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21.05.2012
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Anita Michels (v.l.), zwei Kommunionkinder, Pfarrer Batholomäus Kalscheuer und Ralf Engels vor dem "Wasserfall" in Grieth.

Anita Michels (v.l.), zwei Kommunionkinder, Pfarrer Batholomäus Kalscheuer und Ralf Engels vor dem "Wasserfall" in Grieth.

Klarheit fehlt

Seelsorge darf die Nähe zur Basis nicht verlieren

Hönnepel/Grieth/Wissel (Kalkar). In diesem Jahr sind noch einmal 20 Kinder aus der Seelsorgeeinheit der Kalkarer Stadtteile Grieth, Hönnepel und Wissel zur Vorbereitung auf den Empfang der Ersten Heiligen Kommunion mit den Katecheten nach Herongen gefahren. Katechetin Anita Michels, fürchtet, dass es dieses gemeinsame Erlebnis bald nicht mehr geben wird.

Denn in Kalkar wird seit Februar 2011 über das Thema Fusion diskutiert: entweder gibt es mit der Kalkarer Pfarre Heilig Geist eine große Lösung oder mit den Pfarreien Hönnepel, Grieth und Wissel eine kleine. "Dass wir einen eigenen Pfarrer behalten, der sich um die drei Ortschaften kümmert, ist fraglich", sagt die 70-jährige Katechetin, die sich seit vielen Jahren in der Pfarrgemeinde bei unterschiedlichen Aufgaben engagiert. Sie hofft auf die Hilfe des Bischofs, bei dem ein Schreiben der drei kleinen Gemeinden liegt.

Anita Michels ist nicht naiv. Sie weiß auch, dass die Zeiten, in denen jeder Ort einen eigenen Seelsorger hatte, vorbei sind. Und ihr ist auch klar, dass eine Fusion der Seelsorgeeinheit (2.500 Gläubige) mit der Pfarre Heilig Geist (6.000 Gläubige) immer noch überschaubar ist im Vergleich zu anderen großen Gemeinden wie zum Beispiel Geldern. Doch wie viele in der Gemeinde fürchtet sie den Verlust des persönlichen Kontaktes mit der Kirche. "Und darunter leiden in erster Linie Kinder und Jugendliche", sagt sie. "In den drei Orten hat es fünf Kommuniongruppen gegeben, die von zehn Katecheten betreut wurden", beschreibt sie die Situation.

"Wir haben die Eltern intensiv in die Vorbereitung einbezogen", sagt Pfarrer Batholomäus Kalscheuer. Da gäben sich die Kinder viel mehr Mühe, und die Eltern seien direkt im Thema.

Die Gruppen haben dann für ihre jeweilige Kirche im Rahmen eines Projekts etwas gebaut. In Hönnepel haben die Kommunionkinder einen Brunnen erstellt, entsprechend dem biblischen Bericht, in dem die Samariterin Jesus am Jakobsbrunnen trifft, in Wissel haben die Kinder einen Wassertropfen als Perpetuum Mobile und in Grieth einen Wasserfall gemeinsam errichtet.

Dass die Vorbereitung Kindern wie Eltern so viel Spaß gemacht hat, lag nach Ansicht von Anita Michels daran, dass Pfarrer Kalscheuer vor Ort lebt und arbeitet. "Das schweißt die Kinder mit dem Seelsorger und mit der Kirche zusammen, und es schafft einen starken Zusammenhalt im Ort." Anita Michels erinnert an die geographische Situation des Niederrheins. "Hier gibt es viele kleine Orte, die eine lange kirchliche Tradition haben. Diese gilt es zu bewahren."

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Text: Jürgen Kappel | Foto: Jürgen Kappel in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
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