem Geistlichen die Situation der Landwirte vorzustellen. Theising weiß, wovon die Landwirte sprechen. Er ist auf einem Bauernhof in Wettringen aufgewachsen und hat die Sorgen und Probleme der Landwirte hautnah erlebt. Noch als Pfarrer von Metelen hat er den elterlichen Hof im Münsterland regelmäßig besucht und sich um die Sauenzucht gekümmert.
Theising berichtet, wie er vor fünf Jahren Bauern betreut hat, als im Rahmen der Schweinepest die Tiere auf ihrem Hof gekeult wurden. Auch bei den Fachgesprächen über den Fettgehalt der Milch, über schwarz-bunte und weiß-bunte Kühe oder über die Hygienevorschriften in den Ställen ist er im Thema.
Mit sichtlichem Interesse informiert er sich über die Zucht der Jerseykühe, die Milch mit einem hohen Fett- und Eiweißanteil geben. Arno Leurs ist einer der wenigen Züchter dieser Rasse in Nordrhein-Westfalen. Für Theising ist es wichtig, dass er verschiedene Berufsgruppen kennen lernt. Die Landwirte haben für ihn eine besondere Bedeutung, haben sie doch die Region als Kulturlandschaft seit vielen Generationen geprägt.
Doch die Gruppe der KLB möchte mit dem Regionalbischof nicht nur die Situation der Landwirte diskutieren. Ihr liegt auch die religiöse Situation der Menschen in der Region am Herzen. Gerd Jacobs, ehemaliger Landwirt und Bildungsreferent der KLB und der Katholischen Landjugend im Bistum sowie langjähriger Landtagsabgeordneter, lenkt den Blick auf die pastorale Situation der Katholiken in den kleinen Orten.
Für Jacobs ist es im Zug der Fusion zu einer Anonymisierung der Seelsorge vor allem im ländlichen Raum gekommen. Beispielhaft nennt Jacobs die Großgemeinde Geldern mit ihren sieben Ortschaften. "Ständig gibt es Priesterwechsel am Altar", klagt er, "kein Seelsorger kennt mehr seine Gemeinde, es gibt keinen Wir-Bezug mehr, und wenn es in der Nachbarschaft einen Todesfall gibt, kann die Hinterbliebenen keiner mehr trösten."
Theising nimmt die Äußerungen von Jacobs ernst. Ja, für die Gemeinde und die Geistlichen sei die Situation durchaus belastend. Auch er befürworte eine kontinuierliche Beziehung der Priester zu ihrer Gemeinde. Es könne nicht dabei bleiben, dass Priester zu den Gottesdiensten eingeflogen würden. Die Kirche müsse im Dorf präsent bleiben, fordert er. Das bedeute aber, dass die Kirchen vor Ort durch kleine Gruppen und Aktionen mit Leben gefüllt würden.
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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel in
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11.07.2011
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Die Benediktinerin Hildegard von Bingen ist von Papst Benedikt XVI. zur Heiligen der Universalkirche erhoben worden.
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