
Traditionell machen sich viele Pilger auf den Weg von Osnabrück nach Telgte.
Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte im 159. Jahr
Organisatoren der Fußwallfahrt rechnen mit 9.000 Teilnehmern
Telgte / Osnabrück. Am 9. und 10. Juli 2011 können die Osnabrücker Pilger das 159-jährige Bestehen ihrer Wallfahrt nach Telgte begehen. Dies teilte die Bischöfliche Pressestelle Münster mit. Was aus kleinen Anfängen entstand, entwickelte sich im Laufe der Zeit mit zuletzt 8.000 bis 9.000 Teilnehmern zur größten Fußwallfahrt Deutschlands. Einschließlich der mehr als 20 Begleitfahrzeuge erstreckt sich der Zug über eine Länge von zwei Kilometern.
Die 159. Osnabrücker-Telgter Wallfahrt steht unter dem Leitwort "Zur Hoffnung berufen" und zieht am frühen Samstagmorgen (09.07.2011) nach zwei Pilgermessen gegen 3 Uhr am Johannisfriedhof in Osnabrück los. Kurz vor 8 Uhr ist der Einzug in Glandorf. Dort wie auch später in Ostbevern ist noch Gelegenheit, sich der Osnabrücker Fußwallfahrt anzuschließen. Die Ankunft in Telgte nach 48 Kilometern Wegstrecke ist erfahrungsgemäß gegen 15.45 Uhr. Weihbischof Theodor Kettmann hält zuvor an der Klause in Oedingberge eine Pilgerpredigt.
Messe mit Bischof Bode
Am Sonntag (10.07.2011 ) ist um 5.30 Uhr eine Pilgermesse auf dem Kirchplatz. Sie wird vom Osnabrücker Diözesanbischof Franz-Josef Bode zelebriert, der auch die Predigt hält. Bode predigt ebenfalls in der anschließenden Jugend- und Familienmesse um 6.45 Uhr. Auszug aus Telgte ist am Sonntag um 8 Uhr. Gegen 19 Uhr treffen die Osnabrücker in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Oesede (Georgsmarienhütte) ein, wo die Schlussandacht stattfindet. An beiden Wallfahrtstagen wird die B 51 zu bestimmten Zeiten auf Teilstücken voll gesperrt.
Im Jahr 1852 machten sich zum ersten Mal etwa 20 Katholiken von St. Johann in Osnabrück auf den Weg nach Telgte. Daraus erwuchs im Laufe der Jahre eine Tradition. In den Zug der Osnabrücker reihten sich bald zahlreiche Pilger der umliegenden Dörfer des Osnabrücker Landes ein, so dass ein großer Wallfahrtszug die Stadt an der Ems erreichte. Auch schwierige Umstände vermochten die Osnabrücker nicht davon zurückzuhalten, sich auf den weiten Weg nach Telgte zu machen. Man ging während der Zeit des Kulturkampfes ebenso wie in den Jahren des Ersten und Zweiten Weltkrieges.
Verbote durch Nazis
Als die Nationalsozialisten die Wallfahrt im niedersächsischen Teil, dem damaligen Gau Weser–Ems, verboten, traf man sich in Ostbevern, um von dort im geschlossenen Wallfahrtszug nach Telgte zu gehen. Als auch in Westfalen ein Verbot erlassen wurde, machte sich wie immer eine kleine Schar heimlich auf den Weg. Die Fußpilger wurden in Telgte von zahlreichen Osnabrückern erwartet, die mit dem Zug oder mit dem Fahrrad nach dort gekommen waren. In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gingen die Zahlen der Wallfahrer leicht zurück, nahmen dann aber wieder erheblich zu. Bemerkenswert sind die zahlreichen jungen Leute, die Jahr für Jahr mitgehen.
Die Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte zeichnet sich auch durch eine große Anzahl von Fahnen aus, die dem Ganzen ein farbenprächtiges Bild geben. Im Lauf der Zeit sind immer wieder neue Wallfahrtsbücher erschienen, die zeitgemäße Gebete und Lieder aufnahmen, jedoch auch die Tradition pflegten. So ist das eigens verfasste Auszugslied "Zum letzten Mal nach deinem Bild" bewegend und für die Pilger von besonderer Bedeutung. Viele Pilger wünschen sich, dass nach ihrem Tod beim Trauergottesdienst zum Abschluss dieses Lied gesungen wird. Die gesamte (technische) Organisation der Wallfahrt liegt in den Händen von Laien.
Informationen:
Leiter der Wallfahrt, Karlheinz Schomaker, Tel. 0541 / 83335,
karlheinz-schomaker
osnanet.de.
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Text: pd | Foto: Archiv
06.07.2011
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