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10.12.2018
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Pater Johannes Zabel.

Pater Johannes Zabel ist in Datteln-Meckinghoven aufgewachsen. Jetzt ist er Seelsorger für die Studenten in Vechta.

Prediger mit Bild-Zeitung unter dem Arm

Besuch bei einem ungewöhnlichen Ordensmann

Datteln-Meckinghoven / Vechta. Der Bierdeckel hat im Leben von Johannes Zabel immer wieder eine Rolle gespielt. Nicht so sehr im klassischen Sinn. Sondern dann, wenn sich der junge Akademiker, der in Datteln-Meckinghoven aufgewachsen ist, in der Politik mit schwierigen Themen beschäftigte. Wo Parteifreunde aus der CDU einmal vorschlugen, die Steuererklärung so zu vereinfachen, dass sie "auf einen Bierdeckel" passt.

Themen auf den Punkt bringen – das findet der Dominikaner heute noch spannend. Die Regale im Gemeinschaftsraum der Dominikaner strotzen vor theologischen und soziologischen Zeitschriften. Pater Johannes jedoch trägt regelmäßig auch "Bild" unter dem Arm.

Kaum vier Prozent der deutschen Akademiker und Abiturienten lesen das Blatt – Pater Johannes rührt das nicht. "Ich bin immer wieder erstaunt, wie die Redaktion die kompliziertesten Themen schnell auf die Ebene des Einzelnen herunterbrechen kann, sie in kurzen Sätzen erklärt, sodass jeder es dann sofort versteht."

Da spricht ein Mann, der "Bild" auch beruflich lange gelesen hat, zum Beispiel beim Wahlkampf-Management für die CDU. Der junge Akademiker Johannes Zabel arbeitete in deren Bundesgeschäftsstelle und wurde immer ermahnt, seine Fachsprache beiseite zu schieben. Denn der Wahlkampf brauchte kurze Slogans und zündende Ideen.

Das ist lange her. Kann der Dominikaner denn heute noch auf Kommando solche Slogans diktieren, Slogans, die vielleicht sogar seinen eigenen Orden darstellen? "Und ob!" versichert er. Vorschlag eins: "Gott in der Welt leben – das sind die Dominikaner!" Vorschlag zwei: "In der Welt – und nicht nur in der Kirche!"

Mit Talent tätig in der Politik – hätte aus Johannes Zabel nicht ein Berufspolitiker werden können? Schließlich stand er bei seinen Tätigkeiten in Bonn schon an wichtiger Stelle, setzte sich in der Aufbauarbeit nach der Wende für die CDU in Thüringen ein. "Da hätte ich vielleicht ein politisches Mandat bekommen können", sinniert er. "Aber ich bin nicht der Typ dafür."

Arbeit im Hintergrund, Beobachten, Organisieren – das ja! Aber Besuche bei Vereinen und Stammtischen, die wichtigen Besuche bei möglichen Wählern? "Da passe ich wohl nicht so hin", sagt er.

Was sollte stattdessen sein Leben bestimmen? Denn inzwischen war eingetreten, was Pater Johannes mit einem Begriff aus seiner soziologischen Bildung "Ver-Alltäglichung der Begeisterung" nennt. Soll heißen: Politik allein – schön und gut. Aber sie ließ Fragen bei ihm offen. Vor allem die Frage nach einem geistlichen Leben. Die hatte er sich schon lange immer wieder gestellt. Zum Beispiel als Lektor und Messdiener während seines Studiums in Köln, an der Dominikanerkirche Heilig Kreuz.

Als er die Frage nach langem Überlegen mit Ja beantwortet hatte, lag der weitere Weg klar vor ihm. Nicht als Weltpriester – sondern als Ordensmann bei den Dominikanern. Begründet ist die Entscheidung auch in dem Beispiel seines Ortspfarrers in Meckinghoven, der Dominikaner war und ihn immer tief beeindruckte. Deshalb hatte er schon damals über ein Leben als Ordensmann nachgedacht. Aber die Begeisterung für die Politik war erst einmal stärker.

Die Laufbahn im Orden führte ihn dann nach Düsseldorf. Dort leben die Dominikaner mitten in der Altstadt, mit dem Lärm der Kneipen um die Ecke. Auf den Stufen zum Pfarrsaal sonnen sich oft Obdachlose mit Rotweinflaschen in der Hand und Hunden zu ihren Füßen. Leben und lehren mitten in der Großstadt, wie es der Ordensgründer Dominikus seinen Brüdern in der Regel vorschrieb.

Und doch ist der Wechsel nach Vechta kein Problem für Pater Johannes. "Und im Vergleich zu Meckinghoven ist Vechta eine Großstadt!" Das weiß Pater Johannes noch aus seinem ersten längeren Aufenthalt in Vechta: Von Winter 2006 bis in das Frühjahr 2007 lebte er als Diakon dort, war Seelsorger in der Gemeinde Oythe St. Marien.

Pater Johannes gehört zum Provinzkonsil der deutschen Dominikaner, einem siebenköpfigen Kreis von Mitbrüdern, die den Provinzoberen beraten. Dort wurde berichtet, die Stelle des Hochschulseelsorgers in Vechta werde frei. "Ich habe mich sofort gemeldet, dass ich das machen wolle." Sofort und freiwillig, wie er betont. Weil er hinter dem Anliegen der Dominikaner stehe, in Vechta einen besonderen Akzent in der Arbeit mit Jugendlichen zu setzen – in der ordenseigenen Schule, aber auch in der Seelsorge an der Universität. Pater Johannes betont: "Ich habe das unter meinen Mitbrüdern immer als sehr wichtig und sinnvoll vertreten. Für mich ist klar: Dann müssen den Worten auch Taten folgen."

Zur Person: Johannes Zabel

- 1958 geboren
- aufgewachsen in Meckinghoven bei Datteln, vier Geschwister
- Studium der Volkswirtschaft
- Grundsatzreferent in der Bundesgeschäftsstelle der CDU
- 1991 persönlicher Referent des Senators für Bundes- und Europaangelegengheiten des Landes Berlin in Bonn
- 1997 Eintritt bei den Dominikanern, Noviziat in Worms
- 1999 Mitglied im Konvent in Düsseldorf, Theologiestudium in Bonn und Berkeley (Kalifornien)
- 2003 Ewige Gelübde
- 2006 Diakon in Oythe
- 2007 Priesterweihe
- als Seelsorger in Düsseldorf tätig: für das Bildungswerk der Dominikaner, als Beirat für die Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, für den Bund katholischer Unternehmer.

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Orden

Text: Franz Josef Scheeben | Foto: Franz Josef Scheeben in Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche+Leben
04.07.2011

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