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23.02.2012
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Ökumenischer Pfingstmontag 2011 in Münster.

Ökumenischer Pfingstmontag 2011 in Münster.

Taufe als Gottesgeschenk eint die Christenheit

2.000 Christen feiern ökumenischen Gottesdienst in Münster

Münster. Ganz im Zeichen des Taufgedächtnisses stand der ökumenische Gottesdienst am Pfingstmontag (13.06.2011) auf dem Domplatz in Münster, den mehr als 2.000 evangelische, orthodoxe und katholische Christen unter dem Leitwort "Im Licht der Taufe" feierten.

Zu Beginn des Gottesdienstes erinnerte Bischof Felix Genn an die Bedeutung der Taufe: "Der Geist des auferstandenen Jesus Christus verbindet in der Taufe die Christen aller Konfessionen mit Christus und damit untereinander. Deshalb feiern wir zu Pfingsten, dem Fest der Geistsendung, diesen Gottesdienst gemeinsam als ökumenischen Taufgedächtnisgottesdienst."

"Alle einer in Christus"

In seiner Predigt unterstrich der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, die verbindende Kraft der Taufe, die über überkonfessionelle Grenzen hinweg gültig ist: "Wenn der Apostel Paulus heute hier wäre, würde er wohl folgern: Hier ist nicht ein Orthodoxer oder eine Katholikin, hier ist nicht eine Protestantin oder ein Baptist - denn ihr seid alle einer in Christus." Die Taufe brauche keine Vorbedingungen: der helle Schein der Güte und Menschenliebe Gottes werde einem Menschen einzeln und persönlich zugesagt - nicht auf Grund moralischen Verhaltens, sondern aus göttlicher Liebe. "Vielleicht ist es das, was so viele Menschen suchen im Jahr der Taufe, was sie spüren, bei den Tauffesten jetzt zu Pfingsten: die Nähe und die Fülle Gottes", sagte der Präses der westfälischen Landeskirche. Mit Pfingsten beginne die Tauftradition der Kirche.

Präses Buß verwies auch auf die Bedeutung des Missionars und Bistumsgründer Liudger, der vor 1200 Jahren die "Menschenliebe und Barmherzigkeit Gottes" zu den germanischen Völkern brachte. "Als Liudger zu den Menschen kam, verkündete er einen barmherzigen Gott, der mit den Menschen redet und keine Blutopfer verlangt. Nicht einen dunklen, fremden Götzen, der Unterwerfung fordert, sondern einen Gottessohn, der mitleidet."

Persönliches Taufzeugnis

Vorbereitet wurde die ökumenische Feier vom Bistum Münster, der evangelischen Landeskirche und von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), die in diesem Jahr in zahlreichen Gemeinden einen Tauferinnerungsweg gestaltete. Mehrere Christen sprachen ihr persönliches Taufzeugnis. Eine Frau sagte: "Durch die Taufe bin ich mit Gott verbunden. Ich danke Gott und meinen Eltern für dieses Geschenk." Ein anderer sagte: "Taufe bedeutet mir: Nicht mit allen Wassern gewaschen zu sein, sondern zeigen, dass wir aus dem Wasser und Geist geboren sind."

Zu den symbolischen Handlungen des Gottesdienstes zählte die Segnung des Wassers in der Taufschale. Bischof Genn, Landespräses Buß und andere Liturgen schöpften Wasser auf der Taufschale, um Gottesdienstteilnehmern mit Wasser ein Kreuz in die Hand zu zeichnen. Sie sprachen dabei das Segenswort: "Christus segne dich und begleite dich."

Kinderkirche

Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom "Projektchor Heilig Kreuz und ACK" unter der Leitung der Kirchenmusikerin Jutta Bitsch und von den Posaunenchören des evangelischen Kirchenkreises Münster unter der Leitung von Daniel Salinga. Eine Kinderkirche bereitete Barbara Lipperheide vom Haus der Familie Münster vor.

Wie sehr die Ökumene vor Ort gelebt wird, zeigten beim anschließenden ökumenischen Fest die vielen Informationsstände, die konfessionsübergreifende Initiativen vorstellten: In mehreren Städten gibt es die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), in der sich die christlichen Konfessionen zum Gespräch und zur Vertiefung der Ökumene zusammenfinden. Eine-Welt-Gruppen, soziale Einrichtungen, das "Frühstückstreffen für Frauen" und Initiativen zum Klimaschutz gaben auf dem "Ökumenischen Markt" einen Einblick in ihre gemeinsame Arbeit. Für Unterhaltung sorgte ein Bühnenprogramm, das von der Band der Jugendkirche Effata, dem Jugendtheater Cactus und dem Chor der International Gospel Church gestaltet wurde.

Im Bischöflichen Priesterseminar Borromaeum fand ein Podiumsgespräch mit der katholischen Professorin und Ökumene-Expertin Dorothea Sattler und dem evangelischen Pfarrer Ralf Fischer statt. Unter der Moderation von Stadtdechant und Domkapitular Ferdinand Schumacher diskutierten sie über das Thema "Mit Kindern und Erwachsenen neu anfangen – die eine Taufe in ihren ökumenischen Herausforderungen und Chancen entdecken".

Erfahrung tiefgreifender Gemeinschaft

Der "ökumenische Pfingstmontag" endete am späten Nachmittag mit einer ökumenischen Vesper im St.-Paulus-Dom. Diese wurde geleitet von Stadtdechant Schumacher und dem evangelischen Pfarrer Bernd Krefis, der auch Vorsitzender der ACK in Münster ist.

Über die Feiern sagte Michael Kappes, der im Bischöflichen Generalvikariat Münster für die Fragen der Ökumene zuständig ist und den Tag maßgeblich mitorganisierte: "Ich wünsche mir, dass dieses ökumenische Fest auf dem Domplatz, wie schon in den vergangenen Jahren, unter den Christinnen und Christen, die dort mitfeierten, neue Freude am Glauben weckt, die Erfahrung tiefgreifender Gemeinschaft durch die eine Taufe schenkt und Ermutigung für den ökumenischen Alltag vor Ort gibt."

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Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard
14.06.2011

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